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Handelskonzern

Kaufhof-Verkauf liegt auf Eis

VON JUTTA MAIER, 17.01.12, 08:38h, aktualisiert 17.01.12, 19:17h
Kaufhof-Außenwerbung
Die Außenwerbung einer Kaufhof-Filiale in der Duisburger Innenstadt wird überprüft. (FOTO: DPA)
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DÜSSELDORF/MZ. Es will einfach nicht klappen mit dem Verkauf der Warenhäuser: Knapp vier Jahre, nachdem der damalige Metro-Chef Eckhard Cordes die Sparte offiziell auf die Verkaufsliste setzte, hat das Management die Pläne zum wiederholten Mal auf Eis gelegt. Die Gespräche mit den Interessenten seien "bis auf Weiteres" eingestellt worden, verkündete Deutschlands größter Handelskonzern am Dienstag überraschend. "Die aktuelle Lage am Kapitalmarkt bietet keine geeigneten Rahmenbedingungen für eine so wichtige Transaktion", erklärte der frisch ins Amt gekommene Konzernchef Olaf Koch. Er war zuvor Finanzvorstand und hat die Leitung der Metro erst Anfang dieses Jahres von Cordes übernommen.

Offenbar kann die Metro den avisierten Preis - Cordes sprach einst von 2,4 Milliarden Euro - momentan nicht durchsetzen. "Aus heutiger Sicht können wir das Ertragspotenzial besser selbst heben, als durch einen Verkauf", sagte Koch. Nun will Metro erst mal an der "weiteren Wertsteigerung" der Warenhäuser arbeiten.

Zum anderen traute man wohl auch den Finanzierungsplänen der Interessenten nicht recht über den Weg angesichts der Turbulenzen an den Kapitalmärkten. Als aussichtsreichster Kandidat galt René Benko, Chef der Immobilienholding Signa, der 2,1 Milliarden Euro geboten haben soll. "Aufgeschoben ist nicht aufgehoben", teilte er nach der Metro-Entscheidung mit.

Auch Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen hatte zusammen mit dem US-Finanzinvestor Blackstone ein Angebot vorgelegt, erhielt aber offenbar keine Einsicht in den Datenraum. Man respektiere die Entscheidung der Metro, so Berggruen, "vom Konzept Warenhaus in Deutschland sind wir weiterhin überzeugt". Aus Kreisen der Berggruen Holdings war zu hören, man verstehe die Kehrtwende der Metro als eine eindeutige Absage an ein schnelles Geschäft mit Benko. Die Anleger waren mit der Entscheidung offenbar sehr zufrieden: Die Aktie stieg kräftig.

Metro will die gut 140 Warenhäuser mit ihren rund 20 000 Beschäftigten aber weiterhin loswerden: An der bisherigen Portfolio-Strategie ändere die Entscheidung nichts, hieß es. Der zufolge zählen auf lange Sicht nur die Cash & Carry-Großhandelsmärkte und die Media-Saturn-Elektronikmärkte zum Kerngeschäft, weil sie auch international funktionieren. Kaufhof und die Real-Märkte hingegen stehen grundsätzlich zur Disposition. Kochs Vorgänger Cordes hätte den Verkauf der Warenhäuser zum Ende seiner Amtszeit noch gern über die Bühne gebracht. Gleichzeitig hatte er immer wieder betont, Kaufhof nicht unter Wert verkaufen zu wollen. Das musste er auch nicht, immerhin schreibt die Kette schwarze Zahlen und schlägt sich besser als Konkurrent Karstadt.

Allerdings blieb der vorläufige Umsatz von Kaufhof im vergangenen Jahr - auch wegen des eher schwachen Weihnachtsgeschäfts - hinter den Erwartungen zurück. Zudem hat Kaufhof damit begonnen, wegen der geringen Gewinnspannen Elektronikgeräte auszusortieren. Nicht nur der Umsatz, auch der Gewinn von Kaufhof könnte geringer ausgefallen sein als erhofft, vermutet Christoph Schlienkamp, Analyst beim Bankhaus Lampe. Dies habe vermutlich auch den Kaufpreis gedrückt, den die Bieter bereit waren zu zahlen. Schlienkamp geht davon aus, dass der Verkaufsprozess frühestens 2013 wieder in Gang kommen wird. Denn erst nach dem Weihnachtsgeschäft sei absehbar, ob Kaufhof tatsächlich rentabler geworden ist.

Der vorläufige Umsatz der gesamten Metro-Gruppe ging leicht um 0,8 Prozent auf 66,7 Milliarden Euro zurück. Koch begründete dies mit der Staatsschuldenkrise, hoher Arbeitslosigkeit und Sparprogrammen in vielen Ländern Europas. Das Online-Geschäft habe sich aber erfreulich entwickelt. Media-Markt startete erst am Montag einen Webshop.


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