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Basketball: Von Euphorie nach Oldenburg

Uhr | Aktualisiert 14.12.2012 22:11 Uhr

Zwei Basketballer kämpfen um den Ball.

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Der Mitteldeutscher BC spielt am Dienstag die nächste Partie im Norden. Die Gastgeber schlagen sich in der Liga und international erfolgreich.
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Weissenfels/MZ. 

Kein Spiel am Wochenende. Dafür gibt es schweißtreibende Trainingseinheiten. Denn das nächste Spiel kommt bestimmt und zwar am Dienstagabend, 20 Uhr, in Oldenburg. Klingt weit weg, ist es auch. Mehr als 400 Kilometer müssen die Wölfe des Mitteldeutschen Basketball Clubs (MBC) fahren, um in die gut 160 000 Einwohner zählende Stadt westlich von Bremen zu kommen. Deshalb geht die Reise auch schon am Montag los.

Und die Weißenfelser bekommen dort ein richtiges Pfund vorgesetzt. Oldenburg ist mit acht Siegen aus 13 Partien Tabellenvierter. Oldenburg hat in der Euro Challenge gespielt und dort gegen Gegner aus Rumänien und Ungarn in sechs Spielen sechs Siege eingefahren. Und in Oldenburg kann man ganz schön unter die Räder kommen. Diese Erfahrung musste Phoenix Hagen vor drei Wochen machen, als sie in Oldenburg mit 62:113 (!) unterlagen.

Aber in Oldenburg kann man auch gewinnen. Unter anderen Bremerhaven machte das zum Beispiel mit 75:72. Und gegen Bremerhaven hat der MBC schließlich noch dazu auswärts gewonnen.

Ja, und gerade das muss Wölfe-Chefcoach Silvano Poropat aus den Köpfen bekommen. Nach drei Siegen hintereinander, davon auch noch zwei beim Gegner, schlagen die Wellen der Euphorie hoch, nicht nur bei den Fans, auch bei den Spielern. "Wir dürfen aber nicht überheblich werden", sagt Poropat und hat vor Oldenburg neben dem körperlichen Training auch das mentale zu leiten, um seine Jungs auf dem Boden der Tatsachen zu halten. Dabei macht er einen Balanceakt. Denn drei Siege hintereinander geben ja auch Sicherheit, die will der Trainer nämlich andererseits seinen Spielern auch nicht ausreden.

Aber angesichts der Stärke von Oldenburg, des deutlich höheren Etats und der geschwellten Brust nach den erfolgreichen internationalen Vergleichen ist das auch kein Gegner, bei dem man zwingend gewinnen muss. Die Favoritenrolle ist klar vergeben an den Gastgeber. Das hat den Wölfen zuletzt ganz gut gefallen, wenn sie die nicht selbst hatten.

Und Poropat denkt ja nicht nur über die mentalen Stärken oder Schwächen seiner Profis nach, sondern auch darüber, wie er den Gegner überraschen kann. Und das macht er im Moment fast jedesmal, indem er komplett mit zehn Spielern rotiert und fast kein Absacken zu merken ist, wenn nicht die Starting Five auf dem Parkett steht, aber das Spiel dann eben etwas anders läuft.

Neben dieser Stärke sieht er auch, dass die Wölfe mittlerweile in der ersten Liga angekommen sind. "Außerdem identifizieren sich die Spieler mit dem Team und Weißenfels", sagt der Coach. Dabei spiele eine große Rolle, dass fünf Mann wenigstens schon das zweite Jahr hier spielen.

Übrigens, wer am Wochenende Entzugserscheinungen hat, der kann wenigsten zwei Wölfe in Aktion erleben. Sascha Leutloff und Kelly Beidler geben am Sonnabend ab 16 Uhr im Servicecenter der MZ am Markt zum Tag der offenen Tür Autogramme.

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