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Fußball: Offen wie ein Scheunentor

Uhr | Aktualisiert 03.02.2013 15:34 Uhr
Ein Fußball wird gespielt. (FOTO: DPA) 
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Richtig angefressen war der Trainer des 1. FC Romonta Amsdorf auch einen Tag nach dem 0:2 im Nachholspiel der Verbandsliga Fußball bei Preussen Magdeburg.
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amsdORf/MZ. 

Wendlers Reaktion sagt alles über seinen Gemütszustand: "Eigentlich braucht ihr über das Spiel gar nichts schreiben." Richtig angefressen war der Trainer des 1. FC Romonta Amsdorf auch einen Tag nach dem 0:2 im Nachholspiel der Verbandsliga Fußball bei Preussen Magdeburg.

"Es war frustrierend", so Ronald Wendler rückschauend. Dass es nicht einfach werden würde, haben alle gewusst, obwohl Preussen längst nicht mehr zu den Spitzenteams der Liga gehört. "Eine normale Leistung hätte gereicht, hier was mitzunehmen." Doch von einer normalen Leistung waren die Amsdorfer am Sonnabend offenbar soweit entfernt, wie ihr Sportlerheim vom Heinrich-Germer-Stadion in der Landeshauptstadt. Denn vor der Abfahrt aus heimischen Gefilden hatten sie vergessen, jene Tugenden einzupacken, die ein erfolgreiches Fußballspiel erst möglich machen. Kampf, Leidenschaft, mannschaftliche Geschlossenheit und eine taktische Grundordnung.

Nahezu schläfrig schlichen die Amsdorfer während der ersten fünf Minuten über den aufgeweichten Boden. Für den hatten sich die Magdeburger entschieden, obwohl es in der Nachbarschaft einen Kunstrasenplatz gibt. Das kann aber keine Erklärung für den Amsdorfer Auftritt sein, obwohl Wendlers Schützlinge die Vorbereitung komplett auf Kunstrasen absolviert haben. Und ehe sie es sich versahen, lagen die Amsdorfer durch einen Treffer von Tobias Tietz (5.) im Hintertreffen. "Wir waren offen wie ein Scheunentor", monierte Wendler nicht nur in dieser Szene. Zwei Distanzschüsse von Jan Eberhardt und einen Ball ans Außennetz durch Alex Gründler war alles, was es auch Sicht der Gäste zu notieren gab. "In der Pause habe ich allen noch einmal ins Gewissen geredet. Aber ich hatte das Gefühl, ich spreche in einen luftleeren Raum", so Wendler. Denn nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff war die rechte Abwehrseite völlig desorientiert und Piotr Hernacki blieb nur noch die Möglichkeit, den Magdeburger Angreifer per Foul zu stoppen. Der ehemalige Sangerhäuser Philipp Glage versenkte den Strafstoß zu Preussens 2:0. "Unser Spiel lebte diesmal von Fehlern", so Wendler. Zwar gab es hier und da so etwas wie Chancen, unter anderem Kopfbälle von Gründler und Marko Schädlich, aber richtig zwingend war das alles nicht. "Das war einfach nur indiskutabel. Wenn du dir etwas vornimmst, dann aber so eine Leistung ablieferst, musst du dich nicht wundern, wenn du als Verlierer vom Platz gehst. Jetzt bin ich mal gespannt, ob sich jeder an die eigene Nase fasst und die richtigen Schlüsse zieht", so Trainer Wendler. Offiziell beginnt die Rückrunde am 16. Februar - für Amsdorf bei dem Spitzenreiter in Sandersdorf.

Amsdorf:

Tretropp - M. Scheibe, Schädlich, Benesch, Gründler, Eberhardt, Czarnetzki, Dutkiewicz (70. Meintschel), Hernacki, R. Scheibe, Arlt

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