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Eishockey: Saale Bulls kassieren erste Niederlage

Uhr | Aktualisiert 04.11.2012 23:08 Uhr
Chancenlos: Torwart Dustin Haloschan und Robin Sochan (8). (FOTO: SCHULZ) 
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Nach neun Siegen ist die Serie der Saalebulls gerissen. Bei den Icefighters Leipzig verloren sie mit 5:1 (2:0, 2:1, 1:0). Den einzigen Treffer für Halle erzielte Troy Bigam.
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Halle (Saale)/MZ. 

Die ersten skeptischen Blicke gab es schon bei der Aufwärmrunde im Zelt-Provisorium in Taucha. Das Eis verursachte das Magengrummeln. Stumpf, "wie auf einem zugefrorenen Weiher", wie es Saale-Bulls-Verteidiger Kai Schmitz ausdrückte. Hinzu kam, dass die Eisfläche wesentlich kleiner als in der heimischen Volksbank-Arena ist.

Die Sorgen um das Eis klingen ein bisschen wie eine billige Ausrede nach der 1:5-Niederlage Sonntagabend bei den Icefighters in Leipzig. Es war die erste Saisonpleite der Saale Bulls nach der "mit Abstand schwächsten Saisonleistung", wie es Präsident Daniel Mischner ausdrückte.

Das Eis taugt natürlich nicht als Erklärung. Auch nicht die aufgeheizte Atmosphäre mit 1 420 Zuschauern auf engstem Raum. Was also dann? Am ehesten noch die schön-schlechte Tradition, dass Halle eben nicht in Leipzig gewinnen kann. Genauso wie im Vorjahr, als beide Spiele 3:4 und 2:3 verloren gingen. "Ich verstehe es einfach nicht, warum wir uns jedes Mal in Leipzig so schwer tun", sagte Kapitän Benjamin Thiede.

Am Sonttag kassierten die Saale Bulls alle fünf Gegentore in Unterzahl. Torwart Dustin Haloschan hatte zudem einen schwarzen Tag erwischt und musste mindestens zwei Tore auf seine Kappe nehmen. Dass in der Abwehr Daniel Sevo wegen seiner Matchstrafe aus dem Freitagspiel gegen Fass Berlin fehlte, sorgte zusätzlich für Probleme.

Trainer Jiri Otoupalik musste feststellen, dass sich seine Mannschaft nur am Ende des zweiten Drittels richtig wehrte. Öffentlich kritisieren wollte er das nicht. Aber er wird heute seinen Spielern dafür um so eindringlicher den Marsch blasen. Ihnen sagen, dass im Vorbeigehen in dieser Oberliga nichts zu gewinnen ist.

Die Saale Bulls mussten am Sonntag noch zwei personelle Rückschläge verkraften. Erst zog sich Eric Wunderlich einen heftig blutenden Riss zwischen Nase und Lippe zu, als er nach einem Zweikampf auf die Schlittschuhe des Leipzigers Lars Müllers stürzte. Ab der 23. Minute musste auch Kapitän Thiede zuschauen, weil er eine Spieldauerstrafe für einen Stockschlag bekam. Leipzig zog dann schnell auf 4:0 davon, der Ehrentreffer durch Troy Bigam in der 29. Minute blieb das einzig Zählbare an diesem Tag.

Trotzdem fand Präsident Mischner noch etwas Positives: "Aus Marketing-Sicht ist die Niederlage gar nicht schlecht. So ist wenigstens für Spannung im nächsten Derby gesorgt."

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