Aschersleben
Spaßvogel treibt Schindluder unter falschem Namen

Ein Spaßvogel hat sich die Benutzerkonten "Aschersleben" und "Kulturanstalt ASL" gesichert und zwitschert seither unter diesem Namen - nur eben nichts, was aus offiziellen Quellen der Stadt Aschersleben oder Kulturanstalt kommt. Dabei ist genau das, folgt man den Twitter-Regeln, mehr als anrüchig. Darin heißt es nämlich: "Es ist verboten sich auf Twitter für jemand anders auszugeben, um andere Benutzern zu verwirren, zu betrügen oder zu täuschen. Der Versuch ist ebenfalls verboten."
An höchster städtischer Stelle ist man alles andere als begeistert von dem offensichtlichen Trittbrettfahrer. "Man gewinnt wirklich den Eindruck, dass wir dahinter stecken", so ein verärgerter Oberbürgermeister Andreas Michelmann. So sieht das auch Kulturanstaltsleiterin Beate Kramer: "Das ist eine ganz miese Täuschung der Twitter-Nutzer", ist sie empört. Schließlich lehnen sich beide Profile optisch an den offiziellen Internetauftritt der Stadt an. Inhaltlich aber werden Nachrichten verbreitet, die ganz und gar nicht, in deren und im Sinne der Stadt und der Kulturanstalt seien, erklärt Oberbürgermeister Michelmann. Auch die Mitteldeutsche Zeitung - die Lokalredaktion twittert selbst als "mz aschersleben" - ist zunächst auf den dreisten Namensschwindel hereingefallen und "folgte" bis Montag zumindest dem Nutzer "Aschersleben".
Vor dem Hintergrund, dass es eine ernstzunehmende Verwechslungsgefahr gibt, wird die Stadtverwaltung Aschersleben den Vorfall jetzt Twitter melden, bestätigt Bernhard Fuchshuber, Leiter der Stabsstelle. Bereits am Montag sei eine entsprechende Nachricht an das soziale Netzwerk gegangen.
Ein Einzelfall ist der Ascherslebener Fall nicht. Erst im Mai traf es Halles Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados, die twitterte, ohne zu twittern und umgehend Widerspruch gegen die Freischaltung des Accounts einlegte. Einen märchenhaften Verlauf nahm indes die "falsche" Twitterei zweier junger Männer im Namen des ZDF. Sie machten ihre Sache so gut, dass ihnen sogar ein Job angeboten wurde, nachdem alles ans Licht kam.
Auf ein solches Angebot braucht der Aschersleben-Twitterer, der das ZDF-Beispiel (möglicherweise aus Provokation?) via "Aschersleben" und "Kulturanstalt ASL" publik machte, nicht zu warten. "Wir haben nicht vor zu twittern", sagt Fuchshuber, "das ist uns zu sehr mit Risiken behaftet". Und auch die Kulturanstalt wird nicht zwitschern, sich aber schon bald in einem anderen sozialen Netzwerk zu Wort melden, verspricht Pressesprecherin Anne-Kristin Schütze.






































































































