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Eishockey: Nach gleichem Drehbuch

Uhr | Aktualisiert 18.03.2012 23:40 Uhr
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Ivan Kolzvary

Ivan Kolzvary bejubelt seinen Treffer zur 1:0-Führung in der allerersten Spielminute. (FOTO: ANDREAS LÖFFLER)

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Die Saale Bulls gewinnen auch das zweite Viertelfinal-Spiel gegen Füssen. Die Dramatik erinnert an die Erstauflage. Nun hat Halle den ersten Matchball.
Halle (Saale)/MZ. 

Die bärtigen Gesellen der Saale Bulls haben wieder zugeschlagen. Sie gewannen am Sonntag auch das zweite Playoff-Spiel im Viertelfinale zum Aufstieg in die zweite Eishockey-Bundesliga gegen Füssen. Jetzt haben sie Matchball, den ersten von dreien. Nur noch ein Sieg - und das Halbfinale ist perfekt.

Vieles war wie bei der ersten Auflage des Duells am Freitag im Ostallgäu. Das Endergebnis von 5:4 (2:1, 1:1, 2:2) wiederholte sich. Die Dramatik des Spiels mit all seinen unnötigen Zittereinlagen auch. "Wir haben es uns wieder einmal selbst schwer gemacht. Aber was soll´s. Wir haben jetzt zwei Spiele gewonnen und sind kurz vor dem Ziel", sagte Uwe Liebetrau, der Co-Trainer der Saale Bulls.

Das Spiel war gerade mal 21 Sekunden alt, da schlug es das erste Mal im Tor der Füssener ein. Ivan Kolozvary war der Torschütze. Auch wenn es sich auf die Schnelle nicht mit hundertprozentiger Sicherheit recherchieren ließ: Es dürfte das schnellste Tor in der achtjährigen Vereinsgeschichte gewesen sein. Nach einer Minute und 58 Sekunden fiel schon das 2:0 durch Kapitän Benjamin Thiede. Alles schien sehr zeitig und sehr deutlich seinen Lauf zu Gunsten der Gastgeber zu nehmen. Doch dann kam wieder ein gewisse Portion Übermut hinzu - wie schon am Freitag. Der rächte sich wieder gegen die Füssener Mannschaft mit dem Anschlusstreffer in der 13. Minute durch Yannick Baier.

Im zweiten Drittel dann der erneute Versuch, schnell für klare Verhältnisse zu sorgen. Nach einem doppelten Doppelpass mit Kolozvary erhöht Florian Eichelkraut auf 3:1. Doch dann kassierten die Hallenser innerhalb von zwei Minuten Füssens Ausgleich durch die Treffer von Daniel Schmölz und Sebastian Woltsch.

Neuer Anlauf: Das dritte Drittel war dann ein Spiegelbild der ersten beiden Abteilungen. Zunächst gab es den hochkonzentrierten Start der Saale Bulls mit einem Überzahltor von Sebastian Lehmann nach genialer Vorarbeit von Kolozvary. Troy Bigam schoss unter dem Jubel der 3 200 Zuschauer das scheinbar beruhigende 5:3. Doch nach Füssens viertem Treffer durch Ruslan Bestschastny, der wörtlich übersetzt "Ohne Glück" heißt, begann wieder das große Zittern. Aber Halle brachte den zweiten Sieg dann am Ende doch hochverdient ins Ziel - natürlich mit einer gewissen Portion Glück.

Und auch dank Torwart Lukas Steinhauer, der alles gehalten hat, was er halten konnte. "Auch wenn es am Ende genauso knapp war wie am Freitag: Wir haben heute wesentlich konzentrierter gespielt und standen viel sicherer in der Deckung. Am Ende ist es sowieso egal. Es steht 2:0", sagte er und schaute gleich voraus. "Am Dienstag soll der dritte Sieg folgen. Dann stehen wir im Halbfinale und haben bis dahin mal ein paar Tage frei zum Verschnaufen", so Steinhauer. Der Torwart sieht es auch nicht als Nachteil an, dass mit einem zeitigen Ende der Viertelfinal-Playoffs etwa die Konzentration nachlassen könnte. "Im Gegenteil, wir können neue Kräfte tanken. Und dann geht"s es weiter."

Großes Lob gab es am Ende auch von Füssens Trainer Georg Holzmann: "Hut ab. Halle spielt wie eine ausgebuffte Profi-Mannschaft", sagte er. Viel mehr Anerkennung ist eigentlich kaum möglich.

Das nächste Spiel beginnt am Dienstag um 19.30 Uhr in der Arena in Füssen. Bis dahin gilt: Rasiert wird nicht! Denn bislang hat das Glück gebracht.

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