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SV Union Halle-Neustadt: Ein Kantersieg - und alle sind unzufrieden

Uhr | Aktualisiert 21.10.2012 22:27 Uhr

Eileen Uhlig (2. von links) steuerte sechs Tore zum Union-Sieg bei. (FOTO: SCHULZ)

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Die Handballerinnen des SV Union Halle-Neustadt haben den ersten Saisonerfolg vor heimischer Kulisse in der 2. Bundesliga bejubelt. Die Saalestädterinnen feierten am Samstag gegen das Schlusslicht TSV Travemünde einen Kantersieg.
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Halle (Saale)/MZ. 

Als Thea Schwarz nach gut 20 Minuten auf das Feld kam, war bereits eine Vorentscheidung gefallen. Die Wildcats von Union Halle-Neustadt führten im Kellerduell der zweiten Handball-Bundesliga gegen Schlusslicht TSV Travemünde mit 17:9. Trotzdem setzte Trainer Michal Lukacin mit der Einwechslung der Spielführerin ein Zeichen. Mit Schwarz als vorgezogener Spitze in der Abwehr wollte er leichte Bälle gewinnen und das Ergebnis noch weiter in die Höhe schrauben. Das 37:21 (22:11) ist am Ende auch deutlich. Doch es war mehr drin.

Das gestand auch Thea Schwarz nach dem Spiel. "Wir haben die TSV-Torhüterin in der zweiten Halbzeit berühmt geworfen. Nur 21 Gegentore sind ein Top-Ergebnis, aber im Angriff hätten es eindeutig mehr als 40 Treffer sein müssen", sagte der Union-Kapitän. Und gab zu: "Als wir beim 33:15 mit 18 Toren weg waren, wussten alle, dass wir jetzt einen Puffer haben. Da haben wir die letzte Konzentration vermissen lassen." Acht hundertprozentige Möglichkeiten ließen die Wildcats in den zweiten 30 Minuten ungenutzt. Das gefiel auch Teammanager Frank Kastner nicht. "Wir hätten mehr als 40 Tore werfen müssen. Und bei solch einem Leistungsunterschied sind mir 21 Gegentore auch fünf zu viel", kritisierte er. "Uns fehlt noch der Killerinstinkt."

Dabei hatten die Wildcats vor 200 Zuschauern sehr konzentriert begonnen. Die Abwehr war von Beginn an hellwach und erkämpfte sich viele Bälle, die vor allem die mit neun Treffern beste Union-Schützin Stefanie Hummel mit Tempogegenstößen zu nutzen wusste. Über die Stationen 6:1 (9.), 13:4 (17.), 18:9 (25.) erspielte sich Union bis zur Halbzeit eine uneinholbare 22:11-Führung. Und als Stefanie Hummel, Jurate Kiskyte (2) und Sabrina Cichy unmittelbar nach Wiederbeginn gleich noch vier Treffer nachlegten, schien das Erreichen der 40-Tore-Marke nur eine Frage der Zeit. Bis zum 33:15 hielten die Wildcats diesen Kurs, ehe schließlich der Schlendrian einzog.

Eileen Uhlig verschoss einen Siebenmeter und binnen 120 Sekunden setzten Cichy, Schwarz und Fabienne Kracht drei Konter in den Sand. Drei Zuspielfehler bei Kontern setzten dem Ganzen die Krone auf. Bis zum 34:18 (51.) sah sich Lukacin das an, ehe er seine einzige Auszeit in dieser Partie nahm und das Personal noch einmal komplett durchwechselte. "Die seit dieser Saison neue Regel, dass eine Halbzeitpause jetzt 15 statt früher zehn Minuten dauert, ist einigen Spielerinnen nicht bekommen. Sie haben zu lange gebraucht, ehe sie wieder munter waren", sagte der Trainer. "Trotzdem bin ich zufrieden. Es kommt nicht so oft vor, dass sich alle Feldspielerinnen in einer Partie in die Torschützenliste eintragen können."

Union: Baranowska, Voigt; St. Hummel 9, Kiskyte 4, Schwarz 2, Jäger 1, Möschter 1, Cichy 2, Burde 1, J. Hummel 2, Kracht 4, Uhlig 6 / 4, Stuparicova 2, Michel 3

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