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Dessau-Roßlau

«Scheene Jeschichtn» zum Anhalt-Jubiläum

VON HEIDI THIEMANN, 17.02.12, 22:39h, aktualisiert 17.02.12, 23:18h
Petra Herbst und Lothar Grewling
Petra Herbst und Lothar Grewling bei ihrer Arbeit im Tonstudio Juf Multimedia, das sich derzeit mit Mundart befasst. (FOTO: SEBASTIAN/ARCHIV)
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DESSAU/MZ. In diesen Tagen dreht sich im Tonstudio von Juf Multimedia am Dessauer Schloßplatz alles um die anhaltische Mundart. "Es ist schon erstaunlich wie verschieden die Mundart in verschiedenen Stadtteilen von Dessau-Roßlau ist", staunt Petra Herbst.

Gemeinsam mit ihrem Geschäftspartner Lothar Grewling erstellt sie aus Anlass "800 Jahre Anhalt" das erste Dessau-Roßlauer Mundart-Hörbuch. Die Schirmherrschaft für das Projekt hat die Stadt übernommen. Kristina Schlanski aus Mosigkau, Klaus Tonndorf aus Roßlau, Jürgen Schönfeld aus Törten und Brigitte Hanke aus Mildensee sind die Autoren der Mundart-Stücke. Fünfter im Bunde ist Gerhard Krause, der die Texte von Willibald Krause aus Waldersee liest.

Die Idee für das Projekt hatte die Dessauerin Bärbel Petzold vom Freien Deutschen Autorenverband, erzählt Herbst. Als sie daraufhin die Autoren ansprach, "waren die gleich Feuer und Flamme", freut sie sich, dass das Projekt unter dem Titel "ANHALTend gut" mit finanzieller Unterstützung der Stadtverwaltung realisiert werden kann.

Jedem der fünf Autoren werden auf der Hörbuch-CD 15 Minuten Zeit eingeräumt. Und diese jeweilige Viertelstunde wird lustig, besinnlich und überraschend werden, sind sich Herbst und Grewling sicher. Und sie haben auch keine Bange, was die Verständlichkeit der Mundart-Texte anbelangt. "Man versteht alles sehr gut", findet Lothar Grewling. Viel schwieriger sei es hingegen, Mundart-Texte zu lesen. Im Falle der Dessau-Roßlauer Hörbuchproduktion übernehmen das die Autoren selbst bzw. der Sohn des Autos Willibald Krauses. Und auch das werde den Reiz des Hörbuches ausmachen - "wir haben stimmlich eine sehr gute Mischung", sagt Grewling. Einen kleinen Vorgeschmack auf die bunte Mischung geben Herbst und Grewling, wenn sie schon allein ein paar Titel von Geschichten nennen, die auf der CD zu hören sein werden. Bei Brigitte Hanke heißt es "Willkommen Tante Ju. Sei jejrießt von Res'chen Ihre!"

Klaus Tonndorf steuert etwa folgende Geschichte bei: "Der Tieffliejer un de Schtadtkasse". Da geht's um die "erschten schwern Jahre nah'n Kriech". Kristina Schlanski steuert "Mier Saftditscher" bei und verrät: "Mier Mosigker sinn de Saftditscher, saan de Olen bei uns schon - und darewwer sinn mer mechtig stolz". "Anne scheene Harbstjeschichte" hat Jürgen Schönfeld aufgeschrieben und verrät, wie "Mit's Rad na'n Jeburtstach" gefahren wird.

"Man kann die verschiedenen Facetten der Mundart gut erkennen", freut sich Petra Herbst über das Projekt. Im März soll es fertiggestellt werden. Die Aufnahmen gilt es noch zu schneiden und passgerecht auf die CD zu bringen. Zwischen den Texten soll es einen musikalischen Übergang geben. Und dann ist noch die Frage des Covers, die geklärt werden muss. In welcher Auflage die CD auf den Markt kommt, diese Frage gilt es noch mit der Stadt zu klären, bestätigte Jutta Ziemba, die persönliche Referentin des Oberbürgermeisters der MZ. Auf alle Fälle aber freut sie sich schon darauf, dass die fünf Autoren auch beim Sachsen-Anhalt-Tag in Dessau aus ihren Geschichten lesen werden.

Doch nicht nur Dessauer Mundart spielt im Juf-Multimedia-Tonstudio eine wichtige Rolle. "Uff jut Aokensch" ist bereits als Hörbuch aus Anlass des 850. Stadtjubiläums von Aken erschienen. Margarete Strübing und Fritz Matthei kümmern sich dort um die Pflege der Akener Mundart. Und auch ein Oranienbaumer Projekt beschäftigt sich mit Mundart. Herbst und Grewling freut das, "denn wenn so etwas nicht gepflegt wird, gerät es in Vergessenheit".


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