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Basketball: Sixers-Erfolg nach Tapetenwechsel

Uhr | Aktualisiert 18.01.2013 23:17 Uhr
Nate Gerwig (r.) erzielte sechs seiner acht Punkte gegen Hannover von der Freiwurflinie. (FOTO: RENé FOX) 
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Neues Jahr, neuer Trainer, neues Glück - die Sixers waren am Samstagabend zu Gast beim Tabellenkonkurrenten in Hannover und dort am Ende erfolgreich.
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hannover/MZ. 

Manchmal läuft es, manchmal läuft es nicht. So manchen abgedroschenen aber nicht aussagekräftigen Satz hörte man noch im letzten Jahr in der Ballsporthalle Sandersdorf. Meist konnte man vor heimischem Publikum gewinnen, kam jedoch auswärts nicht in Tritt oder hatte schlichtweg Pech. Im entscheidenden Moment den Kürzeren zogen die BSW Sixers am Wochenende nicht noch einmal.

Es war einer der letzten Angriffe der UBC Tigers im Universitätssportzentrum Hannover. Die Anzeigetafel zeigte nach einem langen und kräftezehrenden Aufeinandertreffen ein 78:78. Michael Fukuade, Top-Spieler auf Seiten der Leine-Städter, bekommt den Ball nahe des Korbes, dreht sich um seinen Verteidiger herum. Sixers-Center Nate Gerwig kommt zur Hilfe, kann den Wurf jedoch nicht verhindern. In letzter Sekunde ist Fukuades Verteidiger wieder da: Ralph Schirmer bekommt von hinten noch eine Hand an den Ball - blockt den Wurf. Ein Raunen geht durch die Halle und als Schirmer den Ball auf den schnell startenden Jeremie Simmons passt, wird dieser während des Ballvortrages gefoult. Die zwei anschließenden Freiwürfe verwandelt der US-Amerikaner zum 80:78 für Sandersdorf. Hannovers letzter Wurf verfehlt sein Ziel und die Arme der Trainer Tino Stumpf und Nándor Kovács gehen nach oben.

Den Basketballern in den blauen Trikots fällt in diesem Moment eine große Last von den Schultern. "Es ist lange her, dass sich ein Sieg so gut angefühlt hat", sagt Center Schirmer noch im Freudentaumel. Neben dem dumpfen Gefühl von fünf Niederlagen in Folge löste sich die Anspannung der vergangenen 40 Spielminuten. "Am Ende war der Sieg verdient", meint Ralph Schirmer, "das Spiel war knapp und es ging immer hin und her. Aber jeder unserer Spieler, der das Feld betrat, war bereit etwas zu leisten." So auch Japhet McNeil, der seinem neuen Team mit Schnelligkeit und Erfahrung sofort weiterhelfen konnte. Zwar erzielte der US-Aufbauspieler im Spielverlauf keine Vielzahl an Punkten (zwei), trat aber dennoch selbstbewusst auf und kommunizierte viel mit den neuen Kollegen. "Japhet McNeil hat in seiner Spielzeit gute Dinge aufs Feld gebracht. Das Verhältnis von Assists und Ballverlusten (5:1 d. Red.) war überragend", resümierte Tino Stumpf zufrieden. So war es den Sixers auch möglich, fast gänzlich auf Einzelaktionen zu verzichten und den Gegner mit bedachten, herausgespielten Aktionen in Schach zu halten. Insgesamt 19 Assists, also vorbereitete Körbe, verzeichneten die Sandersdorfer und setzten die Linie des neuen Trainers damit um. "Ich bin ehrlich gesagt heilfroh, dass wir hier bestehen konnten", meinte Stumpf erleichtert, "der größte Kredit heute war die geschlossene Teamleistung." Diese ließ es dann auch zu, dass die Sixers eine von den Gastgebern angestrebte Mann-Mann-Verteidigung im ersten Viertel fast komplett zerlegten. Die folgerichtige Umstellung der Hannoveraner Defensive auf eine Zone brachte die Sandersdorfer zwar kurzzeitig ins Straucheln, dann punkteten die Blauen aber weiter auf Augenhöhe.

Besonders heiß lief Flügelspieler Tom Lipke in der ersten Halbzeit. Der 26-Jährige streute den Tigers insgesamt 14 Punkte ein, allein zwölf davon schon im ersten Viertel. Ebenfalls mit 14 Zählern konnte der Schlüsselspieler des Abends, Ralph Schirmer, die Partie beenden. Doch das interessierte den 2,04 Meter-Hünen kaum. Zu wichtig war es, dass seine Mannschaft endlich wieder einen Sieg erringen konnte. "Wir haben uns gefreut, als hätte alles davon abgehangen". Und vielleicht hatte er damit sogar ein bisschen Recht.

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