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Handball: Hält Union am grünen Tisch die Klasse?

Uhr | Aktualisiert 06.03.2012 22:14 Uhr
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Feuer frei für die Wildcats

Feuer frei für die Wildcats (von links): Stefanie Praetzel, Thea Schwarz, Sandra Hildebrandt, Eileen Uhlig, Monic Burde, Anne Michel, Jurate Kiskyte und Peggy Hesse werfen sich warm. (FOTO: ARCHIV/STEFAN RÖHRIG)

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Die Wildcats, aktuell als Tabellen-13. auf einem Abstiegsplatz, würden mit diesem Rang am Saisonende in der zweiten Liga bleiben.
Halle (Saale)/MZ. 

Kaum noch jemand erinnert sich daran. Wie auch? Schließlich betraf der Fall ja die erste Handball-Bundesliga der Frauen. Wenige Tage vor Beginn der Saison im August letzten Jahres meldete dort Kickers Sindelfingen Insolvenz an und zog seine Mannschaft vom Spielbetrieb zurück. Damit war der Verein erster Absteiger, ohne überhaupt ein Spiel ausgetragen zu haben. Die Mannschaft verstreute sich danach in alle Himmelsrichtungen. Unter anderem bedienten sich die Zweitliga-Rivalen von Union Halle-Neustadt, der TuS Metzingen, der TV Nellingen und die SG Bietigheim noch kurzfristig aus dem personellen Nachlass der Kickers.

Aber auch die Wildcats selbst könnten im laufenden Spieljahr noch ihren Nutzen aus dem Sindelfinger Rückzug ziehen. "Die Insolvenz der Kickers Sindelfingen schlägt auch direkt auf die Abstiegsregelung in der zweiten Bundesliga durch", sagt Berndt Dugall, der Vorsitzende der Handball Bundesliga Frauen (HBF). "Am Ende der Saison steigen - Stand heute - nur drei Mannschaften aus der zweiten Liga ab. Die Anzahl der Absteiger kann sich sogar noch verringern, wenn aktuelle Erst- oder Zweitligisten keine Lizenz erhalten beziehungsweise beantragen oder Drittligisten ihr Aufstiegsrecht nicht wahrnehmen." Und diese Gefahr besteht tatsächlich, weil die neue zweite Liga bei den Vereinen wegen des enormen logistischen und finanzielle Aufwandes nicht unbedingt beliebt ist.

Das heißt: Die Wildcats, aktuell als Tabellen-13. auf einem Abstiegsplatz, würden mit diesem Rang am Saisonende in der zweiten Liga bleiben. Teammanager Frank Kastner (Foto) kennt die veränderte Situation, will darüber aber nicht diskutieren. "Wir haben den Anspruch, den Klassenerhalt sportlich zu schaffen. Die Frauen sollen sich in die letzten acht Spielen richtig reinhängen, dann wird das auch was", sagt er. Und: "Auch die neue Regel ist kein Ruhekissen, denn unser Vorsprung auf den Drittletzten Altlandsberg beträgt nur einen Punkt."

Kastner plant für die neue Saison zweigleisig. Er gibt zu, dass der derzeitige Tabellenplatz für die Verhandlungen mit neuen Spielerinnen nicht förderlich ist. "Aber wir müssen auch für den schlimmsten Fall gewappnet sein und ein Team zusammenstellen, das den Betriebsunfall schnell reparieren kann." FOTO: LÖFFLER

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