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Basketball: MBC überrascht gegen Bremerhaven

Uhr | Aktualisiert 02.12.2012 21:18 Uhr

Chad Timberlake setzt sich unter dem Korb gegen Bremerhavens Scott Morrison (r.) durch. (FOTO: SCHEER)

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Der Mitteldeutsche BC feiert einen Überraschungs-Erfolg in der Bundesliga. Selten konnten die Weißenfelser als Mannschaft so überzeugen. Gegen Bremerhaven gewannen die Basketballer 89:82 (46:43).
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Bremerhaven/Halle (Saale)/MZ. 

Auf ihrer Homepage sind die Wölfe ihrer Zeit ein bisschen voraus. Auf der Startseite grüßen die Spieler des Mitteldeutschen Basketball Clubs - komplett als Weihnachtsmänner verkleidet - und wünschen schon einmal fröhliche Weihnachten.

Das darf man vier Wochen vor dem Fest aus mehreren Gründen als unpassend einordnen. Zum einen, weil die Weihnachtsgrüße dann doch ein wenig sehr verfrüht kommen, zum anderen, weil die Weihnachtsmänner an diesem ersten Advent keine Geschenke zu verteilen hatten. Im Gegenteil. Der MBC hat am Sonntag sein Gastspiel in der Basketball-Bundesliga bei den Eisbären Bremerhaven überraschend mit 89:82 (46:43) gewonnen. Überraschend, weil es der erste Erfolg überhaupt gegen diesen Gegner war. Der MBC bleibt damit zwar 16. der Tabelle, hat aber mit dem zweiten Sieg in Serie zum ersten Mal einen Zwei-Punkte-Vorsprung zu den Abstiegsrängen aufgebaut.

Souverän über 40 Minuten

Bemerkenswert beim Erfolg in Bremerhaven war die große Souveränität, mit der die Weißenfelser das Spiel im Griff hielten. "Ich bin sehr zufrieden mit der Mannschaft. Das war ein großer und wichtiger Sieg, der verdient war", lobte Trainer Silvano Poropat. "Wir haben eine gute Einstellung gezeigt. Das Team hat alles umgesetzt, was vorgegeben war." Geschäftsführer Martin Geissler lobte: "Wir haben auf unserem allerhöchsten Niveau gespielt und an den Sieg gegen Ludwigsburg angeknüpft."

Der MBC fand vor allem dank Center Djordje Pantelic hervorragend ins Spiel. Er hatte bereits nach knapp fünf Minuten Spielzeit neun Punkte gesammelt. Eine wichtige Basis, auch wenn der Serbe danach kaum noch Bindung zum Spiel fand. In wirkliche Bedrängnis gerieten die Wölfe in der Folge kaum einmal. Nur beim 28:29 Mitte des zweiten Viertels und beim 56:56 Mitte des dritten Spielabschnitts gaben sie überhaupt einmal die Führung her.

Auffällig war auch, dass die taktischen Maßnahmen des Trainers hervorragend griffen. Prototypisch jene Szene zum Ende des dritten Viertels. Bremerhaven war bis auf drei Punkte herangekommen (66:63), als Poropat sechs Sekunden vor Ende des Viertels eine Auszeit nahm. Der angesagte Spielzug klappte. Chad Timberlake dribbelte zum Korb, erhöhte auf 68:63 - und gab seinem Team damit das wichtige Momentum für den Sieg auf den Weg.

Denn im Schlussviertel glänzten die Wölfe und bauten ihren Vorsprung sogar bis auf 81:67, also auf 14 Punkte aus. Auch, weil Poropat mit Devin Uskoski einen souveränen Punktesammler brachte. Unmittelbar nach seiner Einwechslung erzielte der Amerikaner binnen 21 Sekunden vier Zähler.

Fast 60 Prozent Trefferquote

Das alles waren Bausteine eines überraschend starken Auftritts, in dem das Team der Weißenfelser in der Breite ganz stark spielte. "Dass wir auswärts knapp 60 Prozent Wurfquote haben - ich kann mich nicht erinnern, das schon einmal gesehen zu haben", sagte Geissler. "Wir haben 21 Assists, fünf Spieler haben zweistellig gepunktet, das war eine wahnsinnige Teamleistung."

Bremerhaven dagegen musste um seine Punkte kämpfen. Zwar kamen die Gastgeber den Weißenfelsern dank eines Neun-Punkte-Laufes noch einmal nah. Doch die ersten sieben dieser neun Punkte kamen allesamt durch Freiwürfe zustande. Beleg dafür, dass der MBC den Bremerhavenern nie erlaubte, richtig Fahrt aufzunehmen.

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