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Ringen: Eisleben hat die Sensation klar gemacht

Uhr | Aktualisiert 23.12.2012 09:07 Uhr

Die Eisleber haben was zu feiern - den Aufstieg. (FOTO: DETLEF LIEDMANN)

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Die Sensation ist perfekt. Was große Städte im Land nicht schaffen, ist den Eislebern gelungen. Nächstes Jahr ringt das Team des KAV Mansfelder Land in der 1. Bundesliga.
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eisleben/MZ. 

Zwar haben die starken Markneukirchener den Zweitligaspitzenreiter Aue besiegt und sind der Riege aus der Lutherstadt noch einmal tüchtig auf den Pelz gerückt. Doch die Mannen um die Trainer Holger Quandt und Johann Barutsch haben die Sachsen dank eines 19:17 in Nürnberg auf Distanz gehalten und Olrik Meißner aus der Ferne das wohl schönste Geschenk zum 40. Geburtstag gemacht. Unterföhring, der zweite Verfolger, hat sich dagegen am Sonnabend zu Hause KSC Motor Jena mit 10:28 geschlagen gegeben.

"Jetzt hat das Land nach den Magdeburger Handballern und den Mitteldeutschen Basketballern mit uns drei Erstligisten. Jetzt trinken wir erst mal ein Sekt und lassen das ganze sacken", so Andreas Kraus, Geschäftsführer des KAV am Sonnabend noch ganz aufgelöst nach dem Kampf in Nürnberg. Ganz eng ist es zugegangen in Franken bei der Reserve des SV Johannis. Und Kraus sprach von talentierten und fairen Nürnbergern.

Aber die Erfahrung hat an diesem Tag den Unterschied gemacht. Für die Eisleber ist nach dem Aufstieg vor dem Saisonstart. "Sportlich passt es. Wir haben ja gezeigt, dass wir mit voller Kapelle gegen jeden Gegner mithalten können. Auch im Oberhaus sehe ich uns nicht chancenlos. Was wir jetzt noch brauchen, sind Sponsoren", so Kraus. Jetzt müssten all jene Farbe bekennen, die bisher vor allem durch Lippenbekenntnisse auf sich aufmerksam gemacht haben. "Und zwar nicht nur die Firmenchefs, sondern auch die Politiker. Das ist eine einmalige Gelegenheit, Werbung für unsere Region zu machen", so Kraus. Fakt ist: Der jetzige Etat wird für die 1. Bundesliga nicht reichen. Startgelder, Kampfrichterkosten, weitere Fahrten zu den Wettkämpfen und partiell Verstärkungen des Teams, all das muss ab 2013 bewältigt werden. Was die Eisleber freut. Die so genannten Edelfans haben es sich nicht nehmen lassen, ihre Lieblinge auch die mehr als 300 Kilometer nach Nürnberg zu begleiten. "Das hat noch einmal richtig Spaß gemacht, diese Unterstützung zu erleben. Und wir haben es mit klasse Kämpfen gedankt", sagte Kraus. Vor allem aber haben es die Eisleber allen Kritikern gezeigt. Denn im Vorjahr hatte es nicht geklappt mit dem Aufstieg. Und auch diese Saison war es nicht das vordringliche Ziel. Das lautete Platz eins bis drei. So ist der Sprung in die Eliteliga eine schöne Zugabe, zugleich aber auch große Verpflichtung. "Unsere Zuschauer erwarten natürlich, dass sie auch weiterhin klasse Sport hier zu sehen bekommen. Aber wir wissen, von welchem Kaliber unsere neuen Gegner sein werden. Darauf müssen wir uns einstellen. Und das wird alles andere als leicht", so Kraus. Doch auch bei den Ringern wird jetzt erst einmal Weihnachten gefeiert. Und was kann da schöner sein, als solch ein sportliches Erfolgserlebnis zum Abschluss dieses Jahres.

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