Vorlesen

«Kixx'n'Trixx»: Halles erfolgreiche Tischfußballer

Uhr | Aktualisiert 29.01.2013 22:06 Uhr

Die lockere Atmosphäre bei «Kixx'n'Trixx» zieht viele Studenten an. (FOTO: SCHULZ)

Von
Es erinnert so ein bisschen an eine gute alternative Kneipe: Einige junge Leute kickern oder sitzen gemütlich auf dem Sofa bei Bier und selbst gedrehter Zigarette, auch ein Hund ist dabei, aus den Boxen dröhnt Punkrock, die Stimmung ist gut. Doch das hier ist eigentlich keine Kneipe, das hier ist eine Trainingsstätte des Universitätssportvereins.
Drucken per Mail
Halle (Saale)/MZ. 

Frauen in erster Bundesliga

Tischfußball - oder auch Kickern - ist seit vielen Jahren in der Kneipenszene fest verankert. Doch gekickert wird auch im echten sportlichen Wettbewerb - in Vereinen. In Halle gibt es da "Kixx'n'Trixx", der momentan mit ihrer ersten Herrenmannschaft in der Regionalliga auf dem zweiten Platz liegen. Daniel Gründel ist Vorsitzender des Vereins und hat Pläne: "Wir wollen den Aufstieg in die zweite Bundesliga anpeilen." Besser noch sind die Damen, die sogar in der ersten Bundesliga aktiv sind und dort momentan den zweiten Rang belegen. "Nervenstärke, Technik, Reaktionsvermögen und Präsenz am Tisch machen den Erfolg aus", sagt Daniel Gründel. Im Spiel selbst sei dann die Beherrschung der Mittelfeldreihe am wichtigsten. "Denn die entscheidet, wer an den Ball kommt."

Die Hallenser sind im Mitteldeutschen Tischfußballverband (MTFV) organisiert, der wiederum in nationale und internationale Verbandsstrukturen eingegliedert ist. Sogar Weltmeisterschaften gibt es im Tischfußball. Und auch wenn es hier und da noch an Einheitlichkeit fehlt, so wirkt das Ganze schon sehr professionell.

Nach der großen Bühne sieht es im Kulturhaus am Töpferplan jedoch nicht aus, wo "Kixx'n'Trixx" zu Hause ist und nicht nur das Vereinsleben stattfindet, sondern auch Turniere gespielt werden. Aber die große Bühne würde auch nicht in dieses Haus passen, in dem eine Etage tiefer jeden Donnerstag das links-alternative "Kino La Bim" seine Pforten öffnet. Und auch nicht zu diesem Sport. Dennoch erinnert wenigstens ein Schrank mit Pokalen an den Leistungsanspruch. Dieser Gegensatz - einerseits der Leistungsgedanke, andererseits die lockere Atmosphäre - prägt auch die Übungsstunden, die der Verein jeden Montagabend abhält. Eine niedrige Schwelle für alle, die Kickern einmal ausprobieren wollen.

Kickern nicht als Sport anerkannt

Ein Problem hat aber der Sport Tischfußball - nämlich dass er, wie Gründel sagt, "gar nicht als Sportart an sich anerkannt ist, sondern nur als gemeinnützig". Und damit scheitert der Plan, Tischfußball irgendwann einmal olympisch werden zu lassen, bereits an der ersten Hürde. Aber der internationale Verband ITSF, der auch die Weltmeisterschaften organisiert, hat die Olympiateilnahme als langfristiges Ziel ausgesprochen. Daniel Gründel und seine Tischfußballer wollen aber auch, dass das Kickern bei seinen Wurzeln bleibt. Insofern ist die Kneipenatmosphäre trotz Leistungsgedanken irgendwie auch verständlich.