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Basketball: Fieke Ligthart muss sich nun beweisen

Uhr | Aktualisiert 10.01.2013 22:35 Uhr

1,84 Meter misst Fieke Ligthart - ihr Jobgebiet liegt unter dem Korb. (FOTO: E. SCHULZ)

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Der Neuzugang Fieke Ligthart gibt am Sonnabend gegen Donau-Ries ihr Heimdebüt im Trikot der Lions. Nun muss sich die erste Holländerin in halleschen Diensten als die Verstärkung beweisen.
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Halle (Saale)/MZ. 

Die jungen Frauen sitzen im Kreis auf dem Hallenparkett, sind noch etwas verschwitzt vom vorangegangen Wurftraining, machen Dehnungsübungen und schnattern - auf Englisch. Fröhlich geht es zu in der Runde mit Tamara Tatham, Daphanie Kennedy und Fieke Ligthart. Die Themen drehen sich ums Essen, um Sehenswertes in Halle und dann auch um das Spiel der Basketball-Bundesliga am Sonnabend (18 Uhr).

Auf diesen Gesprächspunkt ist Neuzugang Fieke Ligthart mit einer Frage eingeschwenkt. Sie will einfach wissen, was sie bei ihrer Premiere im Lions-Trikot in der Burghalle erwartet. "Ich habe gehört, unsere Fans sind laut und ein wenig verrückt. Natürlich bin ich aufgeregt, aber vor allem freue ich mich auf das Spiel gegen Donau-Ries", sagt die 22-Jährige, die seit gut einer Woche bei den Lions vom SV Halle mitmischt.

Dass es nun das Duell Tabellendritter gegen -zweiter gibt, dass es gegen den Ex-Verein von Trainer Patrick Bär geht und dass es im Saisonauftaktspiel eine 58:64-Pleite setzte, weiß sie. Von Julia Gaudermann hat sie sich zuvor auch ein paar Spielzüge via Smartphone erklären lassen. Da wird auf den Gegner gegangen, da unter den Korb vorgestoßen und in jener Situation geworfen, hat ihr Hobby-Trainerin Gaudermann erklärt.

Die ganzen entspannt-harmonische Szenen, die Patrick Bär an diesem Vormittag verpasst, weil er Schulwoche hat, zeigen, was Gaudermann dann auch ausspricht: "Fieke ist aufgeschlossen, fröhlich und schon gut integriert. Sie passt menschlich zu uns."

Nun muss sich die erste Holländerin in halleschen Diensten nur noch als die Verstärkung erweisen, als die sie angekündigt wurde, nachdem Kayli Murphy wegen eines schweren Krankheitsfalles in der Familie zurück in die USA gereist war. Fieke Ligthart ist fest entschlossen, ihre Klasse zu beweisen. "Weihnachten bekam ich den Anruf und das Angebot von Geschäftsführer Ralf Gonschorek, bei den Lions anzuheuern. Ich wusste zwar damals noch nicht allzu viel über den Verein. Doch über die großartigen Playoffs und die Vizemeisterschaft habe ich mich inzwischen informiert. Ich weiß, dass hier im Umfeld hohe Erwartungen herrschen", sagt die ungekünstelt und aufgeschlossen daherkommende junge Frau.

"Ich habe mir den Wechsel als Weihnachtsgeschenk geleistet", erklärt sie und lacht. "Schließlich will ich versuchen, mich als Profi durchzusetzen. Mein BWL-Studium habe ich ja schon abgeschlossen."

Doch die holländische Nationalspielerin weiß auch, dass sie auf ihrer ersten Auslandstation in einer anderen Liga angekommen ist - allein was das Niveau betrifft. "Bei uns gibt es nur sechs starke Vereine in der obersten Klasse. Die spielen dann ständig gegeneinander. Was nicht so spannend ist. Außerdem spielen bei uns insgesamt nur drei Profis aus den USA", erzählt Ligthart. Sie hat die holländische Kaderschmiede bei CTO Amsterdam und auch alle Nachwuchs-Auswahlteams durchlaufen. Zuletzt spielte sie beim Erstligisten Den Helder, dem Tabellenfünften.

Nun ist sie in Halle und fühlt sich wohl. Sie bewohnt ein kleines Zwei-Zimmer-Appartement im Zentrum, und ihr gefällt die neue Wahlheimat. "Halle ist schön, sicherlich sehr grün im Sommer und unheimlich sauber", erzählt sie und schiebt nach: "Amsterdam, wo ich zuletzt gewohnt habe, ist wirklich viel schmutziger." Ihre Eltern, die nahe Amsterdam leben und ihren 19-jährigen Bruder wird sie übrigens in gut 14 Tagen sehen. Die Familie hat angekündigt, zum Lions-Heimspiel gegen Oberhausen anreisen zu wollen.

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