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Handball - Regionalliga: SV Anhalt verdirbt LVB-Boss die Partylaune

Uhr | Aktualisiert 02.12.2012 21:23 Uhr
Bis zu seiner Roten Karte war Kilian Kraft einer der besten Bernburger. (FOTO: MZ) 
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Am Sonntagabend konnten die Bernburger beim Tabellennachbarn der Regionalliga, SG LVB Leipzig, wieder an ihre vorherige Erfolgsserie anknüpfen und den Gastgeber mit 24:23 schlagen.
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leipzig/bernburg/MZ. 

Uwe Bartlitz wollte am Sonntag seinen 50. Geburtstag mit zwei Pluspunkten feiern. Doch die Bernburger Handballer machten dem Präsidenten des Drittliga-Konkurrenten SG LVB Leipzig einen dicken Strich durch die Rechnung und verdarben ihm die Partylaune. Die Schwarz-Gelben gewannen das mitteldeutsche Derby mit 24:23 (9:12) und konnten damit als erste Mannschaft in dieser Saison zwei Punkte aus der Sporthalle Brüderstraße entführen.

Nicht einmal dem Spitzenreiter DJK Rimpar (22:22) gelang dieses Kunststück. Vier Sekunden vor dem Ende erzielte Steffen Cieszynski den Siegtreffer. "Andreas Steinbrink hat mir die Sperre gestellt. Ich bin hoch gestiegen und bekam beim Wurf noch einen Schlag ins Gesicht. Der Keeper ist glücklicherweise in die andere Ecke gesprungen", schilderte der Anhalt-Rückraumspieler die spielentscheidende Situation.

Der Gewaltwurf des Leipzigers Carlo Wittig aus 14 Metern verfehlte den Bernburger Kasten. "Ich habe keine Erklärung. Ich hätte nie gedacht, dass wir diese Partie noch verlieren können", meinte Leipzigs Kapitän Max Berthold.

Die Bernburger Anhänger mussten gemeinsam mit dem Betreuerstab auf der Bank 45 Minuten lang leiden. Bereits nach 18 Minuten warf Christian Pöhler die grüne Karte auf den Tisch. Acht Fehlwürfe und vier technische Fehler führten zum

4:8-Rückstand. Doch auch danach bekamen die Saalestädter kaum ein Bein auf das Parkett. Die Bernburger hatten es in erster Linie ihrem glänzend aufgelegten Keeper Artur Gawlik zu verdanken, dass sie nicht schon zur Pause aussichtslos in Rückstand lagen. Mit insgesamt 25 Paraden hielt er seine Mannschaft trotz der hohen Fehlerquote (14 Ballverluste, 19 Fehlwürfe) bis zur 50. Minute im Spiel.

Nach dem kleinen Zwischenhoch, als der SV Anhalt auf 12:13 (34.) verkürzte, hatten selbst die kühnsten Optimisten die Hoffnungen auf den dritten Erfolg im dritten Duell gegen die Sachsen verloren. Die Leipziger lagen in der 44. Minute mit 19:13 vorn und hatten alle Trümpfe in ihrer Hand, zumal der bis dahin beste Bernburger Rückraumspieler Kilian Kraft von den Referees wegen groben Foulspiels die Rote Karte sah.

"Die Herunterstellung gegen Kilian war die Initialzündung. Da hat jeder Spieler noch einmal zehn Prozent mehr gebracht. Davor haben wir die Nerven unserer Fans sicherlich arg strapaziert. Mit Tempo und Begeisterung haben wir die Wende geschafft, wobei natürlich auch ein wenig Glück dabei war, das uns am vergangenen Wochenende bei der knappen Niederlage gegen Baunatal fehlte", lautete die Analyse von Bernburgs Trainer Christian Pöhler nach dem spannenden, aber keinesfalls hochklassigen Derby.

Während die Hausherren nichts mehr auf die Reihe bekamen, starteten die Saalestädter ihre beeindruckende Aufholjagd, ließen nur noch vier Gegentore zu und trafen selbst elfmal ins Schwarze - fast so oft wie in den 45 Minuten zuvor.

Tatsuya Ogano schaffte beim 19:19 (55.) erstmals den Ausgleich, Enrico Lampe warf den SV Anhalt mit 23:22 in der Schlussminute zum ersten Mal nach dem Seitenwechsel wieder die Führung. Dann schlug Cieszynski zu und und ließ die fast 300 Anhalt-Fans jubeln, währenddessen die Gastgeber wie begossene Pudel in die Kabine schlichen.

Leipzig: Schulz - Eulitz (6 / 1), Meiner (2), Uhlig (3), Fritsch (4), Berthold (3), Wagner, Wittig (1), Wendlandt (2), Zart, Sillanpää (1) Bernburg: Gawlik - Hoffmann (2), Cieszynski (5), Kraft (3), Liesche (1), Ogano (4), Lampe (4), Grohmann (3 / 1), Wartmann, Steinbrink (1), Pajung (1) Schiedsrichter: Beyer / Höhne (Eberswalde) - Zuschauer: 512 - Strafminuten: 8:8 - Rote Karte: Kraft (45., grobes Foulspiel) - Siebenmeter: 3 / 1:2 / 1 - Beste Spieler: Eulitz - Gawlik über 60 Minuten, komplettes Team (in der Schlussviertelstunde)

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