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Dessau-Roßlau

Bunt wie eine Bonbondose

VON CARLA HANUS, 19.02.12, 19:59h, aktualisiert 19.02.12, 21:10h
Postkarte
Mit dieser Postkarte wirbt der Fachbereich Design der Hochschule Anhalt für sein Projekt zum 800. Geburtstag von Anhalt, für sein erste studentisches Kurzfilmfestival. (FOTO: MZ)
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DESSAU/MZ. Um den Titel ihres jüngsten Projekts haben die Design-Studenten der Hochschule Anhalt lange gerungen. Der intensiven Suche nach Ideen für den Namen für ihr Kurzfilmfestival war ein demokratischer Abstimmungsprozess gefolgt. Die jungen Leute listeten Für und Wider auf, gingen die Argumente durch und wogen sie gegeneinander ab. "Wir haben gekämpft", sagt Angela Zumpe, nachdem die Entscheidung gefallen war: Die Studenten möchten mit "Schnongs" Schlagzeilen machen.

Es habe etwas besonders Ungewöhnliches, Andersartiges, etwas aus der Region sein sollen, begründet die Professorin, die die Festivalleitung übernommen habt, die Namenswahl. "Schnongs", das Wort für Bonbon, schien am Ende das alles am besten zu treffen. Eine kleine runde Sache, gut verpackt, zum Genießen. So wie ein Bonbon, so soll das Festival sein. Ein Ding, das Vorfreude weckt, das ein klein wenig ein Geheimnis birgt, bis es ausgewickelt ist und das dann noch immer Freude macht. Und bei dem man auf den Geschmack kommen kann, wenn man erst einmal gekostet hat, das aber immer wieder eine Überraschung parat hat.

"Verrückt, kunterbunt und quer durch die Bonbondose", so soll nach Meinung der Studenten die Auswahl an Kurzfilmen sein, sagt Angela Zumpe und ihre Vorfreude darauf ist bei jedem ihrer Sätze über das erste studentische Kurzfilmfestival zu spüren. Sie ist neugierig auf die Beiträge, gespannt auf die Resonanz und überzeugt, dass dieses Festival junge Leute nach Dessau bringen werde.

Vom 11. bis 13. Mai sollen die Kurzfilme in Dessau zu sehen sein. Als Partner hat die Hochschule Anhalt dafür die Bauhausstiftung und das Kiez-Kino gewonnen. "Die Kiez-Leute waren ganz begeistert", freut sich Angela Zumpe. Die Kurzfilm-Idee passe da sehr gut hin. "Aber ins Bauhaus ebenso", findet sie und ist dort ebenfalls auf Zustimmung gestoßen. "Das werden unsere Haupt-Orte sein", sagt die Festivalleiterin. Darüber hinaus werde der Vor-Ort-Laden gegenüber dem Rathaus, mit dem die Hochschule sich mit verschiedenen Aktivitäten im Stadtzentrum einbringt, wohl das Filmbüro sein, in dem eine Dauerschleife laufen soll.

Doch erst einmal müssen die Kurzfilme bei der Festivalleitung eintreffen. Bis zum 31. März können die Beiträge eingereicht werden. Zwar zaubert die Hochschule "Schnongs" im Jubiläumsjahr "Anhalt 800" aus der Tüte, aber die Filme müssen sich nicht zwingend damit befassen. "Es wird natürlich einen Block mit Filmen zu Anhalt geben", betont Angela Zumpe. "Wir möchten jungen Designerinnen und Filmemachern die Möglichkeit bieten, dazu einen kulturellen Beitrag zu leisten." Zumal die Studenten da schon einige Arbeiten, unter anderem Porträts, gemacht haben. Doch ansonsten sind die Kriterien weit gefasst: Kurzfilme aller Genres bis maximal fünf Minuten und Entstehungsjahr ab 2010. Es können experimentelle oder dokumentarische Filme oder aus dem Bereich der Karikaturen sein.

Vom 11. bis 13. Mai werden die Kurzfilme im Bauhaus und im Kiez-Kino zu sehen sein. Darüber hinaus werden den Besuchern Vorträge von erfahrenen Filmemachern beziehungsweise Fachleuten geboten. "Es gibt natürlich auch eine Eröffnungs- und eine Abschlussparty und einen Publikumspreis" versichert Angela Zumpe. Bei den Preisen wiederum soll es sich um solche handeln, die einen Bezug zur Region hier haben. Der Publikumspreis wird demnach ein Wochenende im Dessau-Wörlitzer Gartenreich sein.

Die Idee für dieses studentische Kurzfilmfestival ist aus der Arbeit der Designer an der Hochschule entstanden. "Kurzfilm ist ein Feld für Designer" erklärt die Professorin. In der Werbung und so weiter seien Filme immer mehr gefragt, weswegen die Hochschule in der Ausbildung darin auch einen Schwerpunkt und durchaus auch wahre Stärken sieht. Es werde viel experimentiert und improvisiert, mit verschiedenen Techniken gearbeitet und an originellen Varianten gefeilt. "Es entstehen besonders phantasievolle Arbeiten bei uns", stellt Angela Zumpe fest. Die sich in ihrer Einschätzung durch die Resonanz beim studentischen Filmmagazin "Unicato" des MDR bestätigt sieht. Bei den Beiträgen, die von Studierenden der Medien- und Gestaltungs-Studiengänge aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen gezeigt werden, würden sehr gute Einschaltquoten erreicht. "Viele Studenten gewinnen mit ihren Filmen sogar Preise", ergänzt die Professorin stolz. Bei so viel Zuspruch "wollten wir ihnen gern eine öffentliche Plattform bieten." Weil aber eine solche nicht so richtig zu finden gewesen sei, hat die Hochschule das selbst in die Hände genommen. Als weiterer Aspekt kam eben das Anhalt-Jubiläum mit einer Breite an Veranstaltungen hinzu. Aus Sicht der Studenten fehlte da noch etwas, um Jugendliche neugierig auf Anhalt und Dessau zu machen. Mit einem Kurzfilmfestival könne man auch überregional junge Leute ranholen.

Unterstützung findet die Hochschule auch bei der Initiative der Dessau-Roßlauer "Leuchttürme", einer Verbindung von Institutionen, Einrichtungen, Vereinen und Unternehmen, die Bildung und Kultur in der Stadt unterstützen wollen. Sie hat das Festival zu einem ihrer Anhalt-800-Vorhaben erklärt.

"Wir sind klein, speziell und ein bisschen schräg", meint Angela Zumpe schmunzelnd und lässt dabei offen, ob sie die Designer an der Hochschule oder die Hochschule insgesamt, ob sie die Dessau-Roßlauer oder Anhalt, ob sie die Festivalmacher oder alle diese damit beschreiben möchte. Mit diesem Gedanken formuliert sie den Anspruch an das Kurzfilmfestival auch mit einem Augenzwinkern, aber enthusiastisch: "Die Welt will nach Dessau zu Schnongs".

Weitere Informationen und einen Kurzfilm gibt es im Internet unter www.schnongs.dasfilmfestival.de


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