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Volleyball: Die Hoffnung stirbt zuletzt

Uhr | Aktualisiert 13.03.2012 19:52 Uhr
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Piraten-Fan Detlef Hempel

Am Mittwoch macht Piraten-Fan Detlef Hempel wieder richtig Rabatz in der Halle. (FOTO: MZ)

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Wer ein richtiger Fan ist, verliert nie den Glauben an seine Mannschaft. Detlef Hempel ist so einer. Er erzählt, warum die Piraten am Mittwoch siegen können.
MÜCHELN/SPERGAU/MZ. 

Hab' mein Wagen voll geladen, könnte der Müchelner Detlef Hempel am Mittwochfrüh bei der Fahrt zur Arbeit geträllert haben. Seine Ladung, so konnte Hempel versichern, sind allerdings nicht die in der nächsten Zeile des Volksliedes besungenen alten Weibsen, sondern Stimmungsmacher und Fanartikel.

Detlef Hempel ist, wie man an seiner Jacke und dem Basecap mit dem Piraten-Logo unschwer erkennen kann, Fan von Chemie Volley Mitteldeutschland (CVM). Bei jedem Heimspiel und so gut wie es geht auch bei Auswärtsspielen feuert er zusammen mit einem "harten Fan-Kern" von etwa zwölf bis 15 Personen den Spergauer Volleyballbundesligisten an.

"Ich muss die Sachen schon früh mitnehmen, da ich nach der Arbeit keine Zeit mehr habe, sie von zu Hause zu holen", erklärt der Müchelner den Grund, warum er seinen Wagen am Mittwoch voll geladen hat. Denn nach der Arbeit - er ist bei der Energieversorgung bei Dow tätig - führt Detlef Hempels Weg am Mittwoch in die Jahrhunderthalle nach Spergau. 17.30 oder 18 Uhr ist es dann, wenn er dort ankommt - 19.30 Uhr beginnt allerdings erst das Spiel. Er ist zu früh da.

Das ominöse Ticket von 2009

"Nein", sagt Hempel, "wir müssen ja noch alles aufbauen." Damit meint er den Piraten-Fanshop. Hempel und weitere Mitglieder aus dem CVM-Fanclub "Wild Pirates" betreuen ehrenamtlich den Stand, an dem es Shirts, Jacken, Kappen und vieles mehr mit dem Piraten-Logo gibt. Aber spätestens dann, wenn der erste Aufschlag im Spiel über das Netz geht, ist Hempel auf seinem Platz - auf Höhe des Netzes, immer in der ersten Reihe. Da wird getrommelt und mit einer Hupe, deren Akustik aus einer Pressluftflasche kommt, richtig Rabatz gemacht. "Vor jedem Spiel wird die Flasche mit 300 Bar Pressluft gefüllt", erzählt Hempel, damit er, auch wenn das Spiel mal über fünf Sätze geht, immer noch Krach machen könne.

Zwischen den Jahren 2002 und 2004, als der CVM - damals hieß der Verein noch VC Bad Dürrenberg / Spergau - Regionalliga spielte, war Detlef Hempel das erste Mal bei einem Spiel der Piraten. "Ich habe etwa bis zur Wende selbst Volleyball gespielt", sagt er und begründet damit sein Interesse an dem Sport. Seitdem die Spergauer in die 1. Bundesliga aufgestiegen sind, hat er eine Dauerkarte. Gut aufbewahrt in seiner Geldbörse trägt er sie immer bei sich. Eine Karte kramt er vor dem Spiel aber ganz besonders gerne heraus: 10. Januar 2009, Heimspiel gegen Generali Haching, steht auf dem Ticket. "Das habe ich aufgehoben", sagt Hempel. Klar ist damit, dieses Spiel müssen die Piraten gewonnen haben. Knapp? "Nein, in 3:1-Sätzen", sagt Hempel.

Bei Piraten-Sieg drittes Spiel

Das war allerdings in der Normalrunde und nicht bei einem dieser Alles-Oder-Nichts-Spiele in den Playoffs, wie das am Mittwoch eines ist.

In der Saison 2008 / 2009 schafften die Piraten das erste Mal den Weg in die Playoffs, ebenfalls als achtplatziertes Team. Und der Gegner dort hieß damals wie am Mittwoch Generali Haching. Nach 0:3 und 1:3 war nach dem Viertelfinale für die Spergauer Schluss. Wird es diesmal wieder so kommen?

Eine 0:3-Niederlage gab es ja am Sonntag beim ersten Aufeinandertreffen beider Mannschaften auch. Hempel hält es für am Mittwoch getreu dem Motto: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Und kramt wieder das Ticket von 2009 aus seiner Geldbörse. "Warum sollte es wie hier nicht noch einmal klappen", fragt er. Weil Haching Tabellenführer und Top-Meisterschaftsfavorit ist, ist die Antwort. Sollten die Piraten, die, wie Kapitän Jiri Stolfa sagt, vor heimischem Publikum noch einmal alles geben wollen, überraschend gewinnen, bekommen sie ein drittes Spiel - allerdings wieder in Unterhaching. Und dann wird, sofern es die Arbeit zulässt, auch Detlef Hempel die Jungs anfeuern.

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