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Fußball: Ohne große Erwartungen

Uhr | Aktualisiert 09.01.2013 21:15 Uhr
Der VfL Großzöberitz (grün, hier gegen Eintracht Köthen) steht nach der Hinrunde sehr gut da. (FOTO: ANDRÉ KEHRER) 
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Die Reserve der SG Reppichau und der VfL Großzöberitz prägten die Hinrunde. Den Aufstieg geben die Mannschaften aber nicht als Ziel aus.
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bitterfeld/MZ. 

Sie waren die überragenden Mannschaften der Kreisliga-Hinrunde: Die zweite Mannschaft der SG Reppichau und der VfL Großzöberitz. Beide stehen auf den Aufstiegsplätzen, schnuppern an der Kreisoberliga. Und das, obwohl der Aufstieg weder für die SGR, noch für den VfL vor der Saison ein Thema war.

SGR II: Erfolgsgarant Defensive

Und er ist es auch nach der erfolgreichen Hinrunde nicht. "Ich habe vor der Saison gesagt, dass wir den 5. Tabellenplatz anstreben. Und ich habe meine Meinung noch nicht geändert", sagt SGR-Trainer Enrico Schulze. Er lässt sich nicht von zwölf Siegen, zwei Unentschieden und nur einer Niederlage blenden. Dennoch: Ein 5. Platz zum Saisonende wäre schon als Abrutschen zu bezeichnen. Nur gegen die Reserve des 1. FC Bitterfeld-Wolfen erwischte die SGR einen rabenschwarzen Tag.

Am vierten Spieltag war das, 0:4 verlor die Schulze-Elf. "Da hatten wir Angst", sagt er rückblickend. In den letzten neun Ligaspielen war Reppichau alles andere als ängstlich. Eine perfekte Ausbeute - 27 Punkte bei 23:2 Toren - ließ aufhorchen. René Rückmann gab den Knipser vom Dienst, traf 13 Mal - ein Topwert, der nur von Martin Both vom Paschlewwer SV überboten wurde (15).

Reppichaus Reserve hat nicht die meisten Tore in der Kreisliga geschossen (35). Da sind Bitterfeld-Wolfen (50), Großzöberitz (38) und Merzien (38) besser. Mit nur neun Gegentoren hat Reppichau II aber mit Abstand die beste Defensive der Liga. "Im Vergleich zur letzten Saison haben wir uns da stark verbessert", sagt Enrico Schulze. Der Anteil der von der ersten Mannschaft gekommenen Spieler Hagen Hemmerling, Jens Krökel und Sven Wunderlich ist dabei hoch einzuschätzen. "Durch die Älteren fühlen sich die Jüngeren sicherer", so Schulze. Da bringt man auch mal ein 1:0 über die Zeit.

Und dann ist da noch der nicht zu unterschätzende gewachsene Konkurrenzkampf. 15 bis 18 Spieler stehen Enrico Schulze zur Verfügung. Die Trainingsbeteiligung ist so gut wie lange nicht. "Konkurrenz belebt das Geschäft. Wir sind immer gut besetzt", so Schulze.

VfL: Neuer Trainer wird gesucht

Gut und ausgeglichen besetzt ist auch der VfL Großzöberitz. Doch die Mannschaft musste Anfang Dezember einen Schicksalsschlag verdauen. Trainer Hans-Jürgen Gründner verstarb völlig unerwartet. Herzinfarkt im Alter von 64. "Ich habe es am Todestag erfahren. Es war ein Montag", erzählt Volker Rulff. Am Dienstag teilte man es der Mannschaft mit. Das Training fiel an diesem Tag aus. "Wir haben uns zusammengesetzt und darüber gesprochen. Wir mussten das alle erst einmal verarbeiten", so Rulff.

Am Donnerstag vor dem letzten Hinrunden-Spieltag traf man sich wieder zum Training und entschied, zu spielen. "Auch für den Trainer", so Rulff. Es gelang: Großzöberitz siegte 2:0 gegen die SG Jeßnitz. Volker Rulff saß da als verantwortlicher Trainer auf der Bank. Er wird die Mannschaft aber nicht in die Rückrunde führen. "Ich bin als Schiedsrichter zu sehr eingespannt. Ich kann es nicht machen", so Rulff.

Der VfL Großzöberitz sucht daher nach einem neuen Trainer. Doch die Suche ist schwierig. Es gibt nicht viele gute Trainer, die im Winter auf dem Markt sind. Die starke Hinrunde mit elf Siegen, einem Unentschieden und nur zwei Niederlagen soll potenzielle Kandidaten nicht verschrecken. "Wir erwarten von dem neuen Trainer nicht den Aufstieg", sagt Volker Rulff. Vielmehr ist der zweite Tabellenplatz eine gute Ausgangsposition, ohne Druck in die Rückrunde zu gehen. "Aber kampflos abgeben wollen wir den natürlich nicht", so Rulff.

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