Bitterfeld
Super Lösung für sauberes Wasser kommt aus Bitterfeld

Für rund 30 Millionen Euro wurde in den zurückliegenden 20 Monaten ein imposantes Chemiewerk für Membran-Filtrationstechnologie errichtet. Durch Umkehrosmose wird Wasser gereinigt - sei es von Bakterien, Viren, Herbiziden, Salzen und anderem mehr. Ein Feld, auf dem Lanxess global ein riesiges Wachstumspotential sieht. Mehr als eine Milliarde Menschen beispielsweise hatten im vergangenen Jahr noch keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Hat man das weltweite Bevölkerungswachstum und die industrielle Entwicklung der so genannten Schwellenländer im Blick, wird klar, wie groß der Markt ist. "Da haben wir gute Karten", stellt der Vorstandsvorsitzende der Lanxess AG, Axel C. Heitmann, fest und weist darauf hin, dass pro Jahr allein für die Wasseraufbereitung weltweit 300 Milliarden Dollar umgesetzt werden. Tendenz: steigend.
Im Bitterfelder Werk, in dem die Membran-Prozesselemente, hergestellt werden, hat am Freitag Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) offiziell die Produktion gestartet. Zur Menge, die im Jahr hier hergestellt wird, hält sich der Konzern bedeckt. Nur so viel: Die Elemente sind so beschaffen, dass in einer Stunde pro Quadratmeter 1,2 Kubikmeter Wasser gereinigt werden. Die ersten - zunächst für die Wandlung von Brack- zu Trinkwasser - werden unter dem Markennamen Lewabrane Anfang 2012 auf den Markt kommen. Heitmann sieht die neue Produktion des Unternehmens in Bitterfeld als ideale Ergänzung zur bisherigen, den Ionenaustauschern Lewatit. "Diese Technologien ergänzen sich", erklärt er. "Das ist ein Plus im Wettbewerb, ein Plus für Bitterfeld."
Derzeit sind im Ionenaustauscherbetrieb von Lanxess knapp 90 Mitarbeiter beschäftigt, in der Membranelemente-Anlage zur Zeit noch 25. In den nächsten Wochen wird sich deren Anzahl auf 50 erhöhen, um letztlich bei 200 Beschäftigten anzukommen. Und wenn alles optimal läuft, werden es irgendwann 300 sein, denn eine Erweiterung der Anlage sei nicht ausgeschlossen, so Heitmann. Er erinnert daran, dass der Konzern auf 70 Jahre Erfahrungen in der Wasseraufbereitung verweisen kann. Dahinter steckten eine Menge eigene Forschung und Entwicklung. Die wird auch in Bitterfeld betrieben. Die Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut Dresden, den Fraunhofer-Instituten Halle und Magdeburg sowie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die "bereits mit dem ersten Spatenstich" begonnen habe, sei dafür eine wichtige Basis, so Heitmann.
So hoch hinaus geht es für Florian Grehl noch nicht. Er hat nach der Ausbildung bei Bayer seinen ersten Arbeitsplatz gleich hier im neuen Lanxess-Betrieb gefunden. "Das ist eine supermoderne Anlage. Ja, so stellt man sich einen Berufseinstieg vor", sagt er stolz.


























