Allianz
Jagd nach begehrten Metallen

Gründe für die Allianz gibt es genug. Der jüngste Bericht der staatlichen Deutschen Rohstoffagentur warnt vor der Knappheit der Metalle der Seltenen Erden, die China fast im Monopol abbaut. Sie werden zum Beispiel für starke Magneten in Generatoren und Motoren, für Laser und Katalysatoren gebraucht. Ebenfalls durch wenige Quellen beherrscht sind laut der Agentur zum Beispiel Wolfram, Magnesium, Niob und Platin. Die deutsche Stahlindustrie macht sich Sorgen, weil der Kokskohle-Abbau von einem Kartell beherrscht wird.
Mageres Budget
Die ARS soll Abhilfe schaffen. BDI-Vizepräsident Ulrich Grillo, der gleichzeitig mit den Grillo-Werken der Rohstoff-Allianz beitritt, erklärte, dass der Zusammenschluss Rohstoffvorkommen gemeinsam erkunden und bewerten soll. Durch die gemeinsame Exploration würden dann "Bezugs- und Beteiligungsoptionen für deutsche Unternehmen" geschaffen. "In spezifischen Fällen soll die Rohstoffallianz auch bei der Gewinnung und Aufbereitung von Rohstoffen tätig werden", sagte Grillo weiter.
Beteiligt an der Allianz sind neben Grillo elf weitere Unternehmen, darunter BASF, Bayer, BMW, Daimler, Evonik, Bosch und Thyssen-Krupp. Weitere Firmen können dem Club beitreten. Grundsätzlich ist es keine schlechte Idee, dass die Industrie sich direkten Zugang zu Rohstoffen sichert. Im Augenblick ist sie bei allen Rohstoffen, die importiert werden müssen, weitgehend vom Weltmarkt abhängig. Das bedeutet, hohe Preisschwankungen und Lieferrisiken in Kauf nehmen zu müssen.
Doch wie ist die Allianz ausgestattet? Laut einem Beteiligten zahlt jedes Unternehmen einen unterschiedlichen Betrag ein, es seien aber nicht mehr als einige Hunderttausend Euro pro Firma. Die Financial Times Deutschland gab an, dass in den kommenden fünf bis zehn Jahren etwa eine Milliarde Euro gemeinsam investiert werden soll. Ein mageres Budget: China, das gezielt direkte Lieferbeziehungen zu rohstoffreichen Ländern aufbaut, wird laut einer Schätzung der Weltbank im Jahr 2015 rund 50 Milliarden Dollar pro Jahr allein in Afrika investieren.
Abkommen mit der Mongolei
Vielleicht, so der Unternehmensvertreter, gelinge es ja auch, den Staat stärker ins Boot zu holen. Direkte Rohstoff-Investitionen lehnt die Regierung bislang ab. Sie versucht, politisch den Weg zu ebnen. So hatte die Bundeskanzlerin im Oktober ein Abkommen mit der Mongolei unterzeichnet, das deutschen Investoren die Arbeit erleichtern soll. Viele deutsche Unternehmen kommen auch allein zurecht. Siemens, das einen großen Bedarf an Seltenen Erden hat, kooperiert mit dem australischen Produzenten Lynas Corporation. Vielversprechender als die Strategie, sich selbst Minen zu sichern, ist wohl für Deutschland der Erhalt und die Ausweitung freier Rohstoffmärkte. So arbeiten Institute und Wirtschaft derzeit daran, Seltene Erden zu standardisieren, damit sie besser an der Börse gehandelt werden können.


























