Vorlesen

Eishockey: Neuzugang Ervin Masek bei Saale Bulls

Uhr | Aktualisiert 05.12.2012 22:29 Uhr
Immer noch mit viel Spaß auf dem Eis: Ervin Masek. (FOTO: SCHULZ) 
Von
Neuzugang Ervin Masek wohnt in dem kleinen Städtchen Landsberg vor den Toren Halles in einem Hotel. Masek ist zufrieden mit seiner neuen Heimat.
Drucken per Mail
Halle (Saale)/mz. 

Marcel Weise und Arthur Gross haben vor fünf Jahren Eishockey in das kleine Städtchen Landsberg vor den Toren Halles gebracht. Sie waren die ersten Spieler der Saale Bulls, die im schmucken Hotel Landsberg wohnten. Das wird vom eishockeyverrückten Bayer Johann Seidl geführt. Auch deshalb haben sich seitdem immer wieder vor allem die tschechischen und slowakischen Spieler bei den Saale Bulls für Landsberg entschieden.

Zuletzt wohnten dort Jan Fadrny und Tomas Burian, aktuell Ivan Kolozvary und seit Montag auch Ervin Masek, die neue Verpflichtung des Eishockey-Oberligisten. „Wenn ich mich nicht verrechnet habe, ist das jetzt der zehnte Spieler der Saale Bulls, der bei mir wohnt“, sagt Hotel-Chef Johann Seidl.

Und Nummer zehn ist zufrieden mit seiner neuen Heimat. „Falls ich noch Zweifel hatte, ob Halle wirklich eine gute Wahl ist. Hier im Hotel wurden sie mit dem ersten Grüß Gott endgültig zerstreut. Und die Küche lässt auch Heimatgefühle aufkommen“, sagt Masek. Zum Kasslerbraten, den er am Montag serviert bekam, fällt ihm nur „Klasse“ ein. Längst hat er entdeckt, dass auch das tschechische Nationalgericht Gulasch mit Knödel auf der Speisekarte steht.

„Ich bin ganz zufrieden, dass ich hier so ein bisschen außerhalb wohne. Ich bin sowieso nicht mehr der Typ, der jeden Abend auf die Piste muss“, sagt Masek und gibt damit selbst den Anstoß auf die unvermeidbaren Fragen nach seinem - für einen Leistungssportler - geradezu biblischen Alter.

20. August 1967 steht in seinem Pass als Geburtsdatum. Wie 45 Jahre und bisschen mehr als drei Monate kommt Masek nun aber wirklich nicht daher, sieht man mal von den ersten grauen Haaren ab. „Klar, werde ich immer wieder auf mein Alter angesprochen. Aber ich fühle mich tatsächlich wie Anfang 30“, sagt er lachend und setzt noch einen drauf: „Sagen wir: Mitte 20.“

Dass Masek so mit seinem Alter und seiner auf den ersten Blick erkennbaren Fitness kokettiert, hat damit zu tun, dass er mit Ausnahme einer Schulteroperation vor zwei Jahren von schweren Verletzungen bislang komplett verschont blieb. „Ich habe noch jede Menge Spaß und Lust auf Eishockey. Und jede Menge Motivation, bei einem gut geführten Verein noch etwas zu erreichen.“

Daran fehlte es im letzten Vierteljahr beim Bayernligisten Königsbrunn, bei dem er seine Karriere langsam ausklingen lassen wollte. Masek: „Ich kann noch ein bisschen mehr. In der Bayernliga kann ich immer noch spielen. So lange, bis ich tatsächlich Rentner bin.“

In seiner tschechischen Heimat hatte es Masek schnell bis in die erste Mannschaft des Ausnahmeklubs Dukla Jihlava geschafft. Seit 20 Jahren spielt er Eishockey in Deutschland und hat auch längst einen deutschen Pass. Kaufbeuren, Regensburg und dann vier Jahre lang bei den Lausitzer Füchsen in Weißwasser waren seine Stationen.

40, 50 Einsätze standen in jeder Saison in seinem Startbuch, zuletzt auch noch mal 45 Spiele in Weißwasser in der zweiten Liga. So einer muss einfach fit sein. „Wir haben auch nicht lange überlegt, Masek zu verpflichten. Wir sind überzeugt, dass er uns sofort weiterhelfen kann“, sagt Saale-Bulls-Präsident Daniel Mischner.

Er sagt das auch, weil der Verein mit älteren Spielern immer gute Erfahrungen gemacht hat. Jedrzej Kasperczyk war mit 43 Jahren noch Kapitän, Martin Miklik ist mit 40 immer noch einer der besten Torjäger der Saale Bulls. Hinzu kommt, dass Masek bei den Saale Bulls auch jede Menge alte Bekannte trifft. Mit Daniel Sevo hat er vor fünf Jahren gemeinsam in Regensburg gespielt, Robin Sochan war vor drei Jahren sein bester Freund in Weißwasser.

Am Wochenende will Masek bereits in den beiden Pokalspielen das Trikot der Saale Bulls tragen. Er gibt jedoch ehrlich zu, dass er nicht genau weiß, was ihn da erwartet: „Das Niveau in der dritten Liga kann ich schlecht einschätzen. Aber nach ein, zwei Spielen finde ich mich zurecht.“

Auch interessant