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Basketball: In der Sache vereint

Uhr | Aktualisiert 01.02.2013 22:08 Uhr

Im vergangenen Jahr gewannen die New York Giants (weiß) den Super Bowl gegen die New England Patriots. (FOTO: DPA)

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Die drei US-Profis in den Reihen der Sixers freuen sich nicht nur auf das Spiel am Sonntag - sondern auch auf den anschließenden Super Bowl.
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sandersdorf/MZ. 

Jeremie Simmons, Nate Gerwig und Japhet McNeil - die drei US-Amerikaner im Pro B-Kader der BSW Sixers stießen alle zu unterschiedlichen Zeitpunkten zum Team. Simmons ist seit Saisonbeginn vor Ort, wohnt nun in einem Sportler-Apartment mit Japhet McNeil - dem jüngsten Neuzugang - zusammen in Bitterfeld. Der bullige Center Nate Gerwig kam als Ersatz für Landsmann Paul Harrison, mit dessen Leistungen man in Sandersdorf nicht immer zufrieden war. Doch alle drei Amerikaner verbinden, egal wann sie zu den Sixers kamen, einige Dinge: das gleiche Heimatland, die Sprache, die Kultur und in der Nacht von Sonntag auf Montag der Super Bowl 2013. Wie Millionen andere Fans werden auch sie das größte Sportevent der Welt vor dem Bildschirm verfolgen, bei dem die besten Teams der nordamerikanischen Football-Liga (NFL) gegeneinander antreten. In diesem Jahr spielen in New Orleans, ab 0.10 Uhr deutscher Ortszeit, die San Francisco 49ers gegen die Baltimore Ravens um die berühmte "Vince Lombardi Trophäe".

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen

Doch vorher haben die drei US-Profis selbst eine Aufgabe zu lösen: das Auswärtsspiel beim RSV Stahnsdorf. Dort gilt es für das Team von Trainer Stumpf, mit aller Konzentration weitere Punkte in der Pro B (Staffel Nord) zu sammeln und langfristig auf einen sicheren Play-off-Kurs zu gelangen. Daher ist es verständlich, dass sich die Abendplanungen nach der Partie in Brandenburg bisher noch in Grenzen halten. "Bis jetzt haben wir noch nicht viel an den Super Bowl gedacht", gibt Nate Gerwig zu, "das kommt sicher nach dem Spiel. Ich bin mir sicher, dann wird darüber geredet." Etwas konkreter sehen die Planungen da schon in der Wohngemeinschaft der beiden Aufbauspieler Simmons und McNeil aus. "Japhet und ich, vielleicht auch Dan (Daniel Stawowski, d. Red.) werden uns das Spiel gemeinsam in der Wohnung ansehen. Da müssen wir ganz schön lange wach bleiben. Aber so ist das mit der Zeitverschiebung", schmunzelt Simmons. Für den Top-Scorer der Sixers gibt es gleich mehrere Gründe, auf ein wenig Schlaf zu verzichten und dafür das Finale im American Football zu verfolgen: "Das ist wie NBA Finals, nur alles in einem einzigen Spiel", meint der 1,88 Meter große Amerikaner, "und Football ist eine interessante aber auch sehr gefährliche Sportart. Ich habe selber gespielt, als ich jünger war. Dann verschenkte ich mein Herz an den Basketball." Eine ähnliche Geschichte hat auch sein Teamkollege Nate Gerwig zu erzählen: "Im Football muss man in nahezu jedem Spielzug bereit sein, jemanden so hart wir möglich zu Boden zu werfen. Deswegen haben wir in der Schule immer eine weichere Version, ohne das Tackling, gespielt." Ein guter Freund von Gerwig, Antonio Gates, spielt nun nicht mehr auf dem Pausenhof, sondern selbst in der NFL bei den San Diego Chargers, "was wiederum eine gewisse Ironie beinhaltet", meint der Sixers-Center, "weil er auf dem College zwei Jahre lang mein Teamkollege war - im Basketballteam."

Aber auch im Aufeinandertreffen der San Francisco 49ers und der Baltimore Ravens gibt es ein besonderes Verhältnis zweier Akteure. Die Trainer der beiden Teams, John und Jim Harbaugh sind, wie es der Name schon vermuten lässt, Brüder. Dies ist in der Geschichte des Super Bowls bisher einmalig. Zudem erntet Superstar Ray Lewis, Football-Profi der Baltimore Ravens, derzeit viel Zuspruch. Mit diesem Finalspiel endet für ihn eine lange Karriere - nach der er die Bühne sicher nicht als Verlierer verlassen möchte.

Auf verschiedenen Seiten

Und so ist es nicht verwunderlich, dass selbst im Kreise der Sixers-Spieler ganz unterschiedliche Erwartungen an das Geschehen in New Orleans am frühen Montag gestellt werden. Nate Gerwig ist sich sicher, dass er das Spiel auf einer richtigen Super Bowl-Party verfolgen würde, wäre er in den Staaten. Denn ob er in der Spieler-Wohngemeinschaft von Jeremie Simmons Gleichgesinnte finden wird, ist fraglich. "Ich war immer ein Baltimore Ravens-Fan", meint dieser nämlich, "auch in den schlechten Zeiten. Es wäre klasse, das Team nach vielen schlechten Saisons gewinnen zu sehen - und natürlich Ray Lewis mit der Trophäe." Nate Gerwig sieht das ganz anders: "Ich hoffe, dass die 49ers gewinnen. Ich komme aus Pittsburgh und bin daher eigentlich ein Anhänger der Steelers. Und wir hassen die Ravens und alles was sonst noch mit Baltimore zu tun hat." Nach einer gemeinsamen Super Bowl Party hört es sich also bisher nicht an, dennoch aber nach einem der größten Sportevents der Welt.

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