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Umweltschützer kritisieren Volkswagen
Seit Dienstagmittag liegt das Aktionsschiff «Beluga II» im Mittellandkanal vor dem Volkswagenwerk in Wolfsburg. Bis Samstag wollen die Aktivisten dort mit «Klima-Infotagen» ihrer Kritik am Klimaschutz-Management von Volkswagen Nachdruck verleihen, wie Greenpeace mitteilte.
Nach Ansicht der Umweltschützer setzt sich Volkswagen entgegen seiner öffentlichen Selbstdarstellung nicht für einen geringeren Verbrauch seiner Flotte ein. Die vorhandene Spritspartechnik «Blue Motion» biete der Konzern nur gegen einen überhöhten Aufpreis an.
«Wir möchten die Wolfsburger darüber informieren, was Greenpeace von Volkswagen erwartet und warum der Konzern im Zentrum der Greenpeace-Kritik steht», sagte Greenpeace-Klimaexperte Wolfgang Lohbeck. «VW hat ein ungeheures technisches und wirtschaftliches Potenzial, setzt aber nur einen kleinen Teil davon ein», betonte er.
Sympathien verspielt
VW-Sprecher Stephan Grühsem zeigte sich enttäuscht über die anhaltenden Proteste der Umweltschützer. «Die Menschen bei Volkswagen hegen große Sympathien für Greenpeace. Durch die andauernde Häme und Polemik werden diese aber verspielt», sagte er. Weder die Belegschaft noch «Millionen von Volkswagen-Kunden» könnten die Vorwürfe nachvollziehen. «Auch wenn Greenpeace es beharrlich ignoriert: Volkswagen investiert jährlich mehrere Milliarden Euro in die Forschung und Entwicklung umweltfreundlicher Produkte und Technologien. Das Resultat ist die umweltfreundlichste Autoflotte der Welt», wehrt sich Grühsem.
Beide Seiten werfen sich zudem mangelnde Gesprächsbereitschaft vor. Laut Greenpeace sind die Infotage ein willkommener Anlass für VW, ein für die kommende Woche geplantes Treffen mit dem Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn abzusagen. Der VW-Sprecher entgegnet: Durch die Aktion in Wolfsburg werde deutlich, «dass es Greenpeace nicht um Dialog geht».
Umwelthilfe kritisiert irreführende Werbung
Neben der Greenpeace-Kritik sieht sich Volkswagen auch Vorwürfen der Deutschen Umwelthilfe gegenüber. Der Autohersteller habe Kunden mit einer frei erfundenen Energieeffizienzklasse getäuscht, teilte die Verbraucherorganisation mit. So verwende VW bei der Einstufung seiner Fahrzeuge im Internet nicht die gesetzlich vorgeschriebene Skala von A+ für die beste bis G für die schlechteste Energieeffizienz, sondern habe noch eine zusätzliche Kategorie H hinzugefügt.
Das Modell Phaeton erscheine zum Beispiel, obwohl es in Kategorie G eingestuft werde, nicht auf dem letzten, sondern auf dem vorletzten Platz bei der Energieeffizienz. Die DUH forderte Volkswagen inzwischen zur Abgabe einer Unterlassungserklärung auf. Am Mittwochabend war die angeprangerte Darstellung von der Internetseite des Konzerns verschwunden.
Ein VW-Sprecher räumte den «bedauerlichen Irrtum» am Mittwoch ein. Den Vorwurf einer bewussten Täuschung wies er jedoch zurück.



























