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Volleyball: Wiedersehen mit dem Ex-Trainer

Uhr | Aktualisiert 06.12.2012 20:59 Uhr

Rick Wiedersberg (l.) lauscht den Worten seines Trainers Michael Mücke. Das war 2011. Jetzt treten die Beiden wieder gegeneinander an. (ARCHIVFOTO: WÖLK)

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Die Piraten fahren am Wochenende zu evivo Düren, wo ihr ehemaliger Trainer Michael Mücke seit Mai auf der Bank sitzt.
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Merseburg/MZ. 

Ein freundschaftliches Aufeinandertreffen wird es nicht, wenn der CV Mitteldeutschland am Samstag auf evivo Düren und damit auf seinen ehemaligen Trainer Michael Mücke trifft. "Ich bin froh, dass Mücke in Düren ist und nicht mehr in Mitteldeutschland", sagt Piraten-Manager Rick Wiedersberg. Sein Team habe damals kein Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit gehabt, als der Vertrag von Mücke Ende Juni 2011 ausgelaufen ist.

Mücke selbst sieht das ein wenig differenzierter: "Wir haben uns in beiderseitigem Einvernehmen getrennt." Er habe eine Auszeit vom Volleyball nehmen wollen und deswegen eine Ausbildung zum Entspannungspädagogen begonnen und beim CV aufgehört. Doch bereits seit Mai dieses Jahres sitzt er erneut auf der Trainerbank. "Nach einer gewissen Zeit fängt das Feuer wieder an zu brennen", erklärt Mücke seine schnelle Rückkehr an die Seitenlinie in Düren in der Eifel. "Das Angebot des Vereins fand ich sehr interessant."

15 Monate ist es mittlerweile her, dass sich Mücke und der CV Mitteldeutschland trennten. Und die Emotionen sind bei Mücke zumindest nach außen hin ziemlich abgekühlt: "Der CV ist jetzt keine besondere Mannschaft, bloß weil er mein alter Arbeitgeber ist. Das Team hat ein völlig neues Gesicht, da sind nur noch vier Spieler, die ich kenne. Und Sebastian Hähner war ja zwischenzeitlich auch woanders (beim VC Gotha, d. Redaktion)", spielt Mücke auf die Umstrukturierungen bei den Piraten an. "Privat habe ich auch zu niemandem mehr Kontakt, aber wenn man sich bei Spielen begegnet, dann redet man natürlich miteinander." Das sieht auch Rick Wiedersberg so: "Wir werden uns nicht aus dem Weg gehen, ein kurzes Hallo und ein kleiner Plausch werden am Samstag schon drin sein", sagt der Manager und ergänzt: "Wir sind ja erwachsene Menschen." Allein das deutet aber das mittlerweile schwierige Verhältnis beider Seiten an. Wiedersberg wolle aber keine schmutzige Wäsche waschen.

Es liegt also eine gewisse Brisanz in der Bundesligapartie: Weder wollen sich die Piraten von ihrem Ex die Butter vom Brot nehmen lassen, noch will sich Mücke bei seiner Heimpartie von seinen Verflossenen auf der Nase herumtanzen lassen.

Doch Wiedersberg geht es nicht um einzelne Personen, wie er sagt. Er will einfach nur einen Sieg mit nach Hause nehmen. "Das ist ein wichtiges Spiel für uns, weil wir zuletzt unglücklich verloren haben", erinnert sich der Manager an die knappe Fünf-Satz-Niederlage über 133 Minuten vergangene Woche gegen den TV Bühl.

Für das neue Unterfangen könnten auch die eigenen Erfahrungen mit dem Trainer der Dürener ein wenig behilflich sein: "Den Stil von Mücke kann man erkennen. Er hat versucht, mit uns schnell zu spielen und ich denke, so wird Düren auch auftreten", vermutet Wiedersberg über die Taktik der Gastgeber. Ob er recht hat, wird sich Samstagabend ab 19.30 Uhr zeigen.

Der CV Mitteldeutschland fährt bereits am Freitag in die Stadt des etwa 500 Kilometer entfernten Konkurrenten. Wiedersberg wird am Sonnabend nachreisen.

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