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Basketball: Halle Lions gewinnen 65:58 nach emotionaler Talfahrt

Uhr | Aktualisiert 13.01.2013 22:05 Uhr

Die Spielerinnen des SV Halle Lions setzten sich gegen die Heli Girls Donau-Ries durch. (FOTO: ECKEHARD SCHULZ)

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Eine 16:8-Führung zu Beginn des zweiten Viertels hatten die Lions gegen das Donau-Ries-Team aus Nördlingen bis zur Halbzeit hergeschenkt. Mehr noch, sie lagen gegen den Tabellenzweiten 23:31 zurück. Dass am Ende dann doch ein 65:58-Sieg gefeiert werden konnte, resultierte aus einer emotionalen Wiedergeburt.
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Halle (Saale)/dpa. 

Diese fürchterlichen Minuten elf bis 20 schlugen massiv auf die Stimmung. Ernüchterung hatte die Euphorie verjagt - sowohl unter den 500 Zuschauern in der vollen Burghalle, als auch bei den Akteuren auf dem Parkett. Eine 16:8-Führung zu Beginn des zweiten Viertels in diesem Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga gegen das Donau-Ries-Team aus Nördlingen hatten die SV Halle Lions bis zur Halbzeit hergeschenkt. Mehr noch, sie lagen gegen den Tabellenzweiten 23:31 zurück. Dass am Ende dann doch ein 65:58-Sieg gefeiert werden konnte, resultierte aus einer emotionalen Wiedergeburt.

Am Tiefpunkt - in der Halbzeitpause - rüttelte Trainer Patrick Bär seine Löwinnen auf. Die waren mit hängenden Köpfen davon geschlichen. Deshalb gab es in der Kabine eine bis dato einzigartige Ansprache. "Kurz, knackig, laut - wer im Kabinengang stand, hat es gehört", so Bär später. Er betonte: "Ich hab die Mannschaft aber nicht zusammengestaucht, sondern sie nur aufgefordert, sich zu konzentrieren. Das war positive Motivation."

Tamara Tatham bekam dann - fünf Minuten später in der Halle - noch extra Zuspruch. Sie haderte mit sich, ihren Fehlwürfen, mit der harten Defensive der Gegner. Nur vier Zähler waren ihr bis dahin gelungen. Und weil Tatham diesmal nur in der Defensive einen großen Tag hatte (14 Rebounds), sprang vorn neben Daphanie Kennedy (20 Punkte) eine andere in die Bresche: Fieke Ligthart, die Neue aus den Niederlanden. Sie leitete mit ihren Zählern die Aufholjagd ein, erst zum 28:36, dann zum 38:38 in der 26. Minute und später im letzten Viertel gar zur 48:44- und dann wieder zur 54:52-Führung. Natürlich wurde sie nach ihrem 18-Punkte-Einstand von den Fans auch zur Spielerin des Tages gewählt.

"Fieke ist das letzte emotionale Puzzleteil, das uns noch gefehlt hat", sagte Coach Bär. "Mit ihrer positiven Ausstrahlung hat sie die anderen mitgerissen." Auch Tatham lobte: "Sie passt zu uns, hat klasse gespielt."

Die 22-Jährige strahlte derweil. "Es war ein großartiger Tag für mich, die Zuschauer haben mich nach vorn getrieben. Hier, in dieser Halle, ist mehr los als bei allen Spielen in Amsterdam. Ich bin total glücklich. Und Halle ist schon wie eine zweite Heimat für mich", sagte Fieke Ligthart und ließ sich dann gern überreden, im Kreis der Lions vor einer TV-Kamera sogar in den klassischen holländischen Holzschuhen zu posieren. Dazu sollte sie grimmig blicken. Sie tat es kurz - ein einziges Mal an diesem Tag.

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