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Dritte Liga: Das Ende der Flüche - der HFC siegt wieder

Uhr | Aktualisiert 11.11.2012 22:57 Uhr
Tor für Halle, der Stürmer Michael Preuß (9) erzielt das 1:0 und jubelt mit Andis Shala (11). (FOTO: WORBSER-SPORTFOTOGRAFIE) 
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Der Hallesche FC hat mit einer engagierten Leistung sein Auswärtsspiel bei Alemania Aachen mit 3:0 gewonnen. Nach einem Platzverweis nutzte der HFC in der Schlussphase eiskalt seine Konterchancen.
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Aachen/Halle (Saale)/MZ. 

Wer das Stadion am Tivoli in Aachen betritt, ist unweigerlich mit Geschichte konfrontiert. Die Alemannia hat sich einen eigenen „Walk of Fame“ zugelegt. Sterne mit Namen wie Jan Schlaudraff, Sergio Pinto oder Jörg Schmadtke zieren die Steinplatten vor der Arena. Sie erinnern an die größte Stunde des Vereins, an den Bundesliga-Aufstieg 2006.

Von solchem Ruhm ist die Alemannia inzwischen weit entfernt. Am Samstag gewann der Aufsteiger Hallescher FC in Aachen mit 3:0 und zog in der Tabelle sogar am Zweitliga-Absteiger vorbei. Und geradezu bezeichnend: Die Alemannia war ein willkommener Gegner für den HFC, um eine ganze Serie von Flüchen endlich zu beenden.

Zehn sieglose Spiele lagen hinter dem Team von Trainer Sven Köhler. Ebenso zehn Spiele, in denen sich der HFC immer mindestens ein Gegentor eingefangen hatte. Vom leidigen Thema Stürmertor gar nicht zu reden. „Aber“, gab Mittelfeld-Motor Erich Sautner zu bedenken, „wir haben schon in der zweiten Halbzeit beim 2:2 gegen Bielefeld gemerkt, dass wir nicht tot sind.“

Genau das zeigte der HFC am Samstag durchaus eindrucksvoll und lieferte eine kämpferisch starke Leistung ab. „Wir haben uns als Mannschaft reingehängt“, lobte Köhler. Sautner sah den Schlüssel zum Erfolg in den gezielten Nadelstichen, die man immer wieder setzen konnte. „Das haben wir im Training geübt. Auf dem Feld haben wir dann gemerkt, dass Aachen nicht die besten Fußballer in der Abwehr hat.“

Die standen eher in den Reihen des HFC. Denn die Defensive hielt nach zehn Partien mit 21 Gegentreffern endlich wieder mal eine Null. Mutig verteidigte das Team, ging „früh auf die Gegner drauf“, so Sautner. Und wenn dann doch einer patzte, war auf Schlussmann Darko Horvat Verlass. In der sechsten und 33. Minute behielt der 39-Jährige mit blitzschnellen Reaktionen zweimal gegen Aachens Marcel Heller die Oberhand.

Einer der wichtigsten Faktoren für den Erfolg lag aber auch in eben jenem Glück, das den Hallensern in dieser Saison bisher häufig gefehlt hatte. Kurz nach der Pause verhinderte der Pfosten die Alemannia-Führung per Kopf durch Robert Leipertz. „Wir können froh sein, diese brenzligen Situationen überstanden zu haben“, so Köhler.

Doch kassiert man hinten mal keinen Treffer, klappt’s auch plötzlich auf der anderen Seite. Denn im Sturm endete in der 54. Minute Fluch Nummer drei. Als Dennis Mast erst zu Sautner durchsteckte und der von der Grundlinie flach in die Mitte passte, ging Michael Preuß dem Ball am kurzen Pfosten entgegen und musste nur noch einschieben. 1 494 Minuten ohne Stürmertor waren endlich Geschichte. „Das war natürlich geil“, sagte Preuß, dem in den letzten Partien bereits zwei Tore gelungen waren - wegen Abseits und Foul hatten beide jedoch nicht gezählt.

Dass der HFC nach dem 1:0 noch etwas zittern musste, überraschte Köhler nicht: „So gut sind wir nun einmal nicht, dass wir so eine Führung einfach runterspielen.“ In die Karten spielte den Gästen, dass Aachens Kapitän Albert Streit wegen Foulspiels (32.) und Meckerns (75.) Gelb-Rot sah und die Rot-Weißen anschließend eine neue Qualität entdeckten: das Kontern. Toni Lindenhahn (88.) und Mast (90.) erhöhten so auf 3:0.

Drei Flüche zu beenden ist das eine, die bösen Geister auf Dauer fernzuhalten das andere. So warnte Köhler, kurz bevor er in den Bus stieg: „Das war noch keine Wende.“

Doch was bleibt, sind die drei Punkte, geholt in einem schmucken Stadion, das bessere Tage als diese gesehen hat. „Das war ein tolles Erlebnis für uns, in diesem schönen Stadion zu spielen“, sagte Köhler beeindruckt.

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