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Basketball: Lions siegen mit 72:60 gegen Marburg

Uhr | Aktualisiert 25.11.2012 22:23 Uhr

Daphanie Kennedy (li.) und Tamara Tatham waren einmal mehr die Erfolgsgaranten für die Lions. (ARCHIVFOTO: LÖFFLER)

Nach dem 77:69-Erfolg am vergangenen Wochenende gegen die Rhein Main Baskets haben die SV Halle Lions einen weiteren wichtigen Sieg in der Basketball-Bundesliga eingefahren.
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Halle (Saale)/MZ. 

Es gibt Szenen bei sportlichen Duellen, die viel über Moral und Willen einer Mannschaft aussagen. Bei den SV Halle Lions gab es am Samstagabend im Bundesligaspiel gegen Marburg, das die Hallenserinnen souveräner als das Ergebnis aussagt 72:60 gewannen, einige prägnante Bilder zu beobachten.

Sie lieferten ein perfektes Zustandszeugnis: Mit dem Start des zweiten Viertels etwa schraubte sich Christina Schnorr unterm Marburger Korb hoch. Fehlwurf. Die 20-Jährige griff sich den Rebound. Nächster Versuch. Wieder vorbei. Und erneut erkämpfte sich Schnorr, hart bedrängt von zwei Gegnerinnen, den Ball. Dritter Versuch: drin. 25:15.

Im dritten Viertel - es stand 49:38 - stibitzte Julia Gaudermann nach einem Marburger Einwurf an der Grundlinie ganz frech Nationalspielerin Tina Menz die Kugel und traf. 18 Sekunden vor Ende dieser zehn Minuten folgte dann die Privat-Show für die 400 Zuschauer in der Burghalle von Daphanie Kennedy. Sie dribbelte im Stand, die Gegnerin vor ihr und die Uhr im Blick - und dann zog sie blitzschnell an.

Ein, zwei, drei Finten, der Weg war frei. Kennedy tanzt sich zum Korb und versenkte den Ball: 61:41. Spätestens hier war klar: Die Lions waren eine Klasse besser, der sechste Saisonsieg sicher. Geschafft durch die glorreichen Sieben.

Denn Trainer Patrick Bär ließ auch im letzten Viertel seine Talente auf der Bank und vertraute neben den drei genannten nur noch Tamara Tatham, Kaylie Murphy, Michaela Abelova und Laura Hebecker. "Ich habe daran gedacht, den jungen Spielerinnen eine Chance zu geben. Doch die Sieben hatten sich diesen Vorsprung so großartig herausgeschossen, da war es der Respekt vor der Leistung der Sieben, dass wir die Wechselgedanken verworfen haben", so Bär.

Warum das Kernteam inzwischen so prima funktioniert, darüber gab am Ende Christina Schnorr Auskunft. "Wir kommunizieren immer besser, das Mannschaftsgefühl wächst wie das persönliche Selbstvertrauen. Und für eine tolle Leistung ist auch der Wohlfühlfaktor entscheidend", sagte Schnorr, die ihre zwölf Punkte alle in der ersten Halbzeit erzielte. Die Szenen waren der Beweis. Ähnlich sah es Julia Gaudermann: "Es macht immer mehr Spaß". Für die "Spielerin des Tages" war dieser Sieg über ihren einstigen Verein "schon ein besonderer".

"Unsere Arbeit trägt immer mehr Früchte. Das Puzzle fügt sich. In der ersten Halbzeit war es die beste Leistung in der bisherigen Saison", sagte Patrick Bär. Und er bewies Realismus: "Wenn es im Frühjahr in die Playoffs geht - und nur ab da zählt es - , interessiert niemanden dieser Sieg heute über Marburg", sagte er. Dennoch taugt der für einen Zustandsbericht: Dieses Team funktioniert.

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