Vorlesen

Eishockey: Saale Bulls feiern erneuten Pokalsieg

Uhr | Aktualisiert 13.01.2013 22:41 Uhr
Der Ersatzkapitän in Aktion: Troy Bigam nahm den Pokal entgegen und jubelte dann mit seinem Team. (FOTO: SCHULZ) 
Von
Die Saale Bulls haben zum vierten Mal in Folge den Ligapokal gewonnen. Nach dem 5:3-Sieg am Freitag in Erfurt behielten sie auch in der heimischen Halle mit 8:4 die Oberhand.
Drucken per Mail
Halle (Saale)/MZ. 

Um genau 20.45 Uhr stand Troy Bigam im Rampenlicht. Er stemmte die wuchtige Trophäe des Liga-Pokals den Fans entgegen. Es war das sichtbare Zeichen dafür, dass die Saale Bulls ihren ersten zählbaren Erfolg in dieser Eishockey-Saison perfekt gemacht hatten. Das Team gewann am Sonntag gegen die Black Dragons aus Erfurt mit 8:4, der zweite Erfolg nach dem 5:3 vom Freitagabend. In der Gesamtwertung stand also 13:7, eine auch zahlenmäßig recht klare Angelegenheit beim vierten Erfolg in Serie in diesem Pokal-Wettbewerb.

In Gedanken in Saudi-Arabien

Troy Bigams Gedanken kreisten in diesem Moment vor allem um zwei Sachen. Da war zunächst einmal ein gewisser Wiedererkennungswert zum Triumph im Vorjahr gegen die Hannover Braves. Da kam Bigam noch eine recht handwerkliche Rolle zu. Als Mundschenk verteilte er aus dem prall gefüllten Pokal den Sekt an seine Mitspieler. "Ich weiß noch, dass dabei irgendwie der Deckel kaputt ging. Aber inzwischen ist das alles wieder geklebt und sieht perfekt aus. So wie es sich gehört", sagte der 37 Jahre alte Deutsch-Kanadier schmunzelnd. Der zweite Gedanke gehörte seiner Freundin Daniela, die ihn in dieser Woche in Halle besucht hatte und nun wieder als Stewardess rund um die Welt unterwegs ist. "Sie müsste jetzt in Riad in Saudi-Arabien angekommen sein. Sie wird früh genug von unserem Erfolg erfahren."

Dass Troy Bigam die Ehre zuteil wurde, im Mittelpunkt der Pokalübergabe zu stehen, hatte auch mit dem Ärger vom etatmäßigen Kapitän Benjamin Thiede zu tun. Der stand reichlich abseits und war auffallend einsilbig. Mitte des zweiten Drittels hatte Thiede eine Spieldauerstrafe nach einem Foul gegen den Erfurter Maximilian Dimitrovici bekommen. Der lag danach minutenlang auf dem Eis und musste mit einer Gehirnerschütterung hinausgetragen werden.

"Ich ärgere mich über mich selbst. Das war natürlich ein harter Check von mir. Völlig unnötig, weil ich weit weg stand", sagte Thiede nach Spielschluss. In dem Moment wurde ihm richtig klar, dass es eigentlich sein Part gewesen wäre, den Pokal in die Höhe zu stemmen.

Feier im Nachtschwärmertreff

So fiel die Rolle Bigam zu. Auf der einen Seite logisch, weil er ohnehin Thiedes Stellvertreter ist. Andererseits aber auch, weil er wieder einmal der überragende Spieler war. Schon am Freitag hatte Bigam mit zwei Treffern für den entscheidenden Vorsprung im Hinspiel gesorgt. Am Sonntag hatte er wieder an entscheidender Stelle das Spiel geprägt. Diesmal sogar mit drei Toren. Das erste zum 3:1 unmittelbar vor der ersten Drittelpause, die beiden anderen im letzten Drittel zum 7:2 und 8:3 - in einer Phase also, als längst alles entschieden war.

Bigam strahlte. Daneben Trainer Jiri Otoupalik, der auch restlos zufrieden war: "Wir haben hart gearbeitet und unser erstes Ziel erreicht. Super."

Bigam, Otoupalik uns die komplette Mannschaft zogen anschließend ins Flower-Power, den nächtlichen Treff für Halles Tanzwütige. Die Fans zogen hinterher. Freibier war versprochen.

Auch interessant