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Handball: HC Aschersleben verliert knapp

Uhr | Aktualisiert 25.11.2012 19:30 Uhr

Carsten Kommoß erzielte acht Tore gegen Gensungen/Felsberg. (ARCHIVFOTO: UWE BECK)

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Der HC Aschersleben verliert das erste Spiel nach der Entlassung von Trainer Gunter Funk. Die Mannschaft begann furios, hielt aber nicht durch.
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Aschersleben/MZ. 

Der HC Aschersleben hat am Samstagabend 35:38 gegen die HSG Gensungen / Felsberg verloren. Das ist für den geneigten Anhänger nicht schön, bedeuten die Niederlage und die gleichzeitigen Siege der direkten Konkurrenz doch, dass die Mannschaft in der Tabelle wieder tiefer gerutscht ist. Besondere Brisanz hatte das Spiel jedoch vor allem, weil es das erste nach dem Rausschmiss von Trainer Gunter Funk war.

Der hatte am Freitag gesagt, dass er die Mannschaft auf Platz zehn übergeben habe und gespannt sei, wie es sich jetzt entwickeln würde. Nun steht die Mannschaft auf dem 13. Tabellenplatz - Gunter Funk, der seine Entlassung überhaupt nicht nachvollziehen kann, wird sich insgeheim vielleicht bestätigt fühlen, dass seine Demission zu diesem Zeitpunkt der Saison falsch ist.

Frank Seifert senior saß am Samstag als verantwortlicher Trainer auf der Bank. Er hatte mit widrigen Umständen zu kämpfen. Da war das komplett neue Torwart-Duo mit Andreas Stops und Tino Franke, die die verletzten Ivan Szabo (Meniskus- und Kreuzbandriss) und Andreas Böhm (Daumenbruch) ersetzen sollen. Da war der verletzungsbedingte Ausfall von Pit Seifert.

Und auch Gordon Müller signalisierte nach der Erwärmung, dass es nicht geht. Die Schulter schmerzte zu stark. Victor Donoso fehlte zudem, weil er immer noch auf ein Visum wartet. Die Zuschauer schauten dann aber nicht schlecht, als der HC Aschersleben nach zehn Minuten mit 9:3 führte. Die Alligators attackierten den Rückraum der Gastgeber frühzeitig und aggressiv. Mit Erfolg. Aschersleben kam zu Ballgewinnen und konnte leichte Tore erzielen. Carsten Kommoß erzielte in dieser Phase vier seiner acht Treffer.

Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit kam Gensungen / Felsberg aber besser ins Spiel und arbeitete den Rückstand nach und nach ab. In die Halbzeitpause gingen die Alligators mit einer knappen Führung (19:18). Die fünfzehn Minuten nach Wiederbeginn waren dann spielentscheidend. Aschersleben führte beim 20:19 letztmalig (32.), musste dann bis zur 49. Minute einen 5:15-Lauf (25:34) hinnehmen.

"Unser Spiel in der ersten Halbzeit war sehr kraftaufwendig, dem haben wir in der zweiten Halbzeit Tribut gezollt", sagte Seifert senior. Die Abwehr ging nicht mehr aggressiv zu Werke, Gensungen / Felsberg kam zu einigen freien Würfen. Und die Torhüter der HSG steigerten sich zudem.

Beeindruckt zeigte sich Ascherslebens Übergangstrainer aber über die Moral der Mannschaft. Die ließ sich nämlich nicht abschlachten, sondern fand zurück in die Partie. "Wir haben dann alles oder nichts gespielt und uns am Ende noch einmal gut verkauft", so Seifert senior. Der Rückstand war aber nicht mehr aufzuholen. Es blieb Ergebniskosmetik.

Alles in allem ging der Erfolg für Gensungen / Felsberg für Seifert senior in Ordnung. Er wollte keinem Mannschaftsteil einen Vorwurf machen, die letzten Tage waren turbulent. "Es ist kein Beinbruch", sagte er. Wie lange Seifert senior den Übergangstrainer gibt, bleibt abzuwarten. HCA-Geschäftsführer Randolf Neumann sucht nach einem neuen Cheftrainer. Bis der gefunden ist, muss Frank Seifert senior den Spagat zwischen seinem zeitintensiven Beruf und dem Traineramt schaffen.

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