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Basketball: Mehr Tiefe im Team

Uhr | Aktualisiert 21.12.2012 20:54 Uhr

Mathias Rückert (l.) spielt für den BCA eine starke Saison. (FOTO: HARTMUT BÖSENER)

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Die Überraschung war groß vergangenen Sonnabend in der Sporthalle der Freundschaft in Wolmirstedt. Im letzten Oberligaspiel des Jahres 2012 hatte sich der BCA überraschend noch einmal mit dem Neuzugang Jens Kettmann verstärkt.
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dessau/MZ. 

Die Überraschung war groß vergangenen Sonnabend in der Sporthalle der Freundschaft in Wolmirstedt. Als das Team und der Anhang des BC Anhalt die altehrwürdige Arena gemeinsam betraten, da saß bereits ein Spieler auf der Gästebank und wartete. Im letzten Oberligaspiel des Jahres 2012 hatte sich der BCA überraschend noch einmal mit einem Neuzugang verstärkt. Sein Name: Jens Kettmann.

Seine 19 Zähler trugen entscheidend mit dazu bei, dass der BCA in Wolmirstedt 76:67 gewann und damit völlig unerwartet auf dem zweiten Tabellenplatz überwintert. "Eigentlich wollte ich ja erst im neuen Jahr nach Dessau wechseln", erzählt der 26-jährige Kettmann, "aber dann hat sich eine Ereigniskette abgespielt, die dazu führte, dass ich schon in Wolmirstedt dabei gewesen bin."

Deren Anfang liegt in Halle. BCA-Rückkehrer und aktueller Topscorer Martin Weidig hatte in den Jahren 2004 bis 2010 selbst in Halle gespielt und war dort oft auf Jens Kettmann getroffen. Der 1,95 Meter große Fitnessökonom spielte an der Saale für mehrere Vereine, bevor ihn sein Masterstudium vor zwei Jahren nach Göttingen zog. Nebenbei lief Kettmann dort für den Erstregionalligisten ASC Göttingen auf - bis vorvergangene Woche.

"Martin hatte mich schon vor einer Weile kontaktiert und gefragt, ob ich nicht Lust hätte nach Dessau zu kommen", so der Flügelspieler. Man verabredete sich für das neue Jahr. Nachdem sich die Dessauer währenddessen aber nach und nach in der Tabelle nach oben schoben und für das wichtige Spiel in Wolmirstedt in Personalprobleme gerieten, entschied sich Kettmann zum sofortigen Wechsel. Ohne jemals mit dem Team trainiert zu haben, zog er das Trikot mit der Nummer 13 über - und bereute es nicht. "Zwischen 1. Regionalliga und Oberliga ist schon noch ein Unterschied", sagt Kettmann, "aber nur ein kleiner."

Der erste Eindruck des Neuzugangs von seiner Mannschaft ist gut. "Ein Team mit positiver Stimmung, das Lust hat auf Basketball." Kettmann kann variabel auf den Flügel- und sogar auf der zweiten Aufbauposition eingesetzt werden. Damit gilt für Kettmann, was man auch über die anderen beiden neuen Gesichter im BCA-Kader, Felix Szagun und Mathias Rückert sagen kann: Sie haben für eine neue Tiefe im Team gesorgt, die in den vergangenen Jahren immer das Manko war.

Während Szagun, 22 Jahre alt und als Student aus Bayern nach Dessau gekommen, eine wertvolle Alternative im Aufbau ist, räumt Rückert unter den Körben auf. "Mathias ist ein Spieler, der uns gefehlt hat", weiß Spielertrainer Mario Friedrich, "wir hoffen, dass seine Knieprobleme abklingen und er 2013 wieder mit angreifen kann."

Nach starkem Start hatte Rückert zuletzt verletzungsbedingt zwei Partien aussetzen müssen. "Doch es fühlt sich schon wieder besser an", meint der 27-Jährige, der froh ist über seinen Wechsel aus der Bezirksliga in Zerbst zwei Ligen höher nach Dessau. "Es läuft gut für mich und den Verein", sagt Rückert, "vielleicht schaffen wir es ja tatsächlich in die Play-offs."

Dafür müsste der Verein am Ende unter den besten vier Teams der Liga stehen - alles andere als einfach im dicht gedrängten oberen Tabellendrittel. "Aber es sollte unser Ziel sein", meint Jens Kettmann, auf den Anfang Januar - nach der zweiwöchigen Weihnachtspause - eine Premiere wartet: Zum ersten Mal wird er dann seine neuen Teamkollegen in einem Training kennenlernen. Das erste Beschnuppern in Wolmirstedt lief schon mal gut.

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