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Fußball: Dortmund gewinnt Allianz-Cup zum dritten Mal in Folge

Uhr | Aktualisiert 27.01.2013 20:33 Uhr

Borussia Dortmund (in Gelb) hat hier zwar das Nachsehen, am Ende aber triumphierte der BVB im Finale gegen den VfB Stuttgart. (FOTO: SEBASTIAN)

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Borussia Dortmund hat den Allianz-Cup zum dritten Mal in Folge und zum insgesamt neunten Mal gewonnen. Im Endspiel bezwang der BVB am Sonntag den von vielen als großen Favoriten gehandelten VfB Stuttgart mit 6:5 nach Neunmeterschießen.
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dessau/MZ. 

Die Frage ist ein Klassiker. "The same procedure as last year?", fragt Butler James im beliebten TV-Silvester-Sketch "Dinner for one". Diese Frage könnte man auch beim internationalen Dessauer Hallenturnier um den Allianz-Cup stellen. Angesichts der Dominanz von Borussia Dortmund, das am Sonntag zum dritten Mal in Folge und zum insgesamt neunten Mal in der 19-jährigen Geschichte des Turniers siegte, wäre die Antwort die gleiche wie beim TV-Sketch. "The same procedure as every year." Im Endspiel bezwang der BVB am Sonntag den von vielen als großen Favoriten gehandelten VfB Stuttgart mit 6:5 nach Neunmeterschießen.

Die Dortmunder Dominanz ist umso beeindruckender, da es am vergangenen Wochenende erst gar nicht danach aussah, als ob die Schwarz-Gelben eine ernsthafte Chance auf die Titelverteidigung haben würden. Nur Dritter in der Vorrunde hinter Bayern München und Wolfsburg, in der Zwischenrunde nur ein Punkt vor Austria Wien das Viertelfinale erreicht. "Dortmund hat nicht den besten Fußball gespielt", meinte dann auch Turnierdirektor Ralph Hirsch, der zum 15. Mal als Chef des Allianz-Cups fungierte. Der entscheidende Faktor war die Steigerungsrate der jungen BVB-Kicker. Damit erklärte deren Coach Lester Cleven den Erfolg seiner Truppe. "Wir sind von Spiel zu Spiel besser geworden. Und natürlich hatten wir auch am Ende ein wenig Glück", sagte er zufrieden, und musste sich dann vor seinen eigenen Schützlingen in Sicherheit bringen. Diese hatten sich nach der Siegerehrung mit ausreichend Mineralwasserflaschen bewaffnet und versuchten, ihrem Coach eine zünftige Sieger-Wasser-Dusche zu verpassen. Das gelang ihnen nur teilweise. Dafür hatten sie zuvor in einem dramatischen Finale ihren Gegner aus Stuttgart nass gemacht. Zweimal ging der VfB in der zehnminütigen Spielzeit in Führung, zweimal glich Dortmund aus, um dann 34 Sekunden vor dem Ende in Führung zu gehen. Das Endspiel schien entschieden. Doch Stuttgart schaffte 14 Sekunden danach wieder den Ausgleich. Die Verlängerung endete torlos, im Neunmeterschießen parierte Dortmunds Keeper Paul Kirchhoff den letzten Stuttgarter Schuss - der erneute Sieg war perfekt.

Hier zahlte sich aus, dass Dortmund mit einem "echten" Torwart zum Allianz-Cup gekommen war. Andere Teams wie der FC Bayern hatten auf den klassischen Schlussmann verzichtet und setzten stattdessen einen "Torspieler" ein, um die Offensive zusätzlich zu stärken. "Das Spiel entwickelt sich weiter. Wir verlangen von unserem Torhüter auch, dass er ein guter Fußballer ist. Im Training haben wir auch keinen festen Torwart mehr", erzählt der BVB-Coach. Der Trend, aus dem Torwart einen Torspieler zu machen, zeichnete sich vereinzelt schon in den vergangenen Jahren ab, in diesem Jahr war es direkt auffällig. Die Zeiten, wo ein Torwart nicht unbedingt ein guter Fußballer sein musste, sind vorbei. "Gefragt sind neue, modernere Typen wie Marc ter Stegen", ist Lester Cleven überzeugt.

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