Vorlesen

SV Halle Lions: Basketballerinnen verschenken zwei Punkte in Osnabrück

Uhr | Aktualisiert 03.02.2013 21:50 Uhr
Die Basketballerinnen des SV Halle haben in Osnabrück leichtfertig zwei Bundesliga-Punkte verschenkt. (SYMBOLFOTO: DPA) 
Die Lions verlieren in Osnabrück, weil ihr letzter Spielzug nicht aufgeht und verschenken damit leichtfertig zwei Bundesliga-Punkte.
Drucken per Mail
Halle (Saale)/Osnabrück/mz. 

Die Sorge wächst. Zum „Schlüsselspiel“ hatte Trainer Patrick Bär im Vorfeld das gestrige Bundesliga-Spiel in Osnabrück ausgerufen und an den Charakter seiner Basketballerinnen appelliert. Den Abwärtstrend unbedingt aufhalten, so das erklärte Ziel. Und das wurde verpasst.

56:59 verlor der SV Halle bei den Panthers und kassierte nach der Pleite gegen Oberhausen den zweiten Dämpfer in Folge. Das Team muss nun um seine komfortable Ausgangsposition vor den Meisterschafts-Playoffs bangen. Noch sind die Lions Tabellenzweiter - weil die Verfolger ebenso verloren. Doch schon am Wochenende droht der Sturz aus den Top Vier, die in den K.o.-Spielen auf einen Heimvorteil bauen können. Dann geht es nach Freiburg. Gegen die Eisvögel ging schon das Hinspiel verloren.

Mehr Leben im Team

In dieser an sich bedrohlichen Lage streckt Bär jedoch die Brust raus. „Das war schon ein Schritt nach vorn“, sagt der Coach und begründete dies so: „Es war mehr Aktion, mehr Leben in unserem Spiel nach den schwachen Leistungen zuvor.“ Und warum mündete der Schritt in einem Ausrutscher? „Weil der Plan für die letzten zehn Sekunden nicht aufgegangen ist“, so Bär.

Das Geschehen der Schlüsselszenen: Osnabrück führt 57:55, da begeht Panthers-Spielerin Jessica Höötmann ein unsportliches Foul. Konsequenz: zwei Freiwürfe und anschließender Ballbesitz für die Lions. Nachdem Tamara Tatham nur einen Wurf versenkt, nimmt Patrick Bär eine Auszeit. Seine Ansage: Rein in die gegnerische Defensive, ein Foul ziehen, Freiwürfe verwandeln, in Führung gehen und die dann im letzten Bruchteil des Spiels verteidigen. Betraut mit dem Ballträger-Job wird Daphanie Kennedy. Und sie tut wie ihr geheißen.

Doch plötzlich stockt sie im Dribbling - völlig perplex. Das gewünschte Foul kommt nicht. Was tun? Kennedy entscheidet sich für einen Pass nach außen. Nur da steht niemand im Lions-Trikot. Der Ball segelt ins Aus, geht an Osnabrück. Nun müssen die Hallenserinnen auf Teufel komm raus foulen. Doch weil das Team bislang recht brav war, gibt es erst nach der dritten Attacke Freiwürfe für Osnabrück. Und die verwandelt Alison Renee Schwagmeyer zum 59:56. Da auch der letzte verzweifelte Dreier-Versuch von Kennedy nur auf dem Ring landet, gibt es keine Verlängerung. Osnabrück jubelt.

Die Stars als Sorgenkinder

Irgendwie war jedoch symptomatisch für die jüngere Vergangenheit, dass ausgerechnet die Lions-Stars Tatham und Kennedy in den entscheidenden Momenten schwächelten. „Ich denke nicht, dass sie Pflegefälle sind“, sagt Bär. „Sie stehen nur manchmal der Situation ratlos gegenüber, dass sie die gegnerischen Spielerinnen inzwischen genau studiert haben und gegen sie clever verteidigen.“

Was zweifellos stimmt. Aber auch die Statistik des gestrigen Spiels ist eine klare Aussage: Tatham machte 17 Punkte, traf aber nur sieben von 16 Versuchen: 43 Prozent. Sechs von 16 Würfen von Kennedy fanden das Ziel und reichten für 15 Zähler: 37 Prozent. Außerdem leisteten sie sich sechs (Tatham) und fünf Ballverluste. Die Quoten machen Sorge.

Auch interessant