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Handball: Derby in Leipzig als Gradmesser für Anhalt

Uhr | Aktualisiert 30.11.2012 18:59 Uhr
Bernburgs Linkshänder Frank Grohmann zeigte gegen Baunatal eine starke Leistung. (FOTO: ENGELBERT PÜLICHER) 
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Der SV Anhalt Bernburg muss bei den daheim noch ungeschlagenen Leipzigern antreten. In der Partie müssen die Bernburger weiterhin auf Tobias Rindert verzichten. Das macht das Spiel am Sonntag zu einer schweren Partie.
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bernburg/MZ. 

Er hätte so gern sein Comeback gefeiert. Aber Tobias Rindert wird dem SV Anhalt Bernburg wie bei der unglücklichen 27:28 (11:15)-Heimniederlage gegen den GSV Eintracht Baunatal auch am Sonntag beim Gastspiel bei der SG LVB Leipzig fehlen. Der Anwurf zum mitteldeutschen Derby erfolgt um 17 Uhr in der Sporthalle Brüderstraße. "Es war eigentlich keine dramatische Sache, nur ein Pferdekuss. Aber irgendwie ist Flüssigkeit in das Muskelgewebe des linken Knies gekommen. Es schwillt immer noch an. Selbst zu spielen ist für mich viel einfacher, als von außen machtlos zusehen zu müssen", meinte Rindert.

Im Gegensatz zum Duell gegen Baunatal steht den Bernburgern mit Toni Pajung in der Messestadt wenigstens einer der beiden etatmäßigen Kreisläufer zur Verfügung. Mit Tatsuya Ogano, der sieben Treffer gegen die Hessen erzielte, hat der SV Anhalt wenigstens eine interessante Alternative in Hinterhand. "Unsere Erfolgsserie ist nicht gerissen, weil wir Besetzungsprobleme hatten. Tatsu hat seine Aufgabe auf der ungewohnten Position hervorragend gelöst. Es ist durchaus denkbar, dass er wieder am Kreis zum Einsatz kommt", erklärte Bernburgs Trainer Christian Pöhler.

Trotz der leicht entspannten Personalsituation stehen die Schwarz-Gelben in Leipzig vor einer sehr schwierigen Aufgabe. Die Sachsen sind extrem heimstark, haben sechs ihrer fünf Duelle auf eigenem Parkett gewonnen. Nur Spitzenreiter DJK Rimpar brachte bisher das Kunststück fertig, einen Punkt aus der Sporthalle Brüderstraße zu entführen. Bernburgs Coach Christian Pöhler war Augenzeuge dieses Duells und von der Vorstellung des Kontrahenten beim 22:22 gegen den Primus der Staffel Ost beeindruckt. "Uns stehen 60 hammerharte Minuten bevor. Die Leipziger wachsen nicht nur vor heimischen Publikum über sich hinaus, sondern der LVB-Abwehrriegel ist auch schwer zu knacken. Da müssen wir schon sehr diszipliniert und kaltschnäuzig agieren. Dieses Duell wird für meine Mannschaft ein Gradmesser, inwieweit sie sich in den vergangenen Monaten entwickelt hat", meinte Pöhler.

Vergangenen Samstag mussten die Schwarz-Gelben einen Rückschlag hinnehmen. Viele Faktoren haben die Niederlage gegen Baunatal begünstigt. Die linke Angriffsseite des SV Anhalt mit Steffen Cieszynski und Enrico Lampe blieb weit unter ihren Möglichkeiten. Zum Ausfall beider Kreisläufer gesellte sich noch eine unterirdische Leistung der Referees Christian Kroll und Kai Turner, die ihrem Status, zum Anschlusskader der zweiten Liga zu gehören, in keiner Weise gerecht geworden sind. Wegen fehlender Wechselmöglichkeiten aber auch wegen einiger vergeigter klarer Chancen konnte der SV Anhalt die 24:20-Führung zehn Minuten vor dem Ende nicht ins Ziel retten.

"Wir haben unsere Fehler aus der Niederlage gegen Baunatal analysiert. Wir müssen noch enger zusammenrücken. Verletzungsbedingte Ausfälle können wir nur kompensieren, wenn alle Spieler 100 Prozent ihres Leistungsvermögens ausschöpfen. Das war gegen Baunatal leider nicht der Fall", meinte Pöhler, blickt aber trotzdem mit verhaltenem Optimismus auf dieses mitteldeutsche Derby. "Gegen die so genannten kleinen Mannschaften haben wir uns oft schwer getan, gegen die starken Vereine meist stark gespielt. Wir müssen sehen, dass wir wieder unseren Rhythmus finden." Vielleicht kann der SV Anhalt in Leipzig eine neue Siegesserie starten.

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