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Basketball: Formtief der Lions bereitet Kopfzerbrechen

Uhr | Aktualisiert 29.01.2013 22:14 Uhr
Patrick Bär erklärt. (FOTO: E. SCHULZ) 
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Tabellenplatz zwei. Auf den ersten Blick ist alles im Lot. Dennoch ist in den Spielen des Jahres 2013 eines offensichtlich geworden: Die Basketballerinnen der SV Halle Lions stecken im Formtief.
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Halle (Saale)/MZ. 

Das in der Art und Weise peinliche Pokal-Aus beim Zweitligisten Saarlouis war der Anfang. Gegen Donau-Ries gab es noch ein Happyend nach einem Einbruch. In Bamberg, beim Vorletzten, wurde nach indiskutabler Leistung gerade so gewonnen. Gegen den Drittletzten aus Oberhausen setzte es eine in der Folge von anhaltender Konfusion beinahe logische 52:54-Pleite. "Genauso sehen wir das auch. Wir haben gegen Oberhausen eine Quittung bekommen. Wir sind zwar in einer komfortablen Situation, haben aber zuletzt viele Fehler gemacht", sagt Trainer Patrick Bär, der den unbegreiflichen Formverlust am Montagabend mit dem Team besprochen hat.

Doch nicht nur die Mannschaft und der Trainer grübeln. "Die Tendenz stimmt nachdenklich. Es macht sich sogar gerade ein wenig Katastrophenstimmung breit", sagt Managerin Cornelia Demuth. "Irgendetwas ist passiert. Es mangelt nicht am Willen. Doch Kopf und Körper kommen derzeit bei den Spielerinnen nicht überein", sagt die Sportpsychologin.

Also wird nach Ursachen und Auswegen gesucht. Patrick Bär setzt zunächst auf Gespräche. "Wir reden viel miteinander. Alle Spielerinnen müssen sich an den Analysen beteiligen", berichtet er. Außerdem ist er froh, dass Kapitän Michaela Abelova nach ihrem doppelten Bänderriss im Sprunggelenk wieder ins Training einsteigen will. "Sie hat uns physisch und psychisch gefehlt."

Dass sieht auch Cornelia Demuth so. Sie nennt aber noch weitere Schwachstellen. Egoismen zum Beispiel. "Tamara Tatham übersieht, in dem Willen alles rausreißen zu wollen, oft ihre Mitspielerinnen. Auch Daphanie Kennedy haben wir schon deutlich anders gesehen", sagt sie und meint: besser. Und zugleich hat sie eine "eigene Meinung" zu den Schwächen im Spiel: "Es ist manches zu kompliziert, vielleicht verstehen die Spielerinnen die vielen verschiedenen Systeme, die Trainer Bär ihnen gerade mit seinen hohen Ansprüchen abverlangt, nicht mehr." Ihre Lösung, und da erinnert sie sich an "eine Weisheit" von Ex-Trainer Martin Dornhoff: "Wir sollten vielleicht zurück zu den Grundlagen: Einfach, direkt und schnell spielen", sagt sie. "Denn schnell war unser Spiel zuletzt nun wirklich nicht." Und dann, sagt sie: "Patrick Bär ist ein sehr kooperativer Mensch und setzt viel auf Eigenverantwortung. Vielleicht ist das in manchen Führungssituationen nicht angebracht." Was nichts anderes heißt: Patrick Bär sollte vielleicht die Damen härter anpacken.

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