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Handball: Anhalt Bernburg schlägt trotz Sorgen Lok Pirna

Uhr | Aktualisiert 18.01.2013 23:13 Uhr
Frank Grohmann wird mit allen Mitteln am Wurf gehindert. Zweimal trifft er aber doch für Anhalt beim 28:23-Sieg gegen Pirna ins Tor. (FOTO: ENGELBERT PÜLICHER) 
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Die Heimpremiere der Bernburger Handballer im Jahr 2013 stand im Vorfeld unter keinem guten Stern. Trotzdem hatte sie ein glückliches Ende. Die 475 Fans feierten den 28:23 (13:12)-Erfolg gegen den ESV Lok Pirna, der auch bei Christian Pöhler für große Erleichterung sorgte, mit stehenden Ovationen.
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bernburg/MZ. 

"Bei uns ging der Grippevirus um. Der hat uns volle Breitseite erwischt. Unter der Woche hatte ich manchmal nur sechs Mann beim Training. Die Voraussetzungen für eine ideale Vorbereitung auf die erste und sehr wichtige Heimpartie waren somit alles andere als optimal. Ich kann der Mannschaft für diese kämpferisch sehr, sehr starke Leistung nur Respekt zollen. Die Jungs haben vor allem in der Abwehr alles aus sich herausgeholt. Artur Gawlik hat einige sensationelle Bälle pariert und sich erneut als großer Rückhalt erwiesen", lobte der Anhalt-Coach seine Schützlinge.

Mit nur acht Feldspielern mussten die Gastgeber über die Runden kommen. Linksaußen Enrico Lampe, den Kreisläufer Toni Pajung hervorragend ersetzte, saß nach seiner Angina nur im Trainingsanzug auf der Bank. Tobias Rindert, Andreas Steinbrink, Martin Wartmann und Mantas Gudonis schleppten sich mit einem grippalen Infekt auf das Parkett. Kilian Kraft (Fersenprellung), Frank Grohmann (durchgeschlagener Ellbogen) und Steffen Cieszynski (Cut über der Augenbraue) bissen wie der Rest des Teams ebenfalls auf die Zähne.

Mit überfallartigem Tempohandball konnten die Schwarz-Gelben ihre Anhänger unter diesen Umständen nicht verwöhnen. "Wir mussten mit den Kräften schon etwas haushalten. Deswegen haben wir versucht, unsere Angriffe bis zur klaren Wurfchance auszuspielen", sagte Pöhler. Dies ist den Saalestädtern nicht immer, aber recht häufig gelungen. Von ihren 55 Angriffen konnten die Bernburger 28 mit einem Torerfolg abschließen. Die Effektivität in der Offensive lag damit über 50 Prozent.

Und daran hatte vor allem Kraft eine Aktie, der seine beste Vorstellung vor heimischer Kulisse in dieser Saison bot. Neun seiner elf Wurfversuche landeten im Pirnaer Kasten - eine überragende Quote. "Ich habe über die Feiertage wegen meiner Fersenprellung nicht trainieren können. Deswegen war ich schon überrascht, dass es so gut lief. Allerdings sind die Pirnaer Abwehrspieler auch nicht herausgetreten, als ich zu meinen Würfen ansetzte", meinte Kraft.

Auch der 3:5-Fehlstart (8.) irritierte die Gastgeber nicht. Mit einem 4:1-Lauf von 9:10 (22.) auf 13:11 (30.) übernahmen die Saalestädter endgültig die Führung, die sie bis zum Schlusspfiff dank Hexer Gawlik (17 Paraden, darunter zwei Siebenmeter) bis zum Schluss nicht mehr abgaben. Pajung warf den SV Anhalt beim 17:14 (35.) erstmals mit drei Treffern in Front. Mit drei Toren in Serie vom 20:19 (47.) zum 23:20 (50.) sorgte Ciesznyski für eine Vorentscheidung in dieser Partie.

Mit Cleverness und Nervenstärke bauten die Bernburger ihre Vorsprung in der spannenden Schlussphase sogar noch aus und erfüllten damit den Wunsch ihres Trainers. "Heimspiele gegen Mannschaften, die hinter uns stehen, müssen wir gewinnen. Egal, in welcher Besetzung wir auflaufen", so Pöhler. Mit dem Sieg gegen Pirna hat der SV Anhalt seinen sechsten Platz gefestigt und nun bereits sieben Punkte Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz, den der HC Aschersleben einnimmt.

Anhalt:

Gawlik, Gudonis (bei drei Siebenmetern); Hoffmann (1), Cieszynski (10 / 2), Kraft (9), Grohmann (2), Wartmann, Steinbrink, Rindert (2), Pajung (4) Pirna: Percin; Gaube, Boucek (2), Milicevic (7 / 4), Helbig (1), Martinc (5), Jürschke (4 / 1), Havlat (3), Schneider (1) Schiedsrichter: Heine / Standke (Halberstadt / Klostermansfeld) - Zuschauer: 475: - Strafminuten: 4:6 - Siebenmeter: 2 / 2:8 / 5 - Beste Spieler: Gawlik, Kraft, Cieszynski, Pajung - Martinc, Jürschke

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