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Basketball: Beim MBC ist die Mannschaft der Star

Uhr | Aktualisiert 27.12.2012 21:20 Uhr

Vom Boden aus spielt Chad Timberlake einen entscheidenden Pass zu Kelly Beidler, der daraus auch den Korberfolg gegen Gießen macht. (FOTO: ALEXANDER BLEY)

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Der Mitteldeutscher Basketball Club will sich gute eine Position für Rückrunde schaffen. Das nächste Spiel findet am Sonnabend in Trier statt.
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Weissenfels/MZ. 

Der Frust saß tief beim Gästetrainer Mathias Fischer. Denn seine Giessen 46er hatten es in der Hand gehabt, das Kellerduell beim Mitteldeutschen Basketball Club (MBC) für sich zu entscheiden. Letztlich behielten die Gastgeber in einer hochspannenden, wenn auch nicht gutklassigen Partie der ersten Basketball-Bundesliga mit 93:89 nach Verlängerung die Oberhand.

Aber gerade weil man viele "Dinge liegen gelassen hat", so Fischer, habe man schließlich auch verdient verloren. Zum Insolvenzantrag seines Vereins wollte er sich dagegen nicht äußern. "Ich bin für die sportlichen Dinge zuständig, alles andere ist Sache des Managements", sagte er. Und er hoffe, dass Gießen weiter regulär am Spielbetrieb teilnehmen kann.

Das wäre auch die Mindestvoraussetzung dafür, dass der Sieg in einem solchen Spiel für den MBC auch als Big Point stehen bleibt. Aber eben nur dann, wenn die Gießener trotz ihres Insolvenzantrags in der Liga bleiben, ihre Spiele nicht annulliert werden. Dann wäre der Sieg des MBC über den Kontrahenten nur einer für die Galerie.

MBC-Geschäftsführer Martin Geissler bleibt an der Stelle optimistisch. "Ich gehe davon aus, dass die Saison ordnungsgemäß zu Ende gespielt werden kann", sagte er. Aber die eigenen Geschichte des MBC sagt, dass das letzte Wort erst am Saisonende gesprochen werden könnte. Im Insolvenzjahr der Weißenfelser spielte die Mannschaft auch die Saison zu Ende. Die Spielergebnisse wurden erst am Schluss gestrichen.

Doch beim MBC will man sich im Moment mit dem Thema nicht so sehr beschäftigen, sondern lieber mit den eigenen Möglichkeiten und sportlichen Leistungen. Und da ist es einmal mehr Cheftrainer Silvano Poropat, der sein Team lobt. Man habe Respekt vor der Leistung der Gießener in den letzten Wochen gehabt (unter anderem der Sieg über Vizemeister Ulm) und deshalb ein schweres Spiel erwartet. Das war es dann auch, aber "es hat alles geboten, was ein gutes Basketballspiel ausmacht", so Poropat. Dabei hob er noch hervor, dass die Mannschaft die entscheidenden Situationen für Kelly Beidler herausgespielt habe.

Die Mannschaft, das ist das, worauf der Trainer setzt. Sie muss geschlossen funktionieren, dann ist auch das Spiel des MBC erfolgreich. Einzelstars hat das Team nicht, auch wenn einer mehr und mehr dazu avanciert - Chad Timberlake. Mit 21 Punkten war er einmal mehr bester Werfer im Spiel gegen Gießen und rangiert in dieser Wertung mit 216 Punkten (14,4 pro Spiel) auf Platz fünf der Liga. Ihm nahe kommt auf Platz 38 mit 159 Punkten Hördur Vilhjalmsson. Timberlake ist aber auch einer, der sich die Geschlossene-Mannschafts-Philosophie des Trainers fast perfekt zu eigen gemacht hat. Mit zehn Vorlagen suchte er im Spiel am Mittwoch wie kein anderer den besser postierten Mitspieler. 56 solcher Assists - 3,7 pro Spiel - stehen für ihn zu Buche und damit Platz sechs in der Liga. Vilhjalmsson steht in der Statistik ebenfalls weit vorn - 35 Assists, Platz 28 in der Liga.

Das sportliche Konzept von Poropat scheint unter den gegebenen Umständen - Aufsteiger und kleinster Etat der Liga - das richtige zu sein. Damit kann der MBC auch ohne Nervenflattern in die letzten beiden Spiele der Hinrunde gehen. Am Sonnabend reist die Mannschaft von der Saale an die malerische Mosel nach Trier, eine Woche später am 5. Januar kommt Würzburg. "Ich wünsche mir, das die Mannschaft in diesen beiden Spielen noch einmal so gute Leistungen wie zuletzt zeigt", sagte Poropat in der Pressekonferenz nach dem Gießen-Spiel. Gelingt dabei wenigstens ein Sieg, hat der MBC für die Rückrunde eine richtig gute Ausgangsposition, unabhängig davon, wie die Insolvenz für die Gießener und die Liga am Ende ausgeht.

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