Bundesliga
Auf den Spuren von Netzer und Mill

Danach ging es für die Borussia, die Anfang der 70er Jahre mit Günter Netzer, Jupp Heynckes und Berti Vogts fünf Mal deutscher Meister war, fast stetig bergab. Der letzte zählbare Erfolg war am 24. Juni 1995 das 3:0 im DFB-Pokal-Finale gegen den VfL Wolfsburg, 1999 und 2006 musste der Traditionsverein aus der Bundesliga absteigen. Der dritte Abstieg wurde im Mai in den Relegationsspielen gegen Bochum gerade noch vermieden.
Traumpaar Favre und ter Stegen
Seitdem geht es wieder bergauf. "Wir sind auf jeden Fall auf einem guten Weg, eine sehr gute Mannschaft zu sein", sagt der 19 Jahre alte Torwart Marc-Andre ter Stegen. Und der junge Torwart sieht im Fast-Abstieg in der vergangenen Saison den entscheidenden Grund für den Aufschwung in der aktuellen Spielzeit. "Wir haben es letzte Saison gerade noch geschafft, in der ersten Liga zu bleiben. Das war für uns extrem wichtig, wir sind eng zusammengerückt."
Einen enormen Anteil am Höhenflug hat Lucien Favre, der mitten im Abstiegskampf am 14. Februar den glücklosen Michael Frontzeck als Trainer ablöste. Es war Favre, der ter Stegen zu seiner Premiere in der Bundesliga verhalf. Am 10. April im Heimspiel gegen den 1. FC Köln, das die Borussia glatt mit 5:1 gewann. "Er hat uns eine Route vorgegeben, die wir so gut es geht einhalten. Er ist da, um uns weiter zu bringen, und das schafft er", sagte ter Stegen über den Trainer. "Wir wissen sehr zu schätzen, was in den letzten Monaten passiert ist", so ter Stegen, der im Mai 2009 in Magdeburg mit der deutschen Mannschaft U-17-Europameister wurde.
Der Trainer wird mutig
Am Freitag setzen Mönchengladbach und der junge Torwart ter Stegen zum Gipfelsturm an. Ausgerechnet im 79. rheinischen Bundesliga-Derby beim 1. FC Köln. Die Aussicht auf die Tabellenführung hat den sonst stets zurückhaltenden Favre mutig gemacht. "Wir haben 26 Punkte und wollen unseren Weg weitergehen."
Während ter Stegen und Favre nach logischen Erklärungen für das Gladbacher Wunder suchen, staunt die gesamte Liga weiterhin. Erst recht nach der Gala-Aufführung am letzten Wochenende mit dem 5:0 gegen Werder Bremen. Garant für den Erfolg war der seit Wochen überragende und inzwischen von Bayern München heftig umworbene Marco Reus, der drei Tore erzielte. Kevin McKenna "muss schnelle Füße haben", sagte Kölns Trainer Stale Solbakken in Richtung seines Abwehrspielers, der den zehnfachen Gladbacher Saison-Torschützen stoppen soll.
Köln gegen Mönchengladbach, das ist aber auch für die Polizei ein Großeinsatz. Das Spiel wird vom Deutschen Fußball-Bund als Hochsicherheitsspiel eingestuft. "Ich hoffe, dass die Emotionen auf dem Platz ausgetragen werden, ohne Jagdszenen drumherum. Zuletzt ist es ruhig geblieben. Das ist ein gutes Zeichen", sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl. Trotzdem gibt es besondere Vorkehrungen wie verstärkte Einlasskontrollen, Flaschenverbot rund ums Stadion und großräumige Absperrungen.
Sky überträgt am Freitag ab 20.30 Uhr das Bundesliga-Spiel Köln gegen Mönchengladbach live.


























