Dessau
Ermittler geben Video für Ausschuss frei

Einer Vorführung von Videoaufnahmen der Aktion im Innenausschuss des Magdeburger Landtages stehe nun nichts mehr im Wege, teilten die Ermittler mit. Der leitende Oberstaatsanwalt Folker Bittmann hatte bereits vor einigen Tagen erklärt, seine Behörde sei "nicht an der Vertuschung, sondern an der Aufklärung der Vorfälle" interessiert. Allerdings müsse das Video als Beweismaterial zunächst ausgewertet werden. Für eine Vorführung der Aufnahmen hatten sich auch Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) und der Ausschussvorsitzende Ronald Brachmann (SPD) ausgesprochen.
Im Prozess um den Feuertod Jallohs lehnte die zuständige Kammer des Magdeburger Landgerichts derweil einen Antrag der Nebenklage ab, noch einen weiteren Brandsachverständigen hinzuzuziehen. Es seien keine weiteren Ergebnisse zu erwarten, die für dieses Verfahren gegen den angeklagten Polizisten bedeutsam sein könnten. Das Gericht geht davon aus, dass der Asylbewerber den Brand selbst verursacht hat. Der Beamte muss sich wegen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten. Ihm wird vorgeworfen, dem Asylbewerber aus Sierra Leone bei dem Feuer nicht rechtzeitig geholfen zu haben.
In einem ersten Verfahren vor dem Landgericht Dessau war der Angeklagte im Dezember 2008 freigesprochen worden. Der Bundesgerichtshof entschied aber, dass der Prozess neu aufgerollt werden muss.
Fotogalerie: Gewalt bei Gedenk-Veranstaltung in Dessau


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