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Saale

Zukunft der Werft in Mukrena ist ungewiss

VON SABRINA GORGES, 03.10.11, 10:24h, aktualisiert 03.10.11, 10:27h
Schiffswerft in Mukrena (Salzlandkreis)
Arbeiter sind auf der Schiffswerft Fischer in Mukrena (Salzlandkreis) mit der Generalüberholung eines Schleppers beschäftigt. (FOTO: DPA)
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MUKRENA/DPA. Der Blick vom Werftgelände an der Saale hinüber auf das Schifferstädtchen Alsleben (Salzlandkreis) ist idyllisch: Häuser mit roten Dächern, das Backstein-Rathaus, einige Sportboote und die Schleuse sind zu sehen. Am Anleger der Schiffswerft Fischer liegen ein Hausboot und ein Schlepper, ein weiterer bekommt in der Halle eine Generalüberholung und auf dem kleinen Dock zischt ein Sandstrahlgerät. Das Familienunternehmen ist die einzige Werft an der Saale in Sachsen-Anhalt. Seit 15 Jahren betreiben die Fischers das Unternehmen mit zehn Mitarbeitern. Der Jahresumsatz liegt bei etwa einer Million Euro. Doch die Fischers plagen Existenzängste. Denn: Der Bund will «ihren Fluss» zur Restwasserstraße herabstufen.

«Das bedeutet, dass auch die Unterhaltung des Flusses eingestellt wird», sagt Bernd Fischer, dessen Vater und Großvater Saaleschiffer waren. Er glaubt, dass der Fluss verschlammt und versandet. «Früher oder später kann uns kein Schiff mehr erreichen. Dann kann ich zuschließen.» Noch hat das Bundesverkehrsministerium nicht über die Zukunft der Saale entschieden. Momentan ist sie eine Bundeswasserstraße, doch sie könnte bald in die letzte der insgesamt sieben Gewässerkategorien rutschen. Schiffsbauer Fischer versteht das nicht. «Ich habe zwei Millionen Euro in den Standort investiert. Wir sind ein Unikum an der Saale. Die Tradition dieses Werftstandorts reicht mehr als hundert Jahre zurück», sagt der 53-Jährige.

Der gelernte Schiffsbauer betreut mit seinem Unternehmen Kunden in ganz Deutschland. Reedereien, Wasser- und Schifffahrtsämter, Wasserbaufirmen und Sportbootinhaber bringen ihre Wasserfahrzeuge zur Schiffswerft Fischer nach Mukrena. «Wir bauen neu, reparieren und kümmern uns um die Instandsetzung», sagt Karina Fischer, Tochter des Inhabers. Auch ein «Schiffs-TÜV» wird angeboten. «Die Auftragslage ist gut, weil wir unter anderen für die vielen privaten Sportbootbesitzer die einzige Anlaufstelle an der Saale sind.»

Um für den Erhalt der Saale als Bundeswasserstraße zu kämpfen, haben sich die Fischers dem Anfang August gegründeten Saale-Bündnis angeschlossen. «Die Initiative ist unabhängig», sagt die 31-jährige Betriebswirtin. Und ihr Vater ergänzt. «Politiker dürfen nicht vom Schreibtisch aus Arbeitsplätze vernichten. Dagegen muss man kämpfen, bis es nicht mehr geht.» Für die Werft ist die Saale wie eine Nabelschnur. «Der Fluss lebt mit und uns und wir mit dem Fluss.»

Für Manfred Sprinzek, Vorsitzender des Vereins zur Hebung der Saaleschifffahrt Halle, ist die Werft ein Paradebeispiel. «Wird die Saale tatsächlich eine Restwasserstraße, werden in der Region Arbeitsplätze vernichtet», sagt Sprinzek. «Und das nicht nur in den Unternehmen selbst, sondern auch bei den branchennahen Zulieferern und bei den Subunternehmern. Das darf nicht sein.»

Hoffnung verbreitet jetzt der Bund selbst, der über ein neues Gutachten für die Saale nachdenkt. Das sei ein «unmissverständliches Signal» dafür, dass die ursprünglichen Pläne zur Herabstufung der Saale als Wasserstraße noch einmal überarbeitet werden sollen, sagte Harald Kreibich, Sprecher des Landesverkehrsministeriums. Mit dem Gutachten solle nun noch einmal die Wirtschaftlichkeit der Saale geprüft werden. «Wir gehen davon aus, dass bei dieser Untersuchung ein positives Ergebnis herauskommen wird», sagte Kreibich.



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