Salzlandkreis
Urlaub mit Nebenwirkungen

Goldrichtige Entscheidung

Eine für den seit Jahren hochdefizitären Biotechpark goldrichtige Entscheidung: Denn nur dank der Kontakte von Eise, der vor seinem Engagement beim IPK in Gatersleben jahrzehntelang für das Bundesbildungsministerium, für das Deutsche Historische Institut in Paris sowie die Europäische Weltraumorganisation (ESA) gearbeitet hatte, ist die für die Einrichtung überlebenswichtige Zusammenarbeit mit der Bayer-Tochter CropScience zustande gekommen. "Es gab nur hopp oder top. Hätte es keinen neuen Mieter gegeben, hätten wir über kurz oder lang zum Konkursrichter gehen müssen", gibt der gebürtige Hesse zu.
Denn die wirtschaftliche Situation der BGI sah Anfang des Jahres noch fast ausweglos aus. Erst eine Finanzspritze der beiden Gesellschafter - der Stadt Seeland und der Futura GmbH - in Höhe von insgesamt 250 000 Euro sicherte überhaupt das Überleben. Und auch bereits zuvor hatte der damalige Ort Gatersleben, der inzwischen in der Stadt Seeland aufgegangen ist, gleich mehrfach dem Biotechpark finanziell unter die Arme gegriffen.
Zehn Hektar großer Biopark
Der knapp zehn Hektar große Biotechpark wurde 2006 eröffnet und bietet kleinen und mittleren Biotechnologie-Unternehmen die Möglichkeit, Labore, Gewächshäuser, Phytokammern und Büros anzumieten sowie Ackerflächen zu pachten. Gegründet wurde das Projekt noch unter dem ehemaligen Wirtschaftsminister Horst Rehberger (FDP, 2002 bis 2006). Damals erklärte sich das Land Sachsen-Anhalt bereit, rund 13,8 Millionen Euro an den Gesamtkosten des Technologiezentrums zu übernehmen. So entstand in Gatersleben eine der modernsten Infrastruktureinrichtungen rund um die Pflanze überhaupt in Deutschland.
Handelnde Akteure überfordert
Allerdings stand das Projekt von Anfang unter keinem guten Stern. "Es wurde nicht wirtschaftlich gearbeitet", sagte schon vor zwei Jahren der damalige Wirtschaftsminister und heutige Ministerpräsident Reiner Haseloff. Die handelnden Akteure seien mit dem Betrieb überfordert gewesen. Erst ein Sanierungskonzept, der Austausch der Geschäftsführung und mehrere Finanzspritzen sicherten das Überleben der Vorzeige-Einrichtung.
Die steht allerdings jetzt nach vielen Jahren des Leidens vor einer goldenen Zukunft. Zwar ist der Mietvertrag mit der Bayer CropScience zunächst noch auf drei Jahre befristet. Aber der Pressesprecher des Unternehmens, Richard Breum, sagt bereits, dass sich die Firma "sehr langfristig in der Weizenzüchtung engagieren" möchte. "Wir werden sicher kein Europazentrum aufbauen, um dann gleich wieder zu verschwinden." Die Bedingungen in Gatersleben seien einfach ideal. Zudem dauere schon die Entwicklung einer neuen Weizensorte allgemein zwischen acht und zwölf Jahren.
Für Seeland-Bürgermeisterin Heidrun Meyer ist die Gründung des Europäischen Weizenzucht-Zentrums der Bayer CropScience wie ein Sechser im Lotto mit Superzahl. "Nach so vielen Rückschlägen in den vergangenen Jahren, die die Region zurückgeworfen haben, ist das einfach eine tolle Sache."


























