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Handball: Europapokal-Achtelfinale steht an

Uhr | Aktualisiert 30.01.2013 22:04 Uhr

Beim Pokalspiel in Ismaning erzielte Isa-Sophia Rösike drei Tore. (FOTO: BRAUNER)

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Die Frauen des HC Leipzig spielen am Freitag das Europapokal-Achtelfinale gegen Byasen Trondheim in der Anhalt-Arena. Steht Spielerin Isa-Sophia Rösike mit im Kader?
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Dessau-Rosslau/MZ. 

Die Erwartungen? Marco Rösike überlegt nur kurz. "Ich hoffe auf ein schönes Spiel mit dem richtigen Ende." Bis April 2012 war Rösike Geschäftsführer des Handball-Drittligisten Dessau-Roßlauer HV. Die Trennung kam plötzlich. Die Hintergründe blieben im Unklaren. Beide Seiten vereinbarten Stillschweigen und hielten sich auch daran.

Dessaus langjähriger Torwart Rösike hat losgelassen vom Handball in der Muldestadt - und wird am Freitag, 19.30 Uhr, trotzdem in der Dessauer Anhalt-Arena sein, wenn die Frauen des HC Leipzig im Europapokal auf den norwegischen Erstligisten Byasen Trondheim treffen. Als stolzer Vater.

Wechsel vor drei Jahren

Vor drei Jahren ist Rösikes Tochter Isa-Sophia zum HC Leipzig gewechselt - und hat sich über das in der dritten Liga spielende Junior-Team an die erste Mannschaft herangearbeitet. Die letzten Spiele stand die 18-Jährige stets im Kader. Weil den HC Leipzig große Verletzungsprobleme plagten.

Fünf Stammkräfte fehlten in den vergangenen Wochen. Vor allem aber, weil Isa-Sophia Rösike eine ganz seltene Fähigkeit hat: Das Handball-Talent kann beidhändig gleichstark werfen. "Es gibt da", versichert Rösike, "keinen spürbaren Unterschied."

Die Beidhändigkeit hat sich Rösikes Tochter selbst antrainiert. Als eine Ellenbogenverletzung am rechten Arm das Werfen unmöglich machte, beschloss Isa-Sophia, es einfach mit der linken Hand zu versuchen. Das gelang so gut, dass die universelle Einsetzbarkeit heute ein Trumpf ist.

"Isa-Sophia hat sich sportlich richtig gut entwickelt und kann fast alle Positionen spielen", berichtet Rösike, der bei jedem Heimspiel des HC Leipzig und auch bei vielen Auswärtsspielen dabei ist. Leipzigs Trainer Stefan Madsen setzt die Dessauerin meist auf der Spielmacherposition oder am Kreis ein. Dort ist die Beidhändigkeit der größte Trumpf.

Elf Spiele in 27 Tagen hat der Januar für die Frauen des HC Leipzig bereitgehalten. Vergangenen Mittwoch setzte sich die Mannschaft im Spitzenspiel gegen Buxtehude souverän mit 26:21 durch und rückte bis auf einen Punkt an den Tabellenführer ran. Vergangenen Freitag nahm der HC Leipzig die Pokalhürde beim bayerischen Drittligisten TSV Ismaning locker mit 36:11. Drei Tore steuerte Isa-Sophia Rösike zum klaren Sieg bei.

Am Mittwochabend gewannen die Messestädter gegen Schlusslicht Bad Wildungen und präsentierten sich bestens gewappnet für die beiden schweren Europapokalspiele gegen Trondheim. Ob Rösike dort wieder im Kader steht? "Ich kenne nicht genau die Melde-Modalitäten für den Europapokal. Doch hoffe natürlich, dass sie dabei sein darf."

Vergangene Saison gab es schon einmal das Europapokal-Duell zwischen Leipzig und den Norwegerinnen. In Trondheim überraschte der HCL mit einem 29:28-Auswärtssieg, dem die Mannschaft ein klares 26:20 in der heimischen Leipzig-Arena folgen ließ. Dort findet am Sonntag, 15 Uhr, das Rückspiel statt.

Sachsen sind der Favorit

Leipzig ist im diesjährigen Achtelfinale Favorit. Weil Trondheim wegen Hallenproblemen auf das Heimrecht verzichtete - und Dessau als Gastgeber einsprang. "Wir wurden natürlich gefragt, warum wir nicht irgendwo in Sachsen geblieben sind?", gibt Manager Kay-Sven Hähner zu. Doch der Leipziger Handball-Macher hat seit 2001 gute Kontakte zum Dessau-Roßlauer Sportdirektor Ralph Hirsch, der damals schon aushalf.

2010 trug der HC Leipzig in der Anhalt-Arena sogar ein Champions-League-Spiel aus. "Kulisse und Stimmung waren hier immer gut", sagt Hähner - und hofft, dass das am Freitag auch so ist. Leipzig will sich eine gute Ausgangsbasis für Sonntag schaffen. Vielleicht mit Isa-Sophia Rösike.

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