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Fußball: Die Bernd-Schneider-Spiele von Querfurt

Uhr | Aktualisiert 03.01.2013 21:54 Uhr

Einer gegen alle: Bernd Schneider dribbelt sich durch die Abwehr der Querfurter Oldies. (FOTO: PETER WÖLK)

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15 Uhr wird es plötzlich ehrfürchtig ruhig in der Querfurter Mehrzweckhalle. Bernd Schneider läuft erstmals zum Mittelpunkt, um mit seinem Team gegen die Oldies von BSG Chemie Leipzig anzutreten.
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querfurt/MZ. 

Etwas später durfte auch die Alte Herren-Mannschaft der Querfurter gegen "Schnix and Friends" antreten. Und besonders Torhüter Lutz Junghans wird von einer Parade wohl noch mehrfach träumen. Als Ex-Nationalspieler Bernd "Schnix" Schneider einmal aus kurzer Distanz voll abzog, hechtete Junghans blitzschnell nach rechts und wehrte den Ball zur Seite ab. Der Hallensprecher beim Oldieturnier des Querfurter Bauspezi-Lehmann-Cup taufte den 52-Jährigen anschließend völlig zu recht auf "die Katze".

Nach der Partie lief dem Querfurter Torwart der Schweiß von der Stirn. Seine Emotionen konnte Junghans in nur ein einziges Wort gießen: "Geil!" Ein bisschen wollte Junghans die einmalige Bühne auch noch ausnutzen und versuchte die ehemaligen Profis auszutricksen, doch das ging eher nach hinten los. "Dafür sind sie noch zu ausgekocht", musste der Torwart hinterher feststellen. Für diese vergeblichen Versuche rügte ihn auch der Mannschaftsführer Torsten Günther, allerdings mehr im Spaß: "Hätte er nicht so rumgeschnickt, dann hätten wir nicht so hoch verloren." Neun Mal hat Junghans hinter sich greifen müssen.

Auf der anderen Seite schossen die Querfurter dafür als einziges Team satte drei Tore gegen "Schnix and Friends". Das sorgte für gute Laune unter den Fußballern. "Wir hatten diese Toreflut nicht erwartet", witzelte der doppelte Torschütze Steffen Kuras. "Steffen stand sogar kurz vor dem Hattrick", meinte sein Mannschaftskamerad Torsten Günther.

In den ersten Minuten ging der Außenseiter unter dem Beifall der 400 Zuschauer sogar mit 1:0 in Führung. Ein schöner kleiner Teilerfolg, auch wenn das Team von Bernd Schneider den Spieß später wieder umdrehte "Es ist schön, wenn die Heimmannschaft auch Tore schießt. Sie hatten ja gegen uns ihre ersten Treffer gemacht", sagte Bernd Schneider anerkennend nach der Partie. "Die drei Tore haben sie sich verdient, die waren auch kein Geschenk von uns." Bei seinem ersten Besuch in Querfurt musste der Ex-Profi zahlreiche Autogramm- und Fotowünsche erfüllen. Gefühlt die halbe Halle ging nach dem Turnier mit einem Andenken an Bernd Schneider nach Hause.

Die Querfurter Oldies schwebten nach der Partie gegen den Jenaer auf einer Welle der Glückseeligkeit. "Wenn wir jetzt noch den HFC schlagen, dann gehen wir hinterher alle an unser Handy und warten auf den Anruf von Sven Köhler", lachte der 40-jährige Günther. Das sollte den Querfurtern aber nicht mehr gelingen. Mit 2:4 unterlagen sie den HFC-Oldies. Aber dass die Querfurter Fußball-Rentner am Samstag überhaupt kein Spiel gewonnen haben, dürften ihnen angesichts der prominenten Gegner egal gewesen sein.

Selbst unter den Spielern des SV Germania Schafstädt, die im parallel laufenden Qualifikations-Turnier für den Halplus-Cup torlos auf dem letzten Platz landeten, herrschte gute Stimmung. "Wir haben Spaß gehabt. Bernd Schneider war da, was will man mehr", sagt Christian Weber. Der Kreisligist hat sich aber im Autogramme holen dezent zurückgehalten, nur ein Spieler ist für das Signum zum Ex-Leverkusener Schneider gegangen.

Sieger des Oldie-Turniers war wenig überraschend die Mannschaft Schnix and Friends, die über weite Strecken für Budenzauber sorgte und in vier Spielen 23 Tore schoss. Auf den Plätzen folgten die Oldie-Mannschaften von Rot-Weiß Erfurt, der BSG Chemie Leipzig und dem Halleschen FC vor dem VfL Querfurt.

Der HFC war in der Querfurter Mehrzweckhalle unter anderem mit den früheren Spielern Uwe Zorn und Michael Walther angetreten und kassierte mit nur vier Gegentoren die wenigsten gegen das Team Bernd Schneider.

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