Burgenlandkreis
Unterhosen geraten ins Visier

Beim diesjährigen Bockwitzer Schlüpferschießen ging er leer aus. Und das, obwohl er vor Jahresfrist mit schier unglaublichen 99 Ringen bei zehn Schuss triumphiert hatte. Treffer auf eine monströs wirkende Unterhose wohlgemerkt. Das Ziel war in diesem Jahr zwar dasselbe, aber irgendwie war bei Jan Sabel der Wurm drin. Um eine Erklärung war er auch nach seinem für seine Verhältnisse desaströsem Abschneiden nicht verlegen und wusste genau, woran es lag. "Im letzten Jahr gab es Glühwein. Es war wesentlich kälter als heute und hat geregnet." In diesem Jahr musste er auf das wärmende Getränk verzichten und schloss nicht aus, dass es dadurch mit dem Zielen mit den etwas älteren Gewehren nicht so einfach sei.
Auf die Idee, dass man auf Unterwäsche schießt, kam Bernd Christen, Wirt der Musikkneipe "Sehsong" in Bockwitz, vor vier Jahren. Zur 825-Jahr-Feier der Ortschaft wurde das Schlüpferschießen geboren und entwickelte sich seitdem zum Renner. Regelrechte Volksfeststimmung herrschte im Hof der Kneipe. Warum es ausgerechnet Unterwäsche sein muss, worauf man schießt, das weiß keiner mehr so genau. Auch nicht Bernd Christen. "Es war mal etwas anderes, auf das man zielen kann", sagte er schmunzelnd. Der Lohn für den besten Schützen oder die beste Schützin ist übrigens seit jeher nicht nur der wohl einzigartige Titel des Schlüpferkönigs oder der Schlüpferkönigin, sondern auch ein Pokal in Form einer Handpuppe. Einen davon darf Jan Sabel schon sein Eigen nennen. Für den zweiten Pokal hat es am Sonntag nicht gereicht. Aber vielleicht im nächsten Jahr. Aber nur, wenn es in Bockwitz wieder Glühwein gibt.

























