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Basketball: MBC feiert den ersten Heimsieg der Saison

Uhr | Aktualisiert 25.11.2012 21:29 Uhr
Die Wölfe feiern Ihren ersten Heimsieg. (FOTO: ANDREAS BEZ) 
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Große Erleichterung beim Mitteldeutschen Basketball Club: Dem Bundesligateam gelang am Sonnabend der erste Heimsieg der aktuellen Saison.
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Weißenfels/MZ. 

Es kommt eher selten vor, dass ein Spieler der Gästemannschaft von den einheimischen Fans beinahe genauso lautstark begrüßt wird, wie das eigene Team. Wayne Bernard war dieser ungewöhnliche Moment am vergangenen Samstagabend vorbehalten.

Der 31-jährige Basketball-Profi des Bundesligisten Neckar Riesen Ludwigsburg trat in Weißenfels beim Mitteldeutschen Basketball Club an. Jenem Verein, bei dem Bernard von 2009 bis 2011 drei Jahre lang spielte und zum Publikumsliebling avancierte.

Doch seine Rückkehr an seine einstige Wirkungsstätte hatte er sich sicherlich anders vorgestellt. Der warmherzige Empfang war einer der wenigen positiven Erinnerungen, die Bernard mit nach Hause nahm. Denn die Wölfe durchbrachen ihren Heimfluch und gewannen beeindruckend mit 96:76 (30:42). Mit dem dritten Erfolg aus elf Partien bleibt der MBC aber weiter auf dem vorletzten Platz.

Silvano Poropat war die Erleichterung jedoch deutlich anzusehen. Mit einem Lachen und zwei geballten Siegesfäusten freute sich der Chef-Trainer ausgelassen. Seine Emotionen im ersten Viertel waren noch ganz anders. Stocksauer sei er gewesen, als sich sein Team bei einer 9:5-Führung in der vierten Minute neben einem persönlichen zusätzlich ein technisches Foul einhandelte. Djordje Pantelic hatte sich nach einem Vergehen von Kapitän Sascha Leutloff, welches die Schiedsrichter pfiffen, zu einer abfälligen Geste hinreißen lassen.

Die Folge: Vier Freiwürfe und anschließender Ballbesitz für Ludwigsburg. Der deutsche Nationalspieler Lucca Staiger ließ sich diese Gelegenheit nicht nehmen und glich zum 9:9 aus. Und Poropat fluchte am Seitenrand, stauchte seine Spieler wild gestikulierend zusammen. Pantelic verordnete er eine Denkpause und nahm ihn im Wechsel gegen Phillipp Heyden erstmal aus dem Spiel.

Die anschließende Antwort der verbliebenen Männer auf dem Parkett stimmte den 41-jährigen Kroaten an der Seitenlinie allerdings mehr als versöhnlich: ein 12:0-Lauf zur 21:9-Führung in der neunten Minute. Das erste Viertel endete 26:15 und mit 42:30 wurden die Seiten gewechselt. In der zweiten Halbzeit verkürzte Ludwigsburg zwar hin und wieder. Die Wölfe blieben aber kontinuierlich vorn, gingen mit 65:50 in den Schlussdurchgang und bauten die Führung zum 96:76-Endstand aus.

"Ich bin sehr glücklich" sagte Poropat. "Wir haben viel gearbeitet und mein Team hat dies mit viel Energie sowie Disziplin im Spiel umgesetzt." Das neue Motto im Club schob Poropat angesichts der zuletzt aufgekommenen Diskussion um den vermeintlich zu starken Heimdruck hinterher: "Wir schauen dem Drachen in die Augen."

Der Schlüssel zum Erfolg war der Teamgeist und eine gelungene Woche, die ihren Höhepunkt mit einem Sponsoren-Bankett anlässlich des US-amerikanischen Feiertages "Thanksgiving" fand. "Das war eine tolle Geste vom Club an uns", sagte Chad Timberlake. "So etwas habe ich bei meinen bisherigen Europa-Stationen noch nie erlebt."

Er dankte es mit 19 Punkten, sechs Rebounds und zehn Vorlagen. Jeweils elf Zähler markierten Kelly Beidler, Shaud Curry, Kapitän Sascha Leutloff und Philipp Heyden. Weiteres Indiz für das gute Zusammenspiel waren 20 Vorlagen. Bei den Gästen waren es nur fünf.

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