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Eishockey: Saale Bulls knacken Fass erst im Penalty-Schießen

Uhr | Aktualisiert 23.12.2012 23:00 Uhr
Halles Torjäger Robin Slanina (Mitte) scheitert mit einem Schussversuch an Berlins Jonas Gerstung (l.) und Torwart Justin Schrörs. (FOTO: SCHULZ) 
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Viermal gehen die Saale Bulls gegen Berlin in Führung, viermal kassieren sie prompt den Ausgleich. Am Ende steht ein knapper Sieg nach Penalty-Schießen.
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Halle (Saale)/MZ. 

Zum Schluss tanzten die Saale Bulls auf dem Eis. Geschafft, abgekämpft, aber auch glücklich. Die Cheerleaderinnen standen daneben und staunten. Als hätten sie den Herren Eishockeyspielern in einem Crash-Kurs die notwendigen Tanzschritte beigebracht. 4:3 nach Penalty-Schießen gewannen die Saale Bulls am Sonntagabend gegen die junge Mannschaft von Fass Berlin. Und dabei gab es einige Helden zu feiern.

Torwart Braeden Johnsen zum Beispiel, der gleich vier Penaltys hielt. Oder Ivan Kolozvary, der das 100. Saisontor für die Saale Bulls erzielte. Aber auch den zweifachen Torschützen Robin Slanina.

"Das war zum Schluss ein spannendes und hochklassiges Spiel. Aber wir sind jetzt alle froh, dass wir über Weihnachten ein paar Tage Urlaub haben. Den haben einige Spieler auch bitter nötig. Am Donnerstag erst sehen wir uns zum Training wider", sagte Trainer Jiri Otoupalik. Auf ein paar Tage Abschalten freut sich auch Slanina: "Ich habe heute zwei Tore gemacht, da war ehrlich gesagt auch eine Menge Glück dabei. Dazu bin ich Spieler des Tages geworden. Das tut gut. Jetzt freue ich mich auf Weihnachten."

Lange hatte es gedauert, bis die Saale Bulls gegen die Studentenmannschaft aus Berlin einen Plan gefunden hatten. Nach einem weitgehend ereignislosen ersten Drittel spielte Fass auch im zweiten Durchgang zunächst durchdachter, schneller und ideenreicher. Marcel Ziegler hatte nach Fehlpass von Daniel Sevo und anschließendem Foul in der 26. Minute sogar die Chance, die Gäste in Führung zu bringen. Er scheiterte jedoch mit seinem Penalty an Halles Torwart Johnsen.

Es war tatsächlich der Warnschuss, um das Spiel der Saale Bulls etwas auf Touren zu bringen. Robin Slanina versuchte es immer wieder, Michal Schön scheiterte am 18 Jahre alten Fass-Torwart Justin Schrörs, Ivan Kolozvary traf völlig frei vor dem Tor den Puck nicht.

Doch dann nach immerhin schon 35 Minuten war die Führung fällig. Torschütze? Natürlich Slanina.

Mit der Führung nach zwei Dritteln war freilich der Widerstand von Fass Berlin nicht gebrochen. Ausgerechnet Ziegler, der zuvor im Penalty gescheitert war, gelang nach 43 Minuten der Ausgleich. Weil sich acht Minuten lang wieder nichts tat, Fass Berlin sich das Leben mit zeitweise drei Spielern auf der Strafbank selbst schwer machte, war es wieder Zeit für Slanina: Im Überzahlspiel fünf gegen drei machte der gebürtige Tscheche sein zweites Tor. Doch nur eine Minute später war wieder alles ausgeglichen. Patrick Czajka glich aus.

In den letzten zehn Minuten hatte das Spiel dann alles, was man sich von Beginn an gewünscht hatte: Tempo und Klasse. Gekrönt zunächst mit einem ganz besonderen Tor, dem 100. Saisontor der Saale Bulls: Kolozvary ließ sich als Torschütze feiern, Slanina gab die Vorlage. Doch fast im Gegenzug wieder Penalty für Fass. Torwart Johnsen blieb zum zweiten Mal Sieger, diesmal gegen Czajka. Wieder nur Sekunden später dann doch das 3:3, John Koslowski traf für Fass. Dabei blieb es bis zur 60.Minute und auch in den folgenden fünf Minuten der Verlängerung.

Die an diesem Abend schon sorgsam geübten Penaltys mussten nun entscheiden. Sevo verwandelte den ersten mit viel Glück für Halle, doch Ryz Demydov egalisierte auch die vierte Führung. Nachdem Kolozvary und Czajka gescheitert waren, behielt Robin Sochan die Nerven. Schließlich scheiterte Jonas Schlenker an Johnsen.

Der Deutsch-Kanadier hielt damit seinen vierten Penalty an diesem Abend in der Volksbank-Arena. Und selbst Saale-Bulls-Präsident Daniel Mischner schmunzelte nach dem turbulenten Ende, obwohl nur zwei statt der drei angestrebten Punkte in Halle blieben: "Zufrieden? Ja doch, eigentlich schon."

Teil drei des Festtags-Programms der Saale Bulls folgt dann am Freitag mit dem Prestige-Duell gegen Leipzigs Icefighters. Wichtig für alle Saale-Bulls-Fans: Mit dem Ticket vom Leipzig-Spiel gibt es dann am Sonntag gegen Preußen Berlin die Eintrittskarte zum halben Preis.

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