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Volleyball: Piraten drohten gegen Tabellenletzten unterzugehen

Uhr | Aktualisiert 12.12.2012 23:48 Uhr

Hier blocken die Berliner (rote Trikots) erfolgreich einen Angriff der Piraten. (FOTO: VINCENT GRÄTSCH)

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Das Bundesliga-Volleyballmatch zwischen dem CV Mitteldeutschland und dem Tabellenletzten VCO Berlin war auf Messers Schneide. Nach 1:2-Rückstand gewinnen die Spergauer aber noch 3:2.
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Spergau/MZ. 

Mitte des dritten Satzes herrschte am Mittwochabend beim Bundesliga-Volleyballmatch zwischen dem CV Mitteldeutschland und dem VCO Berlin eine Riesenstimmung in der Spergauer Jahrhunderthalle. Aber keineswegs sorgten dafür die Fans und Zuschauer der gastgebenden Piraten. Es waren sechs Jungs. Genauer gesagt sechs Auswechselspieler der Gäste. Die Junioren der Stützpunktmannschaft hatten offenbar eine richtig schöne Klassenfahrt nach Spergau. Sie tanzten, sangen, machten Laola-Wellen und jubelten. Zum Leidwesen der Piraten. Denn die drohten beim Stand von 1:1 nach Sätzen in diesem dritten Satz unterzugehen. "Hätte ich eine Pulsuhr getragen, wäre die zerplatzt", meinte Piraten-Trainer Matthias Münz nach dem Match. Erst da konnte er seinen Puls langsam wieder herunterfahren, denn seine Mannschaft hatte zwar den Satz verloren, die Partie in Satz vier und fünf aber noch gedreht. Mit einem 3:2 (25:22, 26:28, 23:25, 25:19, 15:12)-Erfolg gingen die Spergauer als Sieger vom Parkett.

So ein enges Match gegen den Tabellenletzten, die Mannschaft, die noch kein Spiel in dieser Saison gewonnen hat und vor der Partie gegen Spergau lediglich vier Sätze auf der Habenseite hatte. Piraten, was war los? Matthias Münz antwortete, er wisse es nicht. Manager Rick Wiedersberg meinte, die Jungs hätten kein Selbstvertrauen und blickte wenig zuversichtlich auf das Bundesliga-Heimspiel, das am Samstag (19.30 Uhr) für die Piraten gegen KW Bestensee ansteht: "Was soll das da nur werden?" Der Trainer sagte, da sei es dann eine ganz andere psychologische Ausgangslage, denn gegen den VCO war seine Mannschaft in der Favoritenrolle und die liege ihr nicht.

Im ersten Satz spielten die Piraten noch souverän, hielten beim 25:22 die Gäste immer auf zwei, drei Punkte Distanz. "Den zweiten Satz hätten wir gewinnen müssen und dann wäre auch der dritte kein Problem gewesen", so Münz. Aber hätte, wäre - "wir haben zu viele Eigenfehler gemacht und den VCO so ins Spiel gebracht." Mit 21:16 führten die Piraten zwischenzeitlich im zweiten Satz, hatten dann zwei Satzbälle. Die vergaben sie, gerieten in Rückstand und verloren schließlich den Satz mit 26:28. "Wir waren zu nachlässig. Da hat sich einer auf den anderen verlassen", meinte Münz. Und genau das alles zog sich auch noch durch Satz drei, den die Gastgeber mit 23:25 wegschenkten.

Mitte des vierten Satzes konnten sich die Piraten wieder fangen, kamen über den Kampf ins Spiel zurück. Besonders der Holländer Jairo Hooi, der von Gäste-Coach Elmar Harbrecht zum besten Spieler der Gastgeber gewählt wurde, machte in der entscheidenden Phase wichtige Punkte für seine Mannschaft.

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