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SV Halle Lions: Murphy geht, Damm kommt

Uhr | Aktualisiert 13.12.2012 23:17 Uhr

Kayli Murphy hat ihren Vertrag bei den Lions aufgelöst. (FOTO: SCHULZ)

Samstag 18 Uhr steigt das letzte Hinrundenspiel der Saison für die SV Halle Lions. Gegner sind die Avides Hurricanes aus Rotenburg. Die Lions wollen ihren Platz unter den Top-Mannschaften halten, wissen aber um die schwierige Situation nach dem Weggang von Kayli Murphy.
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Halle (Saale)/mz. 

Mit den Hurricanes kommt die „Wundertüte“ der Liga nach Halle, denn die Mannschaft aus Niedersachsen war in dieser Spielzeit bereits Tabellenführer und konnte Wasserburg schlagen. Nach einem Trainerwechsel und einer Niederlagenserie steht das Team derzeit auf dem achten Tabellenplatz.

Die Avides Hurricans sind somit eine große Unbekannte. Ein passendes Bild malt Halles Coach Patrick Bär: „Wie bei einem Hurricane lässt sich auch bei den Basketballdamen aus der Kleinstadt zwischen Hamburg und Bremen in diesem Jahr nicht genau vorhersagen, welche Richtung sie einschlagen werden.“

Nach einer starken Anfangsphase, mit Siegen über Meister Wolfenbüttel und Ex-Meister Wasserburg, durfte das Team aus Deutschlands Norden kurz an der Tabellenspitze Luft schnuppern. Doch dann kam der Bruch. Die Mannschaft kam mit dem alten Trainer Roland Senger nicht mehr klar. Der Neue, Christian Greve, musste herbe Niederlagen gegen Herne und Bamberg hinnehmen.

Erst seit dem letzten Spieltag weiß er, dass sein Team wieder siegen kann. Das wurde auch gleich im Pokal unter Beweis gestellt. Mit einer starken mannschaftlichen Leistung wurde Bamberg besiegt und die Hurricanes zogen, wie die Lions, in das DBBL-Pokal Viertelfinale ein.

Kein leichtes Spiel für Lions

Halles Trainer Patrick Bär orientiert sich bei der Vorbereitung auf das letzte Heimspiel am „Leistungsmaximum“ des Teams aus Rotenburg. Das heißt: Die Hurricans können jeden schlagen. Mit Emma Stach hat das Team von Christian Greve auch die vielleicht derzeit beste Nachwuchsspielerin Deutschlands in ihren Reihen. Die 16-Jährige, die für ihre Leistung der vergangenen Saison bereits mit dem Titel Rookie of the Year ausgezeichnet wurde, konnte sich in dieser Saison noch einmal weiter steigern. Sie steht regelmäßig in der Starting-Five ihrer Mannschaft und kommt dabei auf starke 9,2 Punkte im Schnitt pro Partie.

Für Trainer Patrick Bär ist Emma Stach keine Unbekannte, beide haben schon 2011 bei der U16-Nationalmannschaft zusammengearbeitet und er freut sich auf ein Wiedersehen mit dem Nachwuchstalent. Rotenburg hat sich vor der Saison gezielt verstärkt, um noch breiter aufgestellt zu sein. Besonders gespannt ist Bär über das Zusammentreffen zwischen Centhy Hart und Tamara Tatham. Erstere wurde von Rotenburgs Manager Christoph Göx als „ähnlich wie Tatham“ beschrieben.

Bislang kommt sie in ihrer ersten Saison in Deutschland an keine der Werte von Halles Top 13 heran. Bär warnt jedoch vor der Konzentration auf vereinzelte Spielerinnen: „Generell kann man Teams in unserem Sport nicht an einer Spielerin festmachen. Gerade unser kommender Gegner lebt von seiner Tiefe und der Variabilität. Egal ob Hart, House, Mankertz, Meissel oder

Stach – von den Leistungsträgern kann jede einen Sahnetag erwischen und dann wird es richtig schwer für uns.“

Erstes Spiel ohne Murphy

Das letzte Heimspiel 2013 ist gleichzeitig das erste ohne Kayli Murphy. Sie hatte aus persönlichen Gründen um die Auflösung ihres Vertrages gebeten - dem wurde entsprochen. Seit Dienstag ist sie zurück in ihrer Heimat und bei ihrer Familie. Mit Murphy haben die Lions eine wichtige Stütze auf dem Parkett verloren, denn „der bisherige positive Verlauf unserer Saison hängt nicht zuletzt mit Kaylis Leistung zusammen“ betonte noch einmal Bär die Stellung Kaylis für das Team. „Am Samstag spielen wir also auch ein Stück für Kayli!“ Mit einem Sieg würden die Lions oben dran bleiben und könnten im neuen Jahr gleich wieder voll angreifen.

Rückkehr der Ex-Kapitänin

Bei den Innenspielern im Lions-Kader galt in dieser Saison ohnehin das Motto „Klasse statt Masse“. Nach dem Ausfall von Murphy ist die Situation bei den Großen deshalb angespannt. Mit Tamara Tatham und Christina Schnorr stehen nur zwei gelernte Kräfte für die Positionen 4 und 5 zur Verfügung. Deshalb wurde ein bekanntes Gesicht wieder reaktiviert.

Andrea Damm, Spielführerin bei den Lions bis zu ihrer Schwangerschaft im Jahre 2010, wird ihre 1,85 Meter noch einmal unter den Körben in die Waagschale werfen. Die 28-Jährige unterstützt die Mannschaft in dieser Saison noch immer regelmäßig im wöchentlichen Trainingsbetrieb. Aufgrund der besonderen Situation folgt nun also für die Partie gegen Rotenburg der Rücktritt vom Rücktritt.

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