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Handball: SV Anhalt bezwingt Dessau im Derby

Uhr | Aktualisiert 04.11.2012 22:24 Uhr
Die Bernburger Handballer des SV Anhalt feiern mit ihren Fans den 23:20-Derby-Sieg in Dessau. (FOTO: STEFFEN BRACHERT) 
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In der Kabine des SV Anhalt hing vor dem Prestige-Duell beim Dessau-Roßlauer HV ein großer Zettel. Darauf stand: "Sieben Spiele ungeschlagen!" Nach 60 spannenden Minuten, in denen beide Teams ihre ganze Kampfkraft in die Waagschale warfen, behielten die Bernburger mit 23:20 (11:11) die Oberhand.
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DESSAU-ROSSLAU/Bernburg/MZ. 

In der Kabine des SV Anhalt hing vor dem Prestige-Duell beim Dessau-Roßlauer HV ein großer Zettel. Darauf stand: "Sieben Spiele ungeschlagen!" Mit sechs Begegnungen ohne Niederlage im Gepäck reisten die Saalestädter in die "Höhle des Löwen" und setzten ihr Vorhaben zumindest in den zweiten 30 Minuten des Prestige-Duells überzeugend um. Nach 60 spannenden Minuten, in denen beide Teams ihre ganze Kampfkraft in die Waagschale warfen, behielten die Bernburger mit 23:20 (11:11) die Oberhand.

Die Szene in der 59. Minute drückte den Unterschied zwischen den beiden Rivalen ganz drastisch aus. Beim Stand von 21:19 startete Enrico Lampe ein "Wutsolo" von Linksaußen nach Rechtsaußen, suchte mit aller Macht den Erfolg und erzielte aus für einen Rechtshänder sehr schwierigen Winkel den entscheidenden 22. Treffer. Danach feierten die Anhalt-Fans lautstark den neunten Derbysieg, während die DRHV-Anhänger den Heimweg antraten.

"Bei mir lief heute auch nicht alles besonders rund, aber wir haben nie aufgesteckt. Wir wollten eigentlich früher für klare Verhältnisse sorgen, aber wenn ich auf das Ergebnis schaue, ist mir das jetzt so ziemlich egal", meinte der Linksaußen freudestrahlend nach dem Abpfiff.

Die Bernburger benötigten eine gewisse Anlaufzeit, um auf Betriebstemperatur zu kommen, obwohl der gefürchtete Dessauer Rückraum-Kanonier Robert Lux verletzungsbedingt auf der Tribüne saß. Aber Anhalts Torfabrik Steffen Cieszynski erfreute sich von der ersten Sekunde an wechselweise einer "liebevollen Betreuung" durch Tomas Pavlicek und Falko Müller.

Nach 14 Minuten lagen die Schwarz-Gelben mit 3:6 zurück. Coach Christian Pöhler brachte dann Ronny Liesche. Der Regisseur entwirrte das "Bernburger Angriffsknäuel" und sorgte für mehr Ordnung und Ruhe in den Offensivaktionen. Außerdem erzielte er selbst den 7:7-Ausgleich (20.). Nach einem vergebenen Konter warf Flügelflitzer Lampe mit einem Treffer aus dem Rückraum die Gäste beim 9:8 (24.) erstmals in Führung. "Wir haben sehr gut begonnen. Dann folgte eine Phase, in der wir unsere Linie verloren haben. Trotzdem blieb die Partie bis zum 12:12 völlig offen. Die Rote Karte gegen Armands Uscins hat uns aber aus der Bahn geworfen", meinte DRHV-Trainer Georgi Swiridenko nach dem Abpfiff.

Während die Hausherren im Angriff ohne den ehemaligen lettischen Nationalspieler immer kopfloser agierten, fanden die Bernburger über den Kampf endlich auch zu ihrem Spiel und hebelten die gegnerische Deckung teilweise mit sehenswerten Angriffszügen aus. Außerdem gelang Pöhler durch den Wechsel im Kasten von Mantas Gudonis (sieben Paraden) für Artur Gawlik ein zweiter taktischer Schachzug. Steffen Cieszynski und Liesche nutzten die Überzahl nach der Roten Karte gegen Uscins zur 14:12-Führung (40.). Das Kempa-Anspiel von Frank Grohmann krönte Martin Hoffmann mit dem 18:15 (46.). Bei Lampes Heber zum 20:16 (50.) schienen die Gäste schon im sicheren Hafen zu sein. "Wir hatten anfangs mit der Favoritenbürde wegen des Ausfalls von Lux einige Probleme, bekamen aber durch die klare Führung in der zweiten Halbzeit, die wir herausgespielt haben, die nötige Sicherheit. Danach hatten wir plötzlich Angst vor der eigenen Courage", erklärte Pöhler nach dem Abpfiff.

Denn es wurde noch einmal eng. Der DRHV verkürzte auf 19:21 (57.) und hatte danach zweimal die Chance auf den Anschlusstreffer. Doch Martin Pratersch "verdaddelte" beim Konter den Ball. Daniel Holtz scheiterte freistehend aus sechs Metern am glänzend reagierenden Gudonis. Danach startete Lampe sein "Wutsolo" und machte die mitgereisten Bernburger Fans glücklich.

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