Verkehr
Der Schaffner kehrt zurück
Die Deutsche Bahn, die mit Ausnahme der Harzregion alle Nahverkehrszüge im Land betreibt, hatte den Fahrkartenverkauf im Zug vor drei Jahren eingestellt - trotz des heftigen Protestes von Fahrgästen. Tickets vom Schaffner gibt es seitdem nur noch, wenn der Automat am Bahnsteig defekt ist. Wer dagegen für das Gerät kein passendes Geld hat, ist häufig auf die Kulanz der Zugbegleiter angewiesen. Die fahren laut Bahn landesweit derzeit nur in 75 Prozent aller Regionalzüge mit. Damit fehlen auch Ansprechpartner, die Fahrgästen Auskunft geben können. Zum Personaleinsatz auf einzelnen Linien äußert die Bahn sich nicht.
Die neuen Regelungen gelten zunächst ab Ende 2012 auf den Linien Dessau-Berlin und Magdeburg-Berlin und ein Jahr später im mitteldeutschen S-Bahn-Netz Halle/Leipzig. Ab Ende 2015 sollen dann unter anderem Strecken von Halle Richtung Thüringen (Saale-Thüringen-Südharz-Netz) sowie Richtung Dessau und Wittenberg (S-Bahn-Netz Stufe 2) folgen.
Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) nannte den Ticketverkauf im Zug und den durchgängigen Einsatz von Zugbegleitern "den Standard, den die Fahrgäste erwarten". Das Land habe ein Interesse daran, dass die Züge, die es bezahle, von den Kunden angenommen würden. "Das ist nur der Fall, wenn die Qualität stimmt." Das hätten Kundenbefragungen gezeigt.
Für das S-Bahn-Netz hatte die Bahn AG im Herbst vorigen Jahres den Zuschlag erhalten. Die beiden anderen Netze (Saale-Thüringen-Südharz und S-Bahn Stufe 2) will die Landesnahverkehrsgesellschaft Nasa im August und im Oktober neu ausschreiben und ab Ende 2015 vergeben. Derzeitiger Betreiber ist ebenfalls die Bahn, deren Vertrag mit dem Land bis 2015 läuft. Das Staatsunternehmen will sich auf beide Ausschreibungen bewerben.





























