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Dessau-Roßlauer HV: Fangruppe Zabporters darf in Anhalt-Arena

Uhr | Aktualisiert 18.12.2012 21:29 Uhr

Die Zabporters dürfen wieder in die Arena. (FOTO: ARCHIV/SEBASTIAN)

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Rechtzeitig vor dem Derby gegen Aschersleben wird der Streit zwischen dem DRHV und der Fangruppe Zabporters offiziell beigelegt.
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dessau/MZ. 

Der Zeitpunkt verwundert schon, oder eben auch nicht. Wenige Tage vor dem Derby der dritten Handballliga zwischen dem Dessau Roßlauer HV und Aschersleben (Freitag, 19 Uhr / Anhalt-Arena) wird in der Bauhausstadt der Streit zwischen DRHV und der Fangruppierung Zabporters beigelegt.

Das Hallenverbot der Zabporters ist aufgehoben, am Freitag dürfen sie wieder mit in die Anhalt-Arena. Angesichts der zuletzt nur knapp 600 Zuschauer, die sich für ein Spiel des DRHV interessierten, kommt das dem Verein natürlich entgegen.

Allerdings schafften es beide Seiten nicht ohne fremde Hilfe. Die Dessauer Polizei brachte beide Seiten wieder an einen Tisch. Auf Einladung des Leiters des Polizeireviers Dessau-Roßlau, Jörg Schwabe, fanden sich Vorstandsmitglieder, Verein und Fangruppe zu einem im schönsten Dienststellendeutsch formulierten "vertrauensbildenden Gespräch" zusammen, wie es in einer Pressemitteilung des Polizeireviers Dessau heißt. In dieser wird ausgeführt, dass "die Gesprächspartner dem richtigen Ansatz, dem Dialog zwischen Fans und Verein, folgen konnten und im Abschluss des Gespräches eine gemeinsame Vereinbarung, welche ein dauerhaftes, auf wechselseitigem Vertrauen basierendes Verhältnis, schafft, unterzeichneten". Soweit so gut, das Kriegsbeil zwischen beiden Parteien soll damit endgültig begraben sein,. "Wir wollten das so", erklärt DRHV-Präsident Thomas Zänger zufrieden, weshalb beide Seiten nur durch Vermittlung Dritter wieder zueinander fanden.

"Es hat sich gezeigt, dass es richtig war, die Reißleine zu ziehen und zu zeigen, wo die Grenze liegt", betont Zänger noch einmal, weshalb der DRHV mit harter Hand auf seine lauteste Fangruppierung reagierte. Die in dem Gespräch getroffene Vereinbarung regelt das Verhalten beider Seiten zueinander und legt dabei genau fest, was die Zabporters künftig in der Anhalt-Arena dürfen und was eben nicht. Choreografie ja, auf den Stühlen stehen nein, um zwei Beispiele zu nennen. "Wir bieten als Veranstalter keine Plattform für Chaoten und wollen nicht unter Polizeischutz Handball spielen", unterstreicht Zänger das Anliegen des Vereins und erinnert an den Polizeieinsatz beim Spiel gegen Elbflorenz Dresden, als Vermummte plötzlich in der Anhalt-Arena auftauchten.

Der DRHV-Vorstand hatte den Zabporters vor wenigen Wochen nach verschiedenen Vorfällen (u.a. Graffiti-Schmierereien im Stadtgebiet) die Freundschaft gekündigt und Hallenverbot erteilt. Die Gruppierung schade dem Verein, hieß es damals. Seitdem war es aber auch etwas stiller in der Anhalt-Arena geworden, denn obwohl klein an der Zahl, hatten die Zabporters stets für Stimmung gesorgt.

Die kann nun endlich wieder Einzug halten. "Unser Ziel ist es ja, angesichts unseres überalterten Publikums die Jugend an den Handball heran zu führen und dafür zu interessieren. Aber das muss unter klar erkennbaren Regeln des Miteinanders stattfinden. Die sind jetzt endlich schriftlich fixiert ", sagt Zänger.

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